Lesermail zum Artikel „Großer Aufwand, wenig Wirkung“

Die Entscheidung gegen mobile Raumluftfilter in allen Kitas und Schulen und damit die Kinder nicht bestmöglich zu schützen, ist ein Armutszeugnis unserer Gemeinde.

Wie schon im vergangenen Jahr wird trotz großer Ankündigungen der Staatsregierung der Einsatz mobiler Filter nicht in allen Klassenräumen in Bayern umgesetzt. Die Folgen einer passiven, „sparsamen“ Politik waren für viele betroffenen Personen in diversen Wirtschaftszweigen schlimm, aber für ErzieherInnen, LehrerInnen und für Kinder sind sie eine Katastrophe!

In Oberschleißheim wurde der SPD-Antrag vom 21.9.2020 für die Raumluftfilter vom Bürgermeister umgangen, um dann selbst mit gemeindlichen Aktivitäten auf dieses Thema aufzuspringen. Die gemeindlichen Untersuchungen kamen, etwas verkürzt, zum Schluss, dass billige Filter zu laut wären, Hepa-Filter kein CO2 filtern könnten und die Geräte ohne Förderung „zu teuer“ wären.

Mittlerweile hat die bayerische Staatsregierung die fundierten wissenschaftlichen Erkenntnisse anerkannt und stellt weitere Fördermittel zur Verfügung. Die Aussage unseres Bürgermeisters, „das staatliche Förderprogramm, auf das die SPD aufspringen wollte, wäre eine „Alibimaßnahme“ – Das bringt gar nichts.“, ist in jeder Hinsicht schwach und für mich persönlich eine Riesenenttäuschung.

Anstatt sich heute an den bereits erfolgreichen Installationen von Neubiberg, Unterföhring oder Grünwald… zu orientieren und die Fördermittel zu nutzen, stellt man sich quer. Die Schulen im gesamten Landkreis Ebersberg sind bereits zu 100 % mit Luftfiltern ausgestattet und in Ministerien, Amtsstuben, Parlamenten und vielen Betrieben wird die Wirksamkeit der Filtergeräte in der Praxis bewiesen.

Aber eine Gemeinde, die für 240.000 € einen Kirchenparkplatz mietet, hat trotz gefährlicher Deltavariante und Urlaubsrückkehrern aus Hochrisikogebieten kein Geld zum bestmöglichen Schutz unserer Kinder?

Ich hoffe auf den Protest der Eltern, einen heißen Herbst und einen milden Winter.

Ralf Bönnemann

Ein Lesermail

  1. Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Katz,

    wie Sie richtig feststellen, gibt es keine einheitliche ExpertInnenmeinung in Bezug auf Raumluftfilter, aber die gab es bei den Masken ja auch nicht. Deshalb mein Hinweis, sich an der Praxis mit mittlerweile zahl- und erfolgreichen Installationen zu orientieren.

    Ich finde es nach wie vor armselig, dass gerade, wenn es um den Schutz unserer Kinder geht, von Geldverschwendung gesprochen wird. Bei einem Parkplatz oder Bankgeschäften würde mir das Wort viel eher einfallen.

    Die Kinder, als Hauptleidtragende der Pandemie, sollten schnell die bestmögliche Lösung erhalten. Denn ohne Belüftungsanlagen sind Luftreiniger grundsätzlich sinnvoll. Sie können Pollen, Schimmelsporen, Feinstaub und Hausstaub, Gerüche sowie Bakterien und Viren aus der Luft filtern. Aber natürlich kann man die Kinder auch mit Masken und im Winter mit ständiger Fensterlüftung beschulen.

    Wenn ich Ihren eigenen Zahlen glauben darf, hätte eine Gesamtlösung mit Raumluftfiltern und minimaler staatlicher Förderung im letzten Jahr max. 200.000 € gekostet. Warum wir uns jetzt, mit den ganzen zusätzlichen Fördermöglichkeiten querstellen, ist mir ein Rätsel.

    Ich war wirklich verärgert, da wider besseres Wissen gesagt wird, die SPD Oberschleißheim würde jetzt auf das Thema Luftfilter aufspringen, obwohl wir uns sehr frühzeitig im letzten Jahr um den Schutz der Kinder durch Raumluftfilter gekümmert haben. Vor unserem Antrag hatten wir bereits Kontakt zu BW-Hochschule in Neubiberg und haben die Erkenntnisse von Prof. Kähler intensiv diskutiert und in unseren Antrag einfließen lassen.

    Ich habe nicht behauptet, dass der Gemeinderat umgangen wurde, sondern der SPD-Antrag zu diesem Thema. Die Aktivitäten der Gemeinde habe ich sehr begrüßt – Ihre jetzigen Schlussfolgerungen nicht. Zur Info: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/landkreismuenchen/muenchen-neubiberg-schule-coronavirus-aerosole-1.5227418

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