Umstellung auf G9 erfordert weitere Klassenzimmer
Bei strahlendem Sonnenschein wurde am vergangenen Freitag auf dem Schulgeländes des Carl-Orff-Gymnasiums der Spatenstich für den Erweiterungsbau am gemeinsamen Gymnasium Ober-und Unterschleißheim gesetzt.
Die im Schuljahr 2018/19 wirksam gewordene Rückkehr zum 9‑jährigen Gymnasium (G9) hatte einen weiteren Anbau an die Schule notwendig gemacht. In 12 neuen Klassenzimmern auf zwei Geschossen mit Inklusions-und Projekträumen, sowie pädagogischen Begegnungsflächen sollen die ca. 242 zusätzlichen Schülerinnen und Schüler untergebracht werden. Eine ergänzende Einfachturnhalle, drei neue Allwetterplätze und eine Boulderwand im Außenbereich sollen die Möglichkeit für viel Bewegung und Sport sicherstellen. Die Bausumme sei derzeit mit ca. 28,8 Millionen Euro berechnet, wie 1. Bürgermeister Christoph Böck in seiner Ansprache sagte. Zum Vergleich dazu führte er die Bausumme für den Erweiterungsbau aus dem Jahr 2015 an: Das dreigeschossige Zusatzgebäude mit 17 Klassenzimmern, Fachräumen und Aufenthaltsbereichen kostete damals mit 14,8 Millionen gerade mal halb so viel.
Konnexitätsausgleich oder “Wer anschafft, zahlt!”
Von der Bayerischen Staatsregierung gäbe es lediglich das vage Versprechen die Kosten für die Erweiterung über den sogenannten Konnexitätsausgleich (= wer anschafft, zahlt!) zu tragen, eine konkrete Aussage über Kriterien und Höhe der Förderung stünde aber noch aus. “Jetzt hoffe ich, dass der Freistaat zu seinem Versprechen steht”, schloss Christoph Böck, auch mit Blick auf seinen Oberschleißheimer Amtskollegen, Markus Böck. Denn sollte der Freistaat nicht im großen Umfang zu seinem Wort stehen, stünden der Landkreis und beiden Kommunen in der Pflicht.
“Schneller geht’s nicht!”
Stellvertretende Landrätin Annette Ganssmüller Maluche lobte die zügige Planung und Ausführung im Zusammenwirken aller Beteiligten, der zuständige Architekt von H2M-Architekten, Daniel Halswick, zeigte sich stolz über die nachhaltige Planung des Baus mit Recyclingbeton, Holzfassade und umweltschonenden Innenausbaumaterialien. “Wir streben die DGNB Zertifizierung für die Gebäude an”, sagte er. Die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, als unabhängiger Non-Profit-Verein, der im Jahr 2007 gegründet wurde und sich zu Europas größtem Netzwerk für nachhaltiges Bauen entwickelt hat, vergibt bei Erfüllung der Kriterien laut dem DGNB Zertifizierungssystem die Auszeichnung. Motivations-Slogan des Vereins: “Nachhaltig ist das Normal von morgen!”
Die Gesamtfertigstellung erwartet Halswick für das 2. Quartal 2027.
Schulleiterin Greta Schicker freut sich, dass die neuen Räumlichkeiten auch den neuen Bedürfnissen in Pädagogik und Didaktik angepasst sind. Dabei stellen sie und das Lehrerkollegium die Bildung auf zwei Beine: Analog, althergebrachte Methodik und neue digitale. Im Lehrerberuf müsse man wandlungsfähig sein und Vielfältigkeit leben. Diese Vielfalt zeige sich schon allein in dem Konglomerat an Gebäuden, das im Zuge der stetigen Schülerzahlerhöhungen und dem G8 <-> G9 Hin-und Her entstanden sei. Das Einzigartige am Jahrgang 2025 sei, dass es kein Abitur gebe, denn erst 2026 legt der erste G9-Jahrgang sein Abitur ab, zeitgleich mit dem letzten G8-Jahrgang. Das habe zur Folge, dass im September 2025 die neuen Fünftklässler ins Haus kämen, aber diesen Sommer keine Platzkontingente freiwerden.
“Wir sind uns unserer Bildungsverantwortung bewusst und werden dann eben zusammen-rücken”, sagte die stresserprobte Schulleiterin, die schon einige Um-und Erweiterungsbauten am COG mitgemacht hat.
Ingrid Lindbüchl

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