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Die sanfte Rena­tu­rie­rung des Moosach-Hang­ka­nals

20.09.2026 | Landkreis, Umwelt, Natur & Freizeit | 0 Kommentare

Natur­nahe Ufer­be­pflan­zung schafft neue Lebens­räume

Am nörd­li­chen Hang­kanal im Brucker Moos soll auf rund 205 Quadrat­me­tern eine natur­nahe Ufer­be­pflan­zung entstehen. Etwa 40 stand­ort­ge­rechte Bäume und Sträu­cher sollen das Ufer stabi­li­sieren und neue Lebens­räume schaffen. Das gemein­same Projekt des Land­schafts­pfle­ge­ver­bands Ebers­berg e. V., der Unteren Natur­schutz­be­hörde Ebers­berg und des Klima­an­pas­sungs­ma­nage­ments am Land­ratsamt Ebers­berg verbindet damit konkrete Klima­an­pas­sung mit ökolo­gi­schem Gewäs­ser­schutz. Finan­ziert wird das Projekt durch Spenden, die über die Crowd­fun­ding-Platt­form Aktion Zukunft+ gesam­melt werden.
Viele Fließ­ge­wässer wurden in den vergan­genen Jahr­hun­derten begra­digt und verloren ihre natür­liche Ufer­ve­ge­ta­tion. Dadurch gingen wich­tige ökolo­gi­sche Funk­tionen verloren. „Mit der Ufer­be­pflan­zung schaffen wir eine natür­liche Klima­an­lage für den Hang­kanal und geben der Natur gleich­zeitig ein Stück Raum zurück. Die Gehölze werden mit ihrem Wachstum immer mehr für Klima und kleine Lebens­räume leisten und den Standort lang­fristig wider­stands­fä­higer machen“, sagt Bene­dikt Hehn von der Fach­stelle Klima­schutz und Klima­an­pas­sung des Land­rats­amtes Ebers­berg.

Die neu ange­pflanzten, orts­ty­pi­schen Gehölze sollen das Gewässer künftig vor über­mä­ßiger Erwär­mung schützen. Gerade an heißen und trockenen Tagen kann die natür­liche Verschat­tung dazu beitragen, die Wasser­tem­pe­ratur nied­riger zu halten. Davon profi­tieren Fische und andere Wasser­or­ga­nismen. Auch die stark gefähr­dete Äsche kann von den verbes­serten Bedin­gungen profi­tieren. Zugleich reicht die Wirkung der Gehölze über das Gewässer hinaus. Ihre Wurzeln stabi­li­sieren den Boden und können Erosion am Ufer verrin­gern. Die Vege­ta­tion unter­stützt außerdem den natür­li­chen Wasser­haus­halt und macht den Standort wider­stands­fä­higer gegen­über Trocken­heit und Stark­regen. Gleich­zeitig entsteht ein wert­voller Lebens­raum für Vögel und Insekten.
Auch für den Klima­schutz ist die Maßnahme rele­vant. Die rund 50 Gehölze nehmen während ihres Wachs­tums Kohlen­di­oxid aus der Atmo­sphäre auf und spei­chern den Kohlen­stoff lang­fristig in ihrer Biomasse.
Für die Umset­zung werden Förder­mittel in Höhe von rund 8.300 Euro benö­tigt. Eigene Mittel stehen derzeit nicht zur Verfü­gung. Unter­stüt­zung ist deshalb entschei­dend dafür, dass die geplante Pflan­zung reali­siert werden kann. Deshalb wird das Projekt durch die Aktion Zukunft+ unter­stützt. Die gemein­same Initia­tive der Land­kreise München und Ebers­berg in Zusam­men­ar­beit mit der Ener­gie­agentur Ebers­berg-München koor­di­niert die Finan­zie­rung des Projekts mittels Crowd­fun­ding. „Menschen, Unter­nehmen oder Insti­tu­tionen aus der Region und natür­lich auch darüber hinaus können das Projekt jeder­zeit mit einer Spende unter­stützen und helfen damit, den Klima­schutz ganz direkt voran­zu­bringen“, sagt Lara Hein, zustän­dige Mitar­bei­terin für die Aktion Zukunft+ bei der Ener­gie­agentur Ebers­berg-München. Sie ergänzt: „Gerade dieses Projekt zeigt, dass Klima­schutz nicht immer groß und tech­nisch sein muss. Manchmal beginnt er direkt am Gewäs­ser­rand. Jeder gepflanzte Baum hilft dabei, den Hang­kanal ökolo­gisch aufzu­werten und besser auf die Verän­de­rungen durch den Klima­wandel vorzu­be­reiten.“
Der Land­schafts­pfle­ge­ver­band Ebers­berg e. V. über­nimmt dabei die Pflan­zung und Entwick­lungs­pflege. Die Untere Natur­schutz­be­hörde Ebers­berg begleitet das Vorhaben fach­lich, während das Klima­an­pas­sungs­ma­nage­ment des Land­rats­amts Ebers­berg die Projekt­ko­or­di­na­tion über­nimmt und sicher­stellt, dass mit der geplanten Ufer­be­pflan­zung ein kleines, aber lang­fristig wirk­sames Stück Klima­an­pas­sung direkt vor Ort entsteht.

Chris­tina Sommer

Land­ratsamt München


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