‚Strom am Henkel‘

Zu den aktuellen Debatten um Energieeinsparung oder Notfallversorgung liefert die „Notfall-Vorsorgeberatung Schleißheim“ schon lange Hinweise. Die ehrenamtliche Gruppe bemüht sich seit Jahren bei Behörden um die Einrichtung von Notfallmaßnahmen.

Im Rathaus, den Apotheken und den Kirchen liegt die Vorsorgebroschüre des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe aus, in der es hilfreiche Tipps gibt. Die „Notfall-Vorsorgeberatung“ ist erreichbar unter nvbs@gmx.de.

Eine aktuelle Mitteilung:

„Viele Menschen wollen für die Energiewende aktiv werden. Eine der Möglichkeiten ist die Installation eines Balkonkraftwerks. Allerdings haben diese Geräte eine zumindest ärgerliche Eigenschaft: Wenn der Betreiber den Strom am dringendsten bräuchte, liefern sie keinen. Ohne funktionierendes Stromnetz schaltet jedes übliche Balkonkraftwerk sofort ab.

Ein Balkonkraftwerk besteht aus einem Solarmodul und einem Wechselrichter, der die erzeugte Gleichstromleistung als Wechselstrom ins Stromnetz einspeist. Bei einem Stromausfall kann das Solarmodul zwar weiter Strom liefern, aber der Betreiber kommt nicht ran. Bastler können sich da recht leicht helfen, aber Otto Normalverbraucher nicht.

Einen Ausweg bieten Powerstations, die großen Brüder der kleinen USB-Powerbanks, die wohl die meisten von uns besitzen: Powerstations enthalten einen recht großen Akku, ein passendes Ladegerät und Ausgänge, mit denen man viele übliche Geräte betreiben kann. Das geht von USB-Anschlüssen über 12-V-Steckdosen wie im Auto bis zu Schuko-Steckdosen für 230 V Wechselstrom.

Mit einer Powerstation hat man „Strom am Henkel“, um beispielsweise am Wochenend-Grundstück Bundesliga sehen zu können. Viel wichtiger ist so ein Gerät aber für Menschen, für die eine kontinuierliche Stromversorgung lebensnotwendig ist – etwa wegen ihres Beatmungsgerätes.

Akkus sind immer noch extrem teuer. Wer beispielsweise seinen Kühlschrank 24 Stunden lang mit einem Akku betreiben will, zahlt für einen entsprechenden Akku so viel wie für den ganzen Kühlschrank.

Es wäre also hilfreich, wenn man den Akku in der Powerstation während eines längeren Stromausfalls mit dem Solarmodul des Balkonkraftwerks laden könnte.

Viele Powerstations kommen tatsächlich mit einem Adapter, über den man sie an ein Solarmodul anschließen kann – auch an das Modul des eigenen Balkonkraftwerks. Alles, was man dazu braucht, ist ein Verlängerungskabel mit den typischen Solarmodul-Steckern.

Wer elementar auf ein Minimum an Strom angewiesen ist, kann sich allerdings nicht allein auf Solarmodul und Powerstation verlassen: Für die sprichwörtlichen sieben Tage Regenwetter wird der Inhalt der meisten Powerstations wohl nicht reichen. Das gilt besonders, wenn man unbedingt 230 V Wechselstrom braucht, denn der Wechselrichter der Powerstation braucht selber recht viel Strom. Ein 12-V-Adapter wäre hier hilfreich.

Deshalb sollte man versuchen, für den Notfall eine Kette im folgenden Stil zu organisieren: Am Morgen nimmt der Pflegedienst die Powerstation mit, um sie z. B. bei der Feuerwehr am Notstromaggregat aufladen zu lassen.

Tagsüber läuft das Beatmungsgerät mit seinem internen Akku. Abends bringt der Pflegedienst die geladene Powerstation zurück, damit sie das Beatmungsgerät über Nacht versorgt und den Akku im Beatmungsgerät wieder auflädt.

Wir betreiben eine Notstromversorgung mit Solarmodulen und Akku, die bewusst keine Verbindung zum Stromnetz hat. In normalen Zeiten betreibt das den Kühlschrank.

Bei einem längeren Stromausfall wäre für die Familie ein Existenzminimum an Strom gesichert, um Lampen, Radio usw. betreiben zu können. So lange das Wetter leidlich sonnig ist, können auch Powerbanks der Nachbarn damit geladen werden.“

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