Das Wasser bei Cyanobakterienbefall („Blaualgen“) selbst prüfen: Sind die Füße nicht zu sehen? In diesem Fall bitte nicht baden! Sind die Füße zu sehen, kann gebadet werden. Quelle: Umweltbundesamt

Blau­al­gen­ent­wick­lung im Mallerts­hofer See, im Heim­stet­tener See und im Deiniger Weiher — Gesund­heits­ge­fahr

22.08.2026 | Landkreis, Aktuelles, Warnungen | 0 Kommentare

Gesund­heitsamt rät vom Baden in den betrof­fenen Gewäs­sern ab

Das Gesund­heitsamt München Land  hat am Freitag, 14.08.2026 Wasser­proben am Mallerts­hofer See genommen und diese auf Cyano­bak­te­rien unter­su­chen lassen. Grund für die Probe­nahmen war ein Hinweis aus der Bevöl­ke­rung, da der Mallerts­hofer See kein offi­zi­elles Bade­ge­wässer ist und daher auch nicht routi­ne­mäßig durch das Gesund­heitsamt über­wacht wird. 

In den Wasser­proben konnte ein verein­zeltes Vorkommen von nicht-frei­schwim­menden (benthi­sche) Cyano­bak­te­ri­en­gat­tungen nach­ge­wiesen werden, darunter auch die Gattung Tycho­nema, welche Gift­stoffe, soge­nannte Cyano­to­xine produ­zieren kann. Tycho­nema kann bei massen­haftem Auftreten rötliche Algen­matten am Gewäs­ser­grund bilden oder haftet an Wasser­pflanzen, Steinen oder Treib­holz. Der direkte Kontakt mit sicht­baren rötli­chen Algen­matten sollte unbe­dingt vermieden werden.

Eine Gesund­heits­ge­fähr­dung für Mensch und Tier ist möglich. Wir bitten daher drin­gend, insbe­son­dere auf Kinder zu achten, dass diese nicht im Ufer­be­reich spielen oder gar ins Wasser gehen. Insbe­son­dere Klein­kinder sind gefährdet, wenn sie beim Spielen bzw. beim Aufent­halt am Ufer bewach­sene Wasser­pflanzen oder Treibgut in den Mund nehmen und dadurch größere Mengen der Gift­stoffe verschlu­cken.

Auch Hunde und andere Tiere sind gegen­über Cyano­bak­te­ri­en­to­xinen sehr empfind­lich und sollten vom Wasser fern­ge­halten werden und nicht aus dem Bach trinken oder darin baden. Hunde werden vermut­lich durch den erdigen, modrigen Geruch der Cyano­bak­te­rien ange­lockt, sodass sie diese aktiv fressen. Es kann bei Hunden und anderen Tieren zu tödli­chen Vergif­tungen kommen, wenn größere Toxin­kon­zen­tra­tionen aufge­nommen werden. Dies kann z.B. passieren, wenn sie sich nach dem Baden das Fell able­cken oder abge­löste Algen­matten fressen.

Bei hohen Tempe­ra­turen und wenigen Nieder­schlägen herr­schen für eine Vermeh­rung von Cyano­bak­te­rien sehr güns­tigen Bedin­gungen. Daher wird aufgrund der Gesund­heits­ge­fahr für Mensch und Tier vor dem Baden und Kontakt mit Wasser drigend abge­raten!

Blau­algen im Heim­stet­tener See nach­ge­wiesen
Bei der routi­ne­mä­ßigen Über­wa­chung der Bade­seen im Land­kreis München sind jetzt auch im Heim­stet­tener See Anzei­chen für eine vermehrte Blau­al­gen­ent­wick­lung aufge­fallen. In der am Südufer entnom­menen Wasser­probe konnten einzelne Cyano­bak­te­rien-gattungen nach­ge­wiesen werden. Das Gesund­heitsamt München Land rät daher bis auf Weiteres vom Baden im gesamten Heim­stet­tener See ab. Es werden entspre­chende Hinweis­schilder am See plat­ziert. Ein Bade­verbot ist in Anbe­tracht der Gesamt­si­tua­tion bei den derzeit nicht stark ausge­prägten visu­ellen Auffäl­lig­keiten, dem aktuell nicht stark erhöhten Vorkommen von Blau­algen sowie der Wetter­pro­gnose für die nächsten Tage nicht ange­zeigt.
Eine Gesund­heits­ge­fähr­dung für Menschen und Tiere kann dennoch nicht ausge­schlossen werden. Daher werden Gäste des Heim­stet­tener Sees gebeten, die Warnung ernst zu nehmen und insbe­son­dere auch auf Kinder zu achten. Hunde und andere Tiere sollten eben­falls vom Wasser fern­ge­halten werden und nicht aus dem See trinken oder darin baden. Das Gesund­heitsamt wird die
Entwick­lung im Blick behalten und weitere Kontrollen durch­führen. Auf Bade­ver­gnügen im Deininger Weiher muss weiterhin verzichtet werden.
Aufgrund der immer noch sicht­baren Schlieren bzw. Algen­tep­piche und der weiterhin auffäl­ligen Wasser­ana­lysen, kann für den Deininger Weiher derzeit noch keine Entwar­nung gegeben werden. Das Bade­verbot bleibt daher noch
bestehen. Das für die nächsten Tage voraus­ge­sagte Wetter mit kühleren Tempe­ra­turen und Nieder­schlägen könnte sich positiv auf die Entwick­lung auswirken.
Das Gesund­heitsamt München Land kontrol­liert den Deininger Weiher weiterhin engma­schig und infor­miert, sobald das Bade­verbot wieder aufge­hoben werden kann.

Weitere Infor­ma­tionen hierzu unter folgendem Link:  Gesund­heit: Cyano­bak­te­rien („Blau­algen“)

Chris­tine Spiegel, Land­ratsamt München

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