Ein politischer Kommentar von Gemeinderatskandidat der Freien Wähler, Gianluca Neubauer
Wenn ich die aktuellen Diskussionen im Gemeinderat beobachte, kommen mir viele Gedanken. Besonders bei wichtigen Themen habe ich oft das Gefühl, dass viel zu viel Energie in Streitigkeiten fließt, anstatt dass gemeinsam nach Lösungen für unsere Gemeinde gesucht wird.
Meiner Meinung nach ist es jetzt wichtiger denn je, die Zusammenarbeit zu verbessern. Das zeigt sich besonders beim Hallenbad. Die Debatte über mögliche Schließung, finanzielles Defizit und die Finanzierung selbst hat viele Menschen bewegt. Für Familien, Schulen und Vereine ist das Bad ein wichtiger Teil des Alltags.
Deshalb brauchen wir im Gemeinderat ein gemeinsames Vorgehen, das sowohl die finanzielle Realität als auch die Bedeutung für die Bürger ernst nimmt und so einen dauerhaften Betrieb sichert. In der Sondersitzung wurden jedoch die ersten 20 Minuten dafür verwendet, um die Schuldfrage zu klären.
Ähnliches gilt für die Diskussion über die Westumfahrung oder Ortsumgehung. Es zeigt sich erneut, wie wichtig ein gemeinsames Vorgehen ist. Die Planungen sollen den Ort vom Durchgangsverkehr entlasten und die Verkehrssicherheit verbessern. Gleichzeitig gibt es unterschiedliche Meinungen über Nutzen, Auswirkungen und Prioritäten. Dabei muss sich jedoch an den Fakten orientiert werden.
Es steht fest, dass der Verkehr eines der zentralen Zukunftsthemen ist. Hier brauchen wir einen Gemeinderat, der gemeinsam eine klare Linie entwickelt und die Interessen der Bürger einheitlich vertritt. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten zu Recht, dass Verantwortung übernommen wird und das Wohl unserer Gemeinde im Mittelpunkt steht.
Dass Zusammenarbeit funktioniert, zeigt ein Blick nach Ismaning. Dort hat man es mit einer gemeinsamen stabilen Krisenpolitik geschafft, finanziell vom achten auf den Dritten Platz im Landkreis München zu rücken.
Auszug vom Merkur vom 09.08.2025 „„Hat uns weniger hart erwischt“: Ismaning bleibt vom Steuer-Einbruch verschont“:
„Alle Fraktionen des Gemeinderates lobten das Ismaninger Krisensystem, bei dem man mit einer Finanzkommission viele Dinge auf den Prüfstand gestellt habe. „Wir bringen so den Ort weiter und machen keine Showkämpfe“, betonte Greulich mit seinem Dank an das Gremium.“
Unterschiedliche Ansichten sind normal, entscheidend ist jedoch, dass die Positionen nicht verhärten. Oberschleißheim kann nur vorankommen — und vor allem aus unserer Misere herauskommen — wenn man zusammenarbeitet und den Fokus darauf legt, dass den Bürgern etwas Gutes getan wird. Genau das sollte das Ziel sein.
Gianluca Neubauer, Freie Wähler




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