Klimastammtisch: Zahlreiche Akteure aus den Landkreiskommunen nutzen den Klimastammtisch zum Austausch über die klimaangepasste Gestaltung von Straßenräumen. Fotos LRA München

Klima­an­ge­passte Stra­ßen­räume

25.09.2026 | Landkreis, Umwelt, Aktuelles | 0 Kommentare

Vom Konzept zur kommu­nalen Praxis

Mehr Grün, weniger Versie­ge­lung und ein besserer Umgang mit Regen­wasser: Beim 29++ Klima­stamm­tisch „Best Prac­tice Klima­an­pas­sung“ des Land­kreises München stand die klima­an­ge­passte Gestal­tung von Stra­ßen­räumen im Mittel­punkt. Über 40 Teil­neh­mende aus den Land­kreis-Kommunen kamen dazu Ende September in Unter­ha­ching zusammen.

Wie können Stra­ßen­räume auch bei zuneh­mender Hitze und Stark­regen lebens­wert und funk­ti­ons­fähig bleiben? Mit dieser Frage beschäf­tigten sich Klima­schutz­ma­na­ge­rinnen und ‑manager sowie Mitar­bei­tende aus Bauab­tei­lungen und Tiefbau der Land­kreis-Kommunen beim 29++ Klima­stamm­tisch in Unter­ha­ching.

Unter­ha­chings Erster Bürger­meister Korbi­nian Rausch begrüßte die Teil­neh­menden persön­lich. In seinem Gruß­wort machte er deut­lich, dass ihm die zukunfts­ge­rich­tete Weiter­ent­wick­lung der Stra­ßen­räume ein wich­tiges Anliegen ist. Darin sieht er nicht nur eine Antwort auf die Folgen des Klima­wan­dels, sondern auch die Chance, lebens­werte Stra­ßen­räume für die Bürge­rinnen und Bürger zu gestalten und die Aufent­halts­qua­lität vor Ort zu verbes­sern.

Den fach­li­chen Einstieg gab Prof. Dr.-Ing. Wolf­gang Dick­haut von der Hafen­City Univer­sität Hamburg. Anhand des Forschungs­pro­jekts „Blue­GreenStreets“ und Beispielen unter anderem aus Hamburg und Lübeck zeigte er, wie Stra­ßen­räume durch das Zusam­men­spiel von Begrü­nung, Regen­was­ser­ma­nage­ment und Entsie­ge­lung klima­an­ge­passt weiter­ent­wi­ckelt werden können.

Dabei versteht sich Unter­ha­ching selbst nicht als fertiges „Best-Prac­tice- Beispiel“. Viel­mehr geht es darum, auszu­pro­bieren, Erfah­rungen zu sammeln und die Planung mit jedem Projekt ein Stück weiter­zu­ent­wi­ckeln. Die Gemeinde schätzt realis­tisch ein, dass unter den örtli­chen Rahmen­be­din­gungen nur einzelne Elemente aus den fach­li­chen Empfeh­lungen von Blue­GreenStreets umge­setzt werden können. Doch auch klei­nere Grün­flä­chen, zusätz­liche Baum­stand­orte, Mulden zur Versi­cke­rung und/oder Verduns­tung von Regen­wasser oder einzelne entsie­gelte Stell­plätze leisten einen Beitrag zur Klima­an­pas­sung.

Eine wich­tige Erkenntnis des Austauschs: Blau-grüne Elemente sollten insbe­son­dere dann mitge­dacht werden, wenn Straßen ohnehin umge­baut werden. Stehen beispiels­weise im Zuge der kommu­nalen Wärme­pla­nung Arbeiten für den Ausbau der Geothermie an und muss eine Straße dafür geöffnet werden, bietet sich die Gele­gen­heit, bei der anschlie­ßenden Neuge­stal­tung gleich­zeitig Poten­ziale für Entsie­ge­lung, Regen­was­ser­rück­halt und ‑versi­cke­rung oder zusätz­liche schat­ten­spen­dende Bäume zu prüfen. So können notwen­dige Baumaß­nahmen genutzt werden, um Stra­ßen­räume Schritt für Schritt klima­an­ge­passter und lebens­werter zu gestalten.

Das Beispiel Unter­ha­ching zeigt damit auch: Nicht jede Straße braucht sofort die perfekte Lösung. Entschei­dend ist, anzu­fangen, die betei­ligten Fach­pla­nungen früh­zeitig an einen Tisch zu holen, gemeinsam vorhan­dene Spiel­räume auszu­loten und unter­schied­liche Möglich­keiten in der Praxis zu erproben. Mit jedem umge­setzten Projekt können neue Erfah­rungen gesam­melt und die Planung Schritt für Schritt weiter­ent­wi­ckelt werden.

Von der Theorie in die Praxis: Bei der Besich­ti­gung der Stra­ßen­bau­stelle am Unter­ha­chinger Mühlenweg konnten die Teil­neh­menden gleich vor Ort disku­tieren, wie sich Empfeh­lungen aus dem Forschungs­pro­jekt Blue­GreenStreets in die Praxis umsetzen lassen können.

Bei einer anschlie­ßenden Besich­ti­gung der Baustelle am Mühlweg konnten sich die Teil­neh­menden selbst ein Bild von der prak­ti­schen Umset­zung machen und offene Fragen direkt vor Ort disku­tieren.


Der 29++ Klima­stamm­tisch ist ein regel­mä­ßiges Austausch­format des Land­kreises München für die Klimaschutz‑, Klima- und Umwelt­be­auf­tragten der 29++ Kommunen. Für das Thema klima­an­ge­passte Stra­ßen­räume wurde der Teil­neh­mer­kreis gezielt um Fach­leute aus Bau und Tiefbau erwei­tert.

Chris­tine Spiegel

Land­ratsamt München

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