So sieht ein Zwischenfrüchtefeld aus. Foto LRA

Rege­ne­ra­tive land­wirt­schaft­liche Maßnahmen: Ein Schlüssel für Klima­schutz und Klima­fol­gen­an­pas­sung

20.02.2025 | Landkreis, Nordallianz | 0 Kommentare

Aktion Zukunft+ sucht Land­wir­tinnen und Land­wirte für ein neues Crowd­fun­ding-Projekt

Die Land­kreise München und Ebers­berg bringen gemeinsam mit der Ener­gie­agentur Ebers­berg-München ein weiteres Projekt an den Start, das dem Klima zugu­te­kommt.
Ziel ist es, Land­wir­tinnen und Land­wirte in der Region bei der Umstel­lung auf rege­ne­ra­tive Land­wirt­schaft zu unter­stützen und so einen Beitrag zur CO₂-Reduk­tion sowie zur Anpas­sung an den Klima­wandel zu leisten. Für das Vorhaben werden enga­gierte Land­wir­tinnen und Land­wirte gesucht, ebenso wie Unter­nehmen und Privat­per­sonen, die mit einer Spende aktiv zum Klima­schutz
beitragen möchten.

Warum rege­ne­ra­tive land­wirt­schaft­liche Maßnahmen?

Die Land­wirt­schaft spielt eine Schlüs­sel­rolle für Ernäh­rung, Biodi­ver­sität und Klima­schutz. Eine zentrale Voraus­set­zung für die Herstel­lung quali­tativ hoch­wer­tiger Lebens­mittel in ausrei­chenden Mengen sind gesunde Böden. Aufgrund des fort­schrei­tenden Klima­wan­dels ist die Boden-gesund­heit welt­weit über die vergan­genen Jahr­zehnte hinweg jedoch dras­tisch gesunken – um ganze 50 Prozent. Rege­ne­ra­tive Maßnahmen können hier Abhilfe schaffen. Denn sie zahlen nicht nur auf das Ziel ein, die Boden­ge­sund­heit wieder­her­zu­stellen, sondern redu­zieren zugleich CO2 in der Atmo­sphäre.

Konkret fördern rege­ne­ra­tive Prak­tiken dabei die Humus­an­rei­che­rung im Boden. Infol­ge­dessen wird Kohlen­stoff im Boden gespei­chert, die Boden­struktur verbes­sert sowie die Arten­viel­falt auf den Äckern erhöht. Auf diese Weise wird der Boden rege­ne­riert und seine Frucht­bar­keit und Klima­re­sis­tenz verbes­sert.

Das Projekt: Regio­naler Klima­schutz durch rege­ne­ra­tive Maßnahmen

Das Projekt begleitet land­wirt­schaft­liche Betriebe in den Land­kreisen München und Ebers­berg bei der Umset­zung rege­ne­ra­tiver Prak­tiken. Dazu gehören Maßnahmen wie eine präzise Dünger-ausbrin­gung, konser­vie­rende Boden­be­ar­bei­tung, Zwischen­früchte, die Förde­rung von Biodi­ver­si­täts­ha­bi­taten sowie Misch­kul­turen, die die Boden­frucht­bar­keit, die Arten­viel­falt, das Klima und die Wasser­res­sourcen schützen und verbes­sern – und gleich­zeitig positiv zur Ökonomie der Land­wirte beitragen.
Durch eine digi­tale Platt­form erhalten die teil­neh­menden Betriebe Zugang zu einem modu­laren Maßnah­men­ka­talog, Weiter­bil­dungs­an­ge­boten und einem Netz­werk zum Austausch bewährter Verfahren. Ziel des Projekts ist es, inner­halb von zwei Jahren 1.000 Hektar Fläche rege­ne­rativ zu bewirt­schaften und damit jähr­lich rund 1.000 Tonnen CO₂ im Boden zu spei­chern.

Unter­stüt­zung für Land­wir­tinnen und Land­wirte

Die teil­neh­menden Betriebe profi­tieren nicht nur durch verbes­serte Böden, sondern auch finan­ziell: Für jede redu­zierte oder gespei­cherte Tonne CO₂ erhalten sie 35 Euro Förde­rung. Der Projekt­um­setzer Klim berechnet die erzielte CO₂-Minde­rung anhand modell­ba­sierter Boden- und Klima­daten. Dazu hat das Unter­nehmen ein flexi­bles, modu­lares und holis­ti­sches Bewer­tungs-system entwi­ckelt, das die Auswir­kungen der ergrif­fenen rege­ne­ra­tiven Maßnahmen konkret misst. Anhand dieser Berech­nungen können Land­wir­tinnen und Land­wirte dann entspre­chend für die erzielten Erfolge vergütet werden. Klim unter­stützt bereits über 4.000 Land­wir­tinnen und Land­wirte außer­halb der Land­kreise München und Ebers­berg.

Über die Aktion Zukunft+

Die Aktion Zukunft+ ist eine Initia­tive der Land­kreise München und Ebers­berg in Zusam­men­ar­beit mit der Ener­gie­agentur Ebers­berg-München. Mit dem Erwerb von Zukunft+ Zerti­fi­katen unter­stützen Bürge­rinnen und Bürger, Unter­nehmen, Orga­ni­sa­tionen und Kommunen Klima- schutz­pro­jekte in der Region und welt­weit.
Spen­de­rinnen und Spender entscheiden dabei selbst, welches Projekt unter­stützt und so via Crowd­fun­ding in die Umset­zung gebracht wird. Ein Zukunft+ Zerti­fikat kann für 20 Euro über www.aktion-zukunft-plus.de erworben werden und ist mit dem Wert einer Tonne CO2 hinter­legt. Die eigenen Treib­haus­gas­emis­sionen können so nach indi­vi­du­ellem Wunsch ganz oder in Teilen ausge­gli­chen werden. Die Spen­den­bei­träge finan­zieren zu glei­chen Teilen ausge­wählte Klima­schutz­pro­jekte in den Land­kreisen München und Ebers­berg sowie im globalen Süden.

Fran­ziska Herr, Land­ratsamt München

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