Smarter beim Wohnen und in der Mobilität

Eine Digitalisierungsstrategie für Städtebau und Mobilität will Oberschleißheim in einem interkommunalen Modellprojekt mit der NordAllianz entwickeln. In dem Projekt „Smart Cities, Smart Regions“ sollen mit den zuständigen Landesbehörden derartige Konzepte praxisnah und regionalbezogen entwickelt werden.

Die Maßnahme soll Leitlinien zur digitalen Entwicklung der Region erstellen und mögliche Umsetzungsprojekte definieren. Der thematische Schwerpunkt der NordAllianz-Strategie liegt auf den Bereichen Verkehr und Mobilität, Wohnen und „Open Data“.

Für die Region werden insbesondere die Integration von Sharing-Angeboten, die Stärkung des Radverkehrs, die Integration von On-Demand-Angeboten sowie die Integration und Optimierung neuer Mobilitätsformen in Wohn- und Gewerbegebieten einen Schwerpunkt bilden.

Auch integrierte und nachhaltige Wohnkonzepte wie beispielsweise Mehrgenerationen-Wohnen sollen über neue digitale Lösungen integriert und optimiert werden. Themenfelder sind hier „Smart Homes“, Nachbarschaftsnetzwerke, Einkaufshilfen oder die Last-Mile-Logistik im Quartier.

Der Gemeinderat hat den Beitritt zu dem Modellprojekt mit 21:1 Stimmen gegen die Stimme von Hans Negele gebilligt, wenn auch mit einigen Bedenken. Casimir Katz meldete grundsätzliche Vorbehalte gegen derartige Modellprojekte an. „Wenn was wirklich nötig ist, macht man‘s auch ohne Förderprogramm“, sagte er.

Gerade beim Verkehrsthema brauche es „nicht tolle neue Gedanken, weil wir meistens nicht umsetzen können, was wir an Plänen schon haben“. Dies gelte etwa für den Radverkehr, so der Fahrradbeauftragte der Gemeinde, wo seitenweise Konzepte vorlägen, aber jede einzelne Maßnahme auf Vorbehalte und Widerstände stoße.

Anna-Laura Liebenstund, die Geschäftsführerin der NordAllianz, betonte, dass diese „smarten“ Strategien nicht von allen Kommunen gewollt würden, daher sei die Teilnahme der NordAllianz eine strategische Entscheidung „und keine Spaßveranstaltung“.

Negele sagte, er habe sich mit dem Projekt nicht auseinandersetzen wollen, „da waren mir zu viele Fremdwörter drin“. Zudem sei „Corona der falsche Zeitpunkt, so was auf den Weg zu bringen“. Bürgermeister Markus Böck entgegnete, es gebe „auch eine Zeit nach Corona“, da dürfe man „nicht alles liegenlassen“.

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