Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der 1. Gesundheitskonferenz im Landratsamt München

Gesund­heits­re­gi­onplus nimmt Fahrt auf

20.07.2026 | Landkreis, Umwelt, Aktuelles | 0 Kommentare

Erste Gesund­heits­kon­fe­renz beschließt Geschäfts­ord­nung – Netz­werk will Versor­gung, Pflege und Präven­tion im Land­kreis gemeinsam stärken
An der einen oder anderen Stelle ist sie in den vergan­genen Monaten bereits mit verschie­denen Aktionen sichtbar geworden: die Gesund­heits­re­gion plus im Land­kreis München. Der Backbus machte an mehreren Grund­schulen Station und vermit­telte Kindern mit Hand und Gaumen, was gesunde Ernäh­rung ausmacht. Beim Tag des Gesund­heits­amts und beim Hitze­ak­ti­onstag infor­mierte das Land­ratsamt über Vorsorge, Gesund­heits­schutz und bestehende Ange­bote. Nun steht auch der orga­ni­sa­to­ri­sche Rahmen, in dem sich die Akteure des Gesund­heits­we­sens im Schul­ter­schluss wich­tigen Zukunfts­themen annehmen.
Ende Juni fand im Land­ratsamt München die erste Gesund­heits­kon­fe­renz statt. Sie ist die Voll­ver­samm­lung der an der Gesund­heits­re­gi­onplus betei­ligten Orga­ni­sa­tionen. Die Mitglieder verab­schie­deten die Geschäfts­ord­nung einstimmig. Damit kann das Netz­werk seine Arbeit nun auf einer verbind­li­chen Grund­lage fort­setzen. An der Konfe­renz nahmen 32 Vertre­te­rinnen und Vertreter der Mitglieds­or­ga­ni­sa­tionen sowie 23 weitere Akteure aus Gesund­heit, Pflege, Sozi­al­wesen und Versor­gung teil.

Das Ziel der Gesund­heits­re­gi­onplus klingt einfach. Seine Umset­zung ist es nicht: Der Gesund­heits­zu­stand der Menschen im Land­kreis soll verbes­sert, gesund­heit­liche Chan­cen­gleich­heit geför­dert und die Lebens­qua­lität erhöht werden. Dafür braucht es eine enge Zusam­men­ar­beit über Zustän­dig­keiten, Berufs­gruppen und Einrich­tungen hinweg. Die Gesund­heits­re­gion plus soll bestehende Ange­bote besser vernetzen, Lücken sichtbar machen und pass­ge­naue Lösungen für den Land­kreis entwi­ckeln.
„Ich freue mich sehr, dass wir die Gesund­heits­re­gion plus gemeinsam mit so vielen enga­gierten Part­ne­rinnen und Part­nern aus der Taufe heben können“, sagte Landrat Chris­toph Göbel bei der Konfe­renz. „Gesund­heits­po­litik muss Entwick­lungen früh erkennen und recht­zeitig handeln. Wir brau­chen dafür verläss­liche Früh­warn­sys­teme und einen engen Austausch zwischen den Fach­leuten. Gerade mit Blick auf die gesund­heit­li­chen Folgen der Klima­ver­än­de­rung sind wir gut beraten, Präven­tion noch stärker in den Mittel­punkt zu rücken. Mein Dank gilt allen, die ihr Wissen und ihre Erfah­rung in dieses Netz­werk einbringen.“

Viele Perspek­tiven an einem Tisch
In der Gesund­heits­re­gion plus arbeiten das Gesund­heitsamt und weitere Bereiche der Land­kreis­ver­wal­tung zusammen. Dazu gehören unter anderem das Jugendamt, der Bereich Senioren, das Jobcenter und weitere Fach­stellen mit Bezug zu gesund­heit­li­chen Fragen. Hinzu kommen zahl­reiche externe Partner: der Ärzt­liche Kreis- und Bezirks­ver­band, die Kassen­ärzt­liche Verei­ni­gung Bayerns, die Leitungen der örtli­chen Kran­ken­häuser, der Baye­ri­sche Haus­ärz­tinnen- und Haus­ärz­te­ver­band, Vertre­te­rinnen und Vertreter von Apotheken, Hebammen und Pfle­ge­ein­rich­tungen, Sozi­al­ver­si­che­rungs­trä­gern, von Wohl­fahrts­ver­bänden und vielen weiteren Orga­ni­sa­tionen.
Die erste Gesund­heits­kon­fe­renz zeigte bereits, wo beson­derer Hand­lungs­be­darf liegt. Im Land­kreis gibt es viele gute Ange­bote und enga­gierte Einrich­tungen. Häufig fehlt es jedoch noch an Über­sicht, Abstim­mung und trans­pa­renter Infor­ma­tion. Als wich­tige Quer­schnitts­themen nannten die Teil­neh­menden unter anderem die Schnitt­stelle zwischen statio­närem Aufent­halt und der anschlie­ßenden ambu­lanten Pflege, die Gesund­heits­kom­pe­tenz, Hitze­schutz in statio­nären Einrich­tungen, die psychi­sche Gesund­heit oder auch die Bedürf­nisse pfle­gender Ange­hö­riger. Die Ergeb­nisse sollen nun in thema­ti­schen Arbeits­gruppen konkre­ti­siert werden.

Drei zentrale Hand­lungs­felder
Die Arbeit der Gesund­heits­re­gion plus konzen­triert auf die großen Themen­be­reiche Gesund­heits­ver­sor­gung, Pflege sowie Gesund­heits­för­de­rung und Präven­tion. Dabei geht es sowohl um die ambu­lante ärzt­liche Versor­gung als auch um die Kliniken und weitere medi­zi­ni­sche Ange­bote im Land­kreis. Im Bereich Pflege stehen trag­fä­hige Struk­turen für pfle­ge­be­dürf­tige Menschen, ihre Ange­hö­rigen und die Fach­kräfte im Mittel­punkt. Zugleich soll Präven­tion stärker in den Alltag rücken: Krank­heiten sollen möglichst vermieden oder früh erkannt werden, während die Menschen darin unter­stützt werden, ihre Gesund­heit selbst zu schützen und zu stärken.

Den über­ge­ord­neten Rahmen bildet der Master­plan Präven­tion des Baye­ri­schen Staats­mi­nis­te­riums für Gesund­heit, Pflege und Präven­tion. Er bündelt Ziele und Maßnahmen für mehr Gesund­heits­wissen, Vorsorge und Früh­erken­nung, die im Rahmen einer eigenen Präven­ti­ons­kon­fe­renz spezi­fi­ziert wurden. Die Gesund­heits­re­gion plus über­trägt diese Ziele auf die Situa­tion im Land­kreis und bringt die Umset­zung vor Ort zusammen. Der Master­plan setzt dabei auf den Austausch zwischen Fach­stellen, auf gebün­delte Kräfte und auf Gesund­heit als Aufgabe aller Politik- und Lebens­be­reiche.

Der Land­kreis beginnt nicht bei null
Das Gesund­heitsamt ist bereits seit vielen Jahren in der Gesund­heits­för­de­rung und Präven­tion aktiv. Die Ange­bote reichen von Ernäh­rungs­be­ra­tung und gesund­heit­li­cher Aufklä­rung unter anderem in Schulen, Kinder­tages- und Senio­ren­ein­rich­tungen, aber auch im Rahmen von Gesund­heits­tagen in den Gemeinden über Schwan­ge­ren­be­ra­tung bis zur Sucht­prä­ven­tion. Ein wach­sender Schwer­punkt liegt auf den Folgen exzes­siver Medi­en­nut­zung.
Weitere Ange­bote befassen sich beispiels­weise mit Alkohol‑, Nikotin- und Canna­bis­konsum oder mit Essstö­rungen. Auch der Hitze­schutz gewinnt an Bedeu­tung. Hier arbeitet das Gesund­heitsamt eng mit dem Bereich Klima­an­pas­sung zusammen.

Infor­ma­tionen dazu gibt es auf der Land­kreis-Website www.landkreis-muenchen.de unter dem Stich­wort Gesund­heit.
Die Gesund­heits­re­gion plus soll diese Arbeit nicht ersetzen. Sie soll sie stärken, ergänzen und besser mit den Ange­boten anderer Träger verbinden. Das Konzept geht auf eine Initia­tive des Frei­staats Bayern zurück. Bis 2027 sollen Gesund­heits­re­gion plus flächen­de­ckend in Bayern etabliert sein.

Carina Ober­huber, Land­ratsamt München

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