Pfützen für die Kröte

Wegen der extremen Trockenheit im Sommer hat der Heideflächenverein Münchener Norden erstmals eine Firma mit der wiederholten Befüllung ausgewählter Tümpel in der Fröttmaninger Heide beauftragt.

Die flachen Tümpel der südlichen Fröttmaninger Heide sind nur zum geringen Teil dauerhaft wasserführend. Durch schwere Militärfahrzeuge war hier in der Vergangenheit der ansonsten durchlässige Untergrund der Münchner Schotterebene an einigen Stellen so verdichtet worden, dass Wasser im Frühjahr zumindest einige Wochen lang stehen bleibt.

Für die im Gebiet vorkommende, sehr selten gewordene Wechselkröte sind diese flachen, lauwarmen und vegetationsarmen Pfützen genau das, was sie nach dem Ende ihrer Winterruhe ab April zum Ablaichen braucht. Denn in diesen Pfützen können sich durch das periodische Austrocknen kaum Fressfeinde wie zum Beispiel Fische ansiedeln.

Gleichzeitig ist die Wechselkröte, die aus den östlichen Steppenregionen bei uns eingewandert ist, hervorragend an diesen extremen Standort und die Gefahr der Austrocknung angepasst: Das Weibchen kann bis zu 15.000 Eier in Laichschnüre verpackt in verschiedenen Tümpeln ablegen.

Während der Großraum München um 1970 noch etwa 5000 erwa´chsene Tiere beherbergte, so findet man heute nur noch etwa 1000 Tiere dieser recht kleinen, dämmerungsaktiven Kröte mit dem typischen oliv-grünen Fleckenmuster – Tendenz fallend.

Im Naturschutzgebiet Südliche Fröttmaninger Heide kümmert sich ein Team von ehrenamtlichen Helfern unter der Leitung des Heideflächenvereins in Zusammenarbeit mit Christian Köbele vom Landesbund für Vogelschutz seit Jahren um die Pflege der Laichgewässer dieser vom Aussterben bedrohten Art.

Im sehr heißen und extrem trockenen Sommer 2022 drohte ein Großteil der flachen Tümpel und Pfützen zu schnell auszutrocknen, so dass sich die Kaulquappen nicht fertig entwickeln konnten. Daher wurde in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde erstmals eine Firma beauftragt, mehrere ausgewählte Tümpel schonend mit Wasser zu befüllen.

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