Ein Nachruf auf Diakon Dieter Wirth
Oberschleißheim muss von dem beliebten Seelsorger und Kolping-Präses, Diakon Dieter Wirth, Abschied nehmen. In der Nacht zum 7. Juni 2026 war er überraschend gestorben.
Der Diakon war “24/7 Herzblut-Seelsorger” bis zu seinem letzten Lebenstag. Samstagmittag hatte er noch eine Hochzeit in Landsberg am Lech abgehalten, bevor er auf dem Parkplatz des Hauses St. Benno in Oberschleißheim, in dem er bis zuletzt tätig war, einen Herzinfarkt erlitt. Um 3 Uhr in der darauffolgenden Nacht verstarb er im Krankenhaus Dachau.
“In der Tat hinterlässt mein Vater große Fußspuren und viele, viele Menschen, die ihn sehr vermissen werden”, sagt sein Sohn Peter Wirth und erzählt uns aus dem bewegten Leben seines Vaters:
Dieter Wirth wurde am 17. 5. 1943 in München, in einer Siedlung am Hart geboren, wo er in den Nachkriegsjahren in bescheidenen Verhältnissen aufwuchs. Dennoch war sein beruflicher Werdegang äußerst bemerkenswert: Als Jugendlicher machte er zunächst eine Metzgerlehre, danach eine Kochlehre, arbeitete aber dann als Bäcker und Konditor in einer Bäckerei am Hart.
Doch sein Herz fühlte eine ganz andere Berufung. Der damalige Kaplan der Pfarrei “14 Nothelfer”, Josef Schmid, ermutigte ihn, mit ihm als Mesner und Hausmeister in die damals neu gegründete Pfarrei “Mariae 7 Schmerzen” im Hasenbergl zu gehen, wo er 1970 mit seiner Familie hinzog.
Auch der nachfolgende Pfarrer, Franz Sand, erkannte die seelsorgerischen Fähigkeiten des gläubigen jungen Familienvaters und schlug ihm vor, ein Theologiestudium zu beginnen. “Das hat ihn einiges an Überredungsarbeit gekostet”, erinnert sich Peter Wirth, “weil sich mein Vater einfach nicht vorstellen konnte, ‘a G’studierter’ zu werden”.
Nach einer inneren Einkehr hätte er es sich aber doch zugetraut und Theologie im Fernkurs studiert. Darauf folgte ein Jahr Studium im Kloster von Benediktbeuern, was für die Familie eine sehr schwere Zeit war, denn sie bekam ihn damals kaum zu Gesicht.
Im Kloster Benediktbeuern erhielt er seine Weihen zum Diakon und war von da an seelsorgerisch tätig — zunächst als Administrator im Hasenbergl und dann in der Oberschleißheimer Pfarrei Maria Patrona Bavariae. Danach wirkte er als Seelsorger im Hans- Scherer-Haus des Katholischen Männerfürsorgevereins und bis zuletzt im Haus St. Benno.
Er engagierte sich in der Obdachlosenarbeit, arbeitete als Gefängnisseelsorger und Notfallseelsorger im Kriseninterventionsteam KIT, in überwiegender Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Oberschleißheim und der Polizei.
Wer Diakon Dieter Wirth kannte, musste ihn einfach schätzen und mögen, denn seine ruhige und humorvolle Art strahlte Geborgenheit und Zuversicht aus — auch im tiefsten Leid.
Am 30.6. 2026 findet in der Pfarrkirche St. Peter und Paul in Feldmoching, um 9.00 Uhr ein Requiem statt.
Die Beisetzung findet in Form einer Baumbestattung in einem Wald in Harburg/Schwaben, in der Nähe des Wohnortes des Verstorbenen, im engsten Familienkreis, statt.
Ingrid Lindbüchl/ Peter Wirth




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