37 Tonnen Gesamtgewicht, 519 PS und ein Ladekran mit bis zu 22 Metern Reichweite: Der neue „Monstertruck“ des THW- Ortsverbands München-Land erweitert die logistischen Möglichkeiten im Landkreis deutlich. Landrat Christoph Göbel (2. v. l.) verschaffte sich gemeinsam mit (v. l.) Christian Dietrich, Schirrmeister Andreas Zanker und dem Verwaltungsbeauftragten Julian Pfeuffer, beide ebenfalls vom THW München- Land, einen Eindruck von den Dimensionen des neuen Wechselladerfahrzeugs.

Land­ratsamt über­gibt neues Wech­sel­lad­er­fahr­zeug anTHW-Orts­ver­band München-Land

27.02.2026 | Landkreis, Aktuelles | 0 Kommentare

Fahr­zeug steht für Einsätze im gesamten Land­kreis bereit

Wenn ein Fahr­zeug schon beim ersten Anblick klar macht, dass es für große Aufgaben gebaut wurde, dann darf es auch einen Spitz­namen tragen: „Mons­ter­truck“. Nach fünf Jahren Planung, Ausschrei­bung, Produk­tion und Aufbau übergab das Land­ratsamt München in dieser Woche offi­ziell den neuen Mons­ter­truck, ein Wech­sel­lad­er­fahr­zeug mit Kran, an den THW- Orts­ver­band München-Land. Statio­niert wird das land­kreis­ei­gene Fahr­zeug künftig in Haar und steht damit für Einsätze im gesamten Land­kreis bereit.


Das Fahr­zeug erwei­tert die logis­ti­schen Möglich­keiten des THW erheb­lich und schafft zusätz­liche Reserven für Einsatz­lagen, in denen schnell große Mengen Mate­rial, Ausrüs­tung oder Spezi­al­con­tainer bewegt werden müssen. Davon profi­tieren alle Bürge­rinnen und Bürger im Land­kreis, weil Hilfe im Ernst­fall schneller orga­ni­siert und direkt vor Ort umge­setzt werden kann. Ein Nach­folger mit deut­lich erwei­terten Möglich­keiten.


Der Kreis­aus­schuss hatte in seiner Sitzung am 15. Mai 2023 der Beschaf­fung eines Wech­sel­lad­er­fahr­zeuges mit Kran zuge­stimmt. Das neue Fahr­zeug ist der Nach­folger des bishe­rigen Wech­sel­lad­er­fahr­zeuges aus dem Baujahr 1995, das bereits seit Jahren im THW-Orts­ver­band einge­setzt wurde. Schon 2018 hatte das Land­ratsamt die Notwen­dig­keit erkannt, ein eigenes Wech­sel­lad­er­fahr­zeug für die örtliche Gefah­ren­ab­wehr vorzu­halten und damit die Einsatz­fä­hig­keit des THW im Land­kreis zu stärken.
„Mehr Tempo, mehr Reich­weite und mehr Hand­lungs­spiel­raum im Einsatz: ‚Mons­ter­truck‘ ist hier weniger ein Spitz­name als eine Beschrei­bung der Leis­tungs­fä­hig­keit. Wir inves­tieren damit gezielt in die Einsatz­fä­hig­keit der örtli­chen Gefah­ren­ab­wehr und in schnelle Hilfe, wenn es darauf ankommt“, erklärt Landrat Chris­toph Göbel.

Das neue Fahr­zeug kann sowohl Mulden als auch Wech­sel­con­tainer mit Fach­aus­stat­tung aufnehmen. Dadurch lassen sich zahl­reiche Einsatz­sze­na­rien abde­cken: Vom Mate­ri­al­trans­port über Beleuch­tung und Logistik bis hin zur Unter­stüt­zung bei größeren Scha­dens­lagen.

Beson­ders wichtig ist dabei die Möglich­keit, Wech­sel­con­tainer mit spezia­li­sierten Einsatz­mit­teln zu bewegen, etwa zum Abstützen und Aussteifen oder für Beleuch­tung. Diese Container sind ohne Wech­sel­lad­er­fahr­zeug nicht trans­por­tierbar.

Mehr Logistik, mehr Tempo, mehr Hand­lungs­spiel­raum im Einsatz


Ein großer Vorteil liegt in der Kombi­na­tion aus Nutz­last, Kran­leis­tung und Anhän­ger­be­trieb. In Verbin­dung mit dem bereits 2019 beschafften und eben­falls im Orts­ver­band statio­nierten Multi­funk­ti­ons­an­hänger können wahl­weise zwei Wech­sel­con­tainer oder zwei Mulden trans­por­tiert werden. Der Anhänger selbst kann ohne das Wech­sel­lad­er­fahr­zeug nicht mit Abroll­be­häl­tern beladen werden. Zusammen entsteht damit ein leis­tungs­fä­higes System, das dem THW deut­lich mehr Hand­lungs­spiel­raum gibt. Das Fahr­zeug ist außerdem dafür ausge­legt, auch schwere Ausrüs­tung im Land­kreis zu bewegen. Dazu gehören Bauma­schinen wie Radlader oder Bagger, die der Orts­ver­band für die örtliche Gefah­ren­ab­wehr vorhält. Ebenso ist die Aufnahme einer spezi­ellen Mulde möglich, die bei Einsätzen mit Bränden von Elek­tro­fahr­zeugen genutzt werden kann. Für den Land­kreis bedeutet das: Einsatz­mittel können schneller dorthin gebracht werden, wo sie gebraucht werden und auch dann, wenn kommu­nale Fahr­zeuge aufgrund der Alarm- und Ausrü­cke­ord­nung der Feuer­wehren nicht verfügbar sind.

Technik, die Einsatz­kräfte entlastet und Abläufe beschleu­nigt

Für die Beschaf­fung des Fahr­ge­stells fielen Kosten in Höhe von ca. 191.000 Euro an, für den Aufbau weitere ca. 442.500 Euro. Das neue Wech­sel­lad­er­fahr­zeug ist ein MAN TGS 37.520 8x4H mit Hydro­Drive. Es verfügt über ein Gesamt­ge­wicht von 37 Tonnen und eine Leis­tung von 382 kW bezie­hungs­weise 519 PS. Das Abroll­system ist für eine maxi­male Nutz­last von 20 Tonnen ausge­legt.

Beson­ders ist der Lade­kran: Ein Palfinger PK295 TEC mit einer Hubkraft von 28,1 Meter­tonnen und einer maxi­malen Auslage von 22 Metern bei 700 Kilo­gramm. Der Kran verfügt über einen Arbeits­korb für zwei Personen und eine Seil­winde mit 2,5 Tonnen Hubkraft. Diese Ausstat­tung ermög­licht es, viele Verla­de­tä­tig­keiten autark zu erle­digen. Das spart zusätz­liche Kompo­nenten im Einsatz, entlastet Einsatz­kräfte und sorgt für eine schnel­lere Abar­bei­tung vor Ort wie etwa beim Aufbau von Notun­ter­künften, beim Umsetzen schwerer Ausrüs­tung oder beim Entfernen defekter Fahr­zeuge.

Fran­ziska Herr, Land­ratsamt München

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