Hallen­bad­schlie­ßung löst Massen­pro­teste aus

31.01.2026 | Kommunalwahl 2026, Aktuelles, Rathaus & Parteien | 0 Kommentare

DLRG-Ober­schleiß­heim würde ihre Sport­stätte verlieren und Schul­kinder ihren Schwimm­un­ter­richt

Ein poli­ti­scher Kommentar von Gemein­de­rätin Ingrid Lind­büchl

Bei der Podi­ums­dis­kus­sion am Mitt­woch, 28. Januar 2026, hat 1. Bürger­meister Markus Böck endlich die Katze aus dem Sack gelassen: Der Haus­halts­ent­wurf für 2026, welcher bisher noch nicht­öf­fent­lich behan­delt wurde, sieht eine Schlie­ßung des gemeind­li­chen Hallen­bades in Ober­schleiß­heim zum 1.04.2026 vor.

Allge­meines Unver­ständnis allent­halben! Und wie man täglich lesen kann, massen­haft Proteste.

Warum wird so ein wich­tiger und für sehr viele Menschen ein so empfind­li­cher Schritt hinter verschlos­senen Türen und ohne eine vorhe­rige Diskus­sion mit dem Gemein­derat in einem Haus­hal­t­ent­wurf vorge­schlagen? Und alles soll dann holter­di­polter inner­halb von zwei Monaten bis zum 1.04.2026 über die Bühne gehen?

Warum werden die Ergeb­nisse des neu gegrün­deten Arbeits­kreises Hallenbad von Bürger­meister Böck in der Presse (Bericht MM, 29.01.2026) als ergeb­nislos abgetan?

Was passiert mit der VHS, welche derzeit mit Fern­wärme, Strom und Wasser über das Hallen­bad­ge­bäude versorgt wird? Auch holter­di­polter inner­halb von zwei Monaten umziehen? Oder etwa teuer umbauen, damit die VHS als Solitär weiter exis­tieren kann, bis zum endgül­tigen Abriss des Hallen­bades, welcher auch horrende Kosten verur­sacht? Und sind diese auch schon im Haus­halt 2026 für die folgenden Planungs­jahre abge­bildet?

Und: Wohin soll dann die VHS eigent­lich umziehen? Gibt es da schon Über­le­gungen? Wie wir alle wissen, haben wir in Ober­schleiß­heim akute Raumnot.

Wir alle wissen auch, dass unser Hallenbad in die Jahre gekommen ist und seit jeher ein defi­zi­tärer Betrieb ist, der den Gemein­de­haus­halt immer schon belastet. Aber: Kein Schwimmbad in keiner Gemeinde trägt sich selbst und ist kosten­de­ckend. Es ist keine reelle Forde­rung, dass ein Hallen­bad­be­treib für eine Gemeinde kosten­de­ckend sein muss. Man kann nur versu­chen, das Defizit klein zu halten. Dafür aber braucht es jemanden, der/die sich auch mit einer wohl­wol­lend-emotio­nalen Haltung dieser Aufgabe annimmt.

Die Erhal­tung eines Hallen­bades in einer Gemeinde ist eine grund­sätz­liche Haltung, die man als Bürgermeister*in einnehmen kann oder auch nicht. Unser Hallenbad wurde 1972 anläss­lich der Olym­piade gebaut, damit in unmitt­e­barer Nähe der Olympia-Rude­re­gat­ta­strecke eine sport­liche Trai­nings­mög­lich­keit vorhanden ist. Über all die Jahre haben alle Ober­schleiß­heimer Bürgermeister*innen unser Hallenbad als “heilige Kuh” durch die alljäh­ri­chen Haus­halte getragen und versucht, das Damo­kles­schwert der Schlie­ßung mit Sanie­rungs­maß­nahmen abzu­stumpfen.

Und ja, wir wissen, jetzt ist ein Punkt erreicht, wo die der Grat des Hallen­bad­be­triebes immer schmäler und gefähr­li­cher wird, und diesen Weg alleine zu gehen ist eben falsch. Dieses Thema gehört sorgsam geführt in die Hände meherer Menschen, die unmit­telbar mit dem Hallenbad zu tun haben und in die Hände aller Entschei­dungs­träger — recht­zeitig und nicht im Hauruck-Verfahren.

Wir müssen versu­chen, einen möglichst naht­losen Über­gang zu schaffen und das Hallenbad kosten­spa­rend und gege­be­nen­falls auch auf Spar­flamme für die offen zu halten, die es wirk­lich drin­gend brau­chen: Die DLRG, die Schü­le­rinnen und Schüler, die Senio­rinnen und Senioren. Die alle wollen und brau­chen kein Spaßbad, sondern ein Sport-und Funk­ti­onsbad. Jetzt ist von allen Oberschleißheimer*innen echte Soli­da­rität gefragt.

Der Weg muss dahin gehen, dass wir alle­samt jetzt undumge­hend die Koope­ra­tion mit den Nach­bar­ge­meinden Garching/Hochbrück, Haim­hausen und Karls­feld suchen, (denn die haben akuten Bedarf und alle selbst kein Schwimmbad) und mit einem “Mehr­zweck­ver­band Hallenbad Ober­schleiß­heim” eine Art “Genos­sen­schaftsbad” zusammen planen und verwirk­li­chen.

Ober­schleiß­heim hat eine fertige Planung (Leis­tungs­phase 4) in der Schub­lade, kann aber als Gemeinde alleine nicht bauen, wohl aber im Verbund: Es könnte als Genos­sen­schafts­mo­dell funk­tio­nieren, “wer zahlt, der nutzt”. Beispiele dafür gibt es in jüngerer Zeit genü­gend. Es geht nicht nur uns so.

Und umge­kehrt bis dahin, “wer nutzt der zahlt”.

Abschlie­ßend: Unsere Kritik geht nicht auf den Gedanken, das Hallenbad zu schließen, wenn es wirk­lich unum­gäng­lich ist, aber eine Schlie­ßung sollte von langer Hand, sorgsam und mit allen Betei­ligten erar­beitet und vorbe­reitet werden und eben nicht im stillen Kämmer­lein.

Am Montag, dem 2. Februar 2026 und am Dienstag, dem 3. Februar 2026 finden jeweils um 19.30 Uhr die dies­jäh­rigen öffent­li­chen Haus­halt­be­ra­tungen im Sitzungs­saal des Rathauses statt.

Dort wird das Thema “Hallen­bad­schlie­ßung” vorbe­raten und abge­stimmt und als Empfeh­lung für die Gemein­de­rats­sit­zung am 3.März 2026 zur Haus­halt­ver­ab­schie­dung vogelegt.

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