Sehr geehrter Herr dritter Bürgermeister Dr. Katz, lieber Casimir.
Sie schreiben in Ihrem Kommentar „… ohne Speicher ist der PV-Ausbau eher kontraproduktiv.“ Endlich mal ein Politiker, der sich dessen bewusst ist. Aber das hätte ich mit deiner technischer Herkunft auch nicht anders erwartet.
Warum soll dann in noch mehr PV-Strom investiert werden, der a) die Netze verstopft und b) zu negativen Strompreisen führt und nicht erstmal netzdienliche Speicher gebaut werden?
Wenn „man“ jetzt noch zu der Einsicht kommen würde, dass Windräder in Süddeutschland, also bei uns, unwirtschaftlich sind, wären wir einen entscheidenden Schritt weiter…
Herzliche Grüße
Bernd Steinert
Sehr geehrter Hr. Steinert,
da ich die Konversation in der Schleißheimer Zeitung zum THG-Bericht des LK München initiiert habe, erlauben Sie mir, Ihren pauschalen Aussagen (PV verstopft nur die Netze, Windräder sind unwirtschaftlich in Süddeutschland) ein paar regionale Daten entgegenzusetzen. Ich möchte damit die Diskussion versachlichen.
Windkraft:
Die BEG Freisinger Land betreibt ein Windrad in Kammerberg, also ganz in unserer Nähe. Anbei ein Auszug aus deren Jahresbericht sagt: „Das Bürger-Windrad in Kammerberg erzielte rund 7,3 Mio. kWh und damit 1,1 Mio. kWh oder 18 % mehr als ursprünglich prognostiziert. Beim „Tag der Offenen Tür“ im Rahmen der bayerischen Energietage im September kamen rund 150 Interessierte. Das Bürger-Windrad zeigt, dass die Windkraft auch in Bayern und im Landkreis Freising eine wichtige Säule der Energiewende sein kann. Sie erzeugt sehr viel Energie auf minimalem Platz und ergänzt sich im Jahresverlauf ideal mit der Energie aus der Sonne. So werden 50% des Windstromes in Kammerberg in den 4 Wintermonaten Dezember bis März erzeugt. Die aktuelle Stromerzeugung des Bürger-Windrades ist jederzeit online unter https://beg-fs.de/burger-windrad-stromproduktion zu sehen.“ Die Jahre vorher brachten ähnliche Ergebnisse – immer über den Erwartungen.
Zu der oft gehörten These „Bayern ist kein Windland“ noch ein paar Zahlen: 2024 gingen lediglich 9 Windkraftanlagen in Bayern ans Netz. 2014 waren es noch 161 (Quelle Bundesnetzagentur). Der Rückgang liegt nicht am Wind…
PV:
In Oberschleißheim wurden im vergangenen Jahr durchschnittlich 14% des Stromverbrauchs durch Eigenversorgung gedeckt, wobei 39% davon durch PV erzeugt wurden, also weniger als 6%. Der Spitzenwert im ganzen Jahr lag bei 36% Eigenversorgung (Quelle: https://energiemonitor.bayernwerk.de/oberschleissheim). Die Werte für Unterschleißheim sind vergleichbar, nämlich bei durchschnittlich 6% Eigenversorgung (max. 16%), die fast ausschließlich durch PV erzeugt werden. Die regionale Energiewende hat also noch viel Luft nach oben, bevor ein Netz verstopft würde!
Gruß
Helmut Beck