Fahrlässiger Umgang mit der Stolperschwelle?

Weil sie beim Maifest 2018 über die trockene Brunnenachse am Bürgerplatz gestürzt ist und sich schwer verletzt hat, hat eine 72jährige die Gemeinde verklagt. Sie war wegen der Vertiefung gestolpert und hatte sich die rechte Schulter so schwer verletzt, dass ihr ein künstliches Schultergelenk implantiert werden musste.

Anschließend war die Rentnerin mehrere Monate auf Reha und leide nach ihrer Aussage vor Gericht bis heute unter Schmerzen. Vor dem Landgericht München I klagte sie nun auf Erstattung der medizinischen Kosten und Schmerzensgeld.

Die rund sechzig Meter lange Brunnenachse über den Bürgerplatz sei eine „Gefahrenquelle“, sagte sie vor Gericht. Mindestens so lange die Rinne keuin Wasser führe, hätte die Gemeinde sie mit Absperrbändern sichern und beschildern müssen. Ihr seien mehrere Unfälle bekannt.

Dem widersprach der Anwalt der Gemeinde. „Die Rinne ist allgemein bekannt“, sagte er in der Verhandlung, weitere Vorfälle seien im Rathaus nicht aktenkundig. Die Klägerin trage mindestens ein Mitverschulden.

Richter Frank Tholl bezeichnete das eingeklagte Schmerzensgeld als überzogen und legte einen deutlich niedrigeren Vergleichsvorschlag vor. Der wurde von der Klägerin abgelehnt, ihr Kompromissvorschlag wiederum von der Gemeinde. Damit kommt es nun zu einem Urteil, das am 19. Februar verkündet werden soll.

Ein Lesermail

  1. Ich erinnere mich noch sehr gut an den Hohn und Spott, der über Herrn Peter Benthues ausgekippt wurde, als er im Gemeinderat auf die Gefahren dieser Stolperschwelle hingewiesen hat.
    Die „Todesrinne“ von Oberschleißheim, ha ha ha…
    Von dieser Klage hat man Gegensatz dazu noch gar nichts gehört?
    Seit einem Sturz im Jahr 2016 habe auch ich eine Schulterprothese und muss mit den üblen Folgen leben. Daher weiß ich so ungefähr, was diese Dame erleiden musste und muss.
    Der Argumentation einer Mitschuld für den Sturz kann ich überhaupt nicht folgen. Jeder Sicherheitsbeauftragte in einem normalen Betrieb würde bei solchen Stolperfallen sofort handeln und nicht damit argumentieren, dass die Stelle ja bekannt ist! Ein faires und angemessenes Schmerzensgeld ist also das Mindeste, was ich der Dame wünsche.
    Aber natürlich muss der Unsinn mit der Stolperschwelle an der Rinne besonders vor den Eingängen zum Bürgerhaus sofort abgestellt werden. Damals habe ich, leider nur in einem Kommentar auf Facebook, vorgeschlagen, die Rinnen zumindest in den Eingangsbereichen wie am Bürgerplatz in Unterschleißheim umzugestalten.
    Ich hoffe auf späte Einsicht im Gemeinderat und erwarte eine schnelle Lösung.
    Ralf Bönnemann

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