Christoph Münster, Bürgermeisterkandidat der Grünen, wendet sich an die Oberschleißheimer Bevölkerung
Mitteilung der Redaktion: Mit dem Start ins neue Jahr nimmt auch der bayerische Kommunalwahlkampf 2026 Fahrt auf. Auf schleissheimer-zeitung.de bieten wir unter dem Titel “Kommunalwahl 2026: aus den Parteien” allen Oberschleißheimer Gemeinderatsparteien die Gelegenheit, sich mit ihren Aussagen zur Wahl an die Öffentlichkeit zu wenden.

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
Oberschleißheim steht vor einer Weggabelung. Nicht, weil spektakuläre Großprojekte anstehen oder weil wir vor einem historischen Wachstumsschub stehen. Sondern, weil unsere Gemeinde vor einer ganz realen finanziellen Herausforderung steht. Es fehlt Geld – und zwar spürbar. Wer heute Verantwortung übernehmen will, muss den Mut haben, diese Realität auszusprechen. Genau mit dieser Ehrlichkeit beginnt meine Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters.
Im kommenden Wahlkampf wird es von mir keine Versprechen für neue Großprojekte geben. Das wäre unseriös. Die entscheidende Frage ist nicht, was wir uns zusätzlich leisten wollen, sondern was wir uns künftig noch leisten können – und was nicht. Der Unterschied zwischen den Kandidierenden wird nicht in bunten Visionen liegen, sondern darin, wo im Haushalt gestrichen werden soll und welche Prioritäten wir setzen.
Die finanzielle Lage Oberschleißheims ist angespannt. Das ist nicht neu. Aber sie ist nicht ausschließlich das Ergebnis äußerer Umstände. Ein Teil unserer heutigen Probleme ist hausgemacht: durch falsche Priorisierungen, durch Projekte, die viel Geld gekostet haben und durch eine Verwaltung, die in Teilen überlastet ist, weil Strukturen nicht mehr zeitgemäß sind.
Gerade deshalb braucht Oberschleißheim jetzt keinen weiteren Verwalter, sondern eine politische Führung, die klar priorisiert, nachhaltig wirtschaftet und sozialen Zusammenhalt schützt.
Für mich als grüner Bürgermeisterkandidat gibt es klare rote Linien. Es darf nicht am Vereinswesen gespart werden. Unsere Vereine sind kein „freiwilliger Luxus“, sondern das Rückgrat unseres gesellschaftlichen Lebens. Sie leisten Integrationsarbeit, sie bringen Generationen zusammen, sie halten unsere Gemeinde lebendig. Wer hier kürzt, spart kurzfristig Geld – und zahlt langfristig einen hohen sozialen Preis.
Dasselbe gilt für unser Hallenbad. Das Hallenbad ist kein Prestigeobjekt, sondern ein Ort der Daseinsvorsorge. Schwimmen lernen, Gesundheit, Schulsport, Seniorensport, Begegnung – all das findet hier statt. Ich setze mich klar dafür ein, das Hallenbad so lange wie irgend möglich zu erhalten. Nicht um jeden Preis, aber mit aller politischen Kraft, die verantwortbar ist.
Sparen heißt nicht automatisch, Lebensqualität zu opfern. Sparen heißt, genauer hinzuschauen.
- Projektpriorisierung überprüfen: Nicht jedes begonnene oder geplante Projekt ist alternativlos. Wir müssen den Mut haben, Projekte zu verschieben, zu verkleinern oder ganz zu beenden, wenn Kosten und Nutzen nicht mehr in einem vernünftigen Verhältnis stehen.
- Verwaltungsabläufe verschlanken: Unsere Verwaltung verfügt über viele hoch qualifizierte Spezialistinnen und Spezialisten. Diese Menschen sollten ihre Expertise dort einsetzen können, wo sie den größten Mehrwert bringt – und nicht durch Aufgaben blockiert werden, die besser zentralisiert, digitalisiert oder organisatorisch anders gelöst werden können.
- Effizienz durch Digitalisierung: Digitalisierung darf kein Schlagwort sein. Sie muss konkret Arbeitszeit sparen, Prozesse vereinfachen und Doppelarbeit vermeiden. Das entlastet die Mitarbeitenden und senkt langfristig Kosten.
- Interkommunale Zusammenarbeit ausbauen: Nicht jede Aufgabe muss allein erledigt werden. Kooperationen mit Nachbargemeinden können Kosten senken, ohne Qualität zu verlieren.
Eine leistungsfähige Gemeinde braucht eine leistungsfähige Verwaltung. Das bedeutet nicht mehr Druck, sondern bessere Rahmenbedingungen. Wenn Spezialisten Routineaufgaben erledigen müssen, läuft etwas falsch. Ich will eine Verwaltungsstruktur, die Kompetenz schützt, Verantwortung klar verteilt und Mitarbeitende ernsthaft einbindet. Effizienz entsteht nicht durch Sparappelle, sondern durch kluge Organisation.
Gerade in finanziell schwierigen Zeiten entscheidet sich, was eine Gemeinde zusammenhält. Soziales Miteinander ist kein „Nice-to-have“, sondern Voraussetzung für eine funktionierende Demokratie vor Ort. Ob Jugend, Familien, Seniorinnen und Senioren oder Menschen mit geringem Einkommen – kommunale Politik muss Zusammenhalt ermöglichen, nicht Spaltung vertiefen.
Grüne Kommunalpolitik heißt für mich: ökologisch verantwortungsvoll, sozial gerecht und wirtschaftlich vernünftig. Auch dann, wenn die Kassen leer sind.
Ich kandidiere, weil ich davon überzeugt bin, dass Oberschleißheim eine ehrliche, transparente und zukunftsorientierte Führung verdient. Eine Führung, die Probleme nicht beschönigt, sondern gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern Lösungen entwickelt. Die zuhört. Die erklärt. Die Verantwortung übernimmt.
Die kommenden Jahre werden nicht leicht. Aber sie bieten die Chance, die Weichen neu zu stellen. Mit klaren Prioritäten. Mit Respekt vor dem Geleisteten. Und mit dem Mut, Dinge zu verändern.
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