Musikalische Hommage an Werner Richard Heymann begeistert Oberschleißheim
Mit viel Charme, musikalischer Raffinesse und humorvollen Geschichten entführte ein besonderer Konzertabend am Donnerstag, 7. Mai 2026, das Publikum im gutgefüllten Saal des Konferenzzentrums C3 in Oberschleißheim in die Welt desdeutsch-jüdischen Komponisten Werner Richard Heymann. Das Ensemble um die preisgekrönte Jazzsängerin Fernanda von Sachsen widmete sich an diesem Abend dem Leben und Werk des Komponisten, dessen Melodien bis heute bekannt sind – auch wenn sein Name vielen kaum noch ein Begriff ist. Passend dazu zitierte das Quartett Heymanns berühmten Satz: „Sie kennen mich nicht, aber Sie haben viel von mir gehört.“

Gemeinsam mit Marina Schlagintweit am Flügel, Tilman Albrecht am Schlagzeug und Maximilian Hirning eröffnete Fernanda von Sachsen den Abend mit dem Klassiker „Ein Freund, ein guter Freund“. Das Lied spiegelte dabei auch die enge Verbundenheit der Musiker wider, die sich zum Teil schon aus gemeinsamen WG-Zeiten kennen.
Von Berlin nach Hollywood und zurück
Zwischen den Musikstücken führten unterhaltsam erzählte Anekdoten durch die bewegte Biografie Heymanns. Die Reise begann im Berlin der 1920er-Jahre, wo der Komponist die Kabarettszene prägte und als Wegbereiter der Tonfilm-Operette galt. Mit dem Lied „Amusez-vous“ führte das Programm weiter über Frankreich bis nach Hollywood, wo Heymann als Filmkomponist große Erfolge feierte. Bei seiner Rückkehr nach Deutschland schloss sich auch musikalisch der Kreis: Beim Einbürgerungstest zur Wiedererlangung der deutschen Staatsbürgerschaft wurde Heymann aufgefordert, ein deutsches Volkslied zu singen – und entschied sich für sein eigenes Lied „Das gibt’s nur einmal!“, ohne sich als Komponist des Liedes zu erkennen zu geben.
Klassiker in neuem Gewand
Großen Eindruck hinterließ vor allem die kreative musikalische Interpretation der bekannten Melodien. Marina Schlagintweit und Fernanda von Sachsen hatten sich vorgenommen, die Originalmelodien bewusst unangetastet zu lassen, sich bei Rhythmus und Stil jedoch – in ihren eigenen Worten – „alle Freiheiten zu nehmen“.
So entstanden moderne und zugleich persönliche Arrangements, die Heymanns Musik überraschend frisch und zeitlos wirken ließen. Das Quartett zeigte dabei eine beeindruckende musikalische Vielfalt und begeisterte das Publikum mit Spielfreude und Feingefühl.
Ein Abend mit Nachhall
Der Wunsch der Künstler, das Publikum solle mindestens einen „Ohrwurm mit nach Hause nehmen“, ging dabei voll auf. Die Mischung aus brillanter Musik und humorvollen Geschichten aus Heymanns Leben sorgte für eine besondere Atmosphäre im Saal. Zum Abschluss ergriff Prof. Schreiner das Wort und widersprach augenzwinkernd dem Titel des Abends „Das gibt’s nur einmal!“: Das Ensemble solle erneut nach Oberschleißheim eingeladen werden. Ein Abend, der dem Publikum sicher noch lange in Erinnerung bleiben wird.



Daniela Gragert




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