Mehr als 5.200 Kinder und Jugendliche beteiligen sich an der U18-Wahl im Landkreis München
Am 8. März wählen die Bürger*innen im Landkreis München bei der Kommunalwahl 2026. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben bereits vombis 27. Februar im Rahmen der U18-Wahl abgestimmt. Bei der Wahl haben mehr als 5.200 Kinder und Jugendliche ihren Landrat bzw. ihre Landrätin sowie jeweiligen Bürgermeister*innen gewählt. Insgesamt standen 36 Wahllokale zur Verfügung. Ergänzend bot der Demokratiebus vielfältige Aktionen der politischen Bildung an.
Bei der Wahl des Landrats bzw. der Landrätin wurden 5.195 gültige Stimmen abgegeben. Der amtierende Landrat Christoph Göbel (CSU) liegt mit 28,5 Prozent vorne und wäre damit aus Sicht der jungen Wähler*innen erneut Landrat. Es folgen Wolfgang Panzer (SPD) mit 22,9 Prozent sowie Marion Seitz (Bündnis 90/Die Grünen) mit 18,7 Prozent. Katharina Diem (FDP) erreicht 12 Prozent. Die weiteren Kandidaten Gerold Otten (AfD) und Nikolaus Kraus (Freie Wähler) bleiben jeweils unter 10 Prozent.

Die Zustimmung für die verschiedenen Parteien variiert in den verschiedenen Städten und Gemeinden im Landkreis München zum Teil stark. „Die Ergebnisse der U18-Wahl im Landkreis München zeigen, dass sich viele junge Wähler*innen an den etablierten politischen Kräften orientiert haben. Kommunalwahlen sind oft Persönlichkeitswahlen, hier ist häufig die Bekanntheit, Glaubwürdigkeit und das konkrete Engagement, welches von den jungen Menschen vor Ort erlebt wird, entscheidend“, erläutert Lena Schuster, Kommunale Jugendpflegerin und ergänzt: „Gerade jungen Menschen sind oft Themen wichtig, die sie in ihrem Alltag beschäftigen. Ein gutes Abschneiden bestimmter Personen kann daher auch Ausdruck einer starken Positionierung für Jugendthemen sein.“ Im Vergleich zu den Wahlergebnissen aus der Landeshauptstadt München zeigt sich, dass junge Menschen im Landkreis konservativer wählen.
In den Wahllokalen konnten sich Kinder und Jugendliche mithilfe von Steckbriefen und kurzen Videos über die Kandidatinnen informieren. Auch die Parteiprogramme wurden gemeinsam mit den Pädagoginnen in den Blick genommen. Eine Schülerin der 8. Klasse am Kurt-Huber-Gymnasium in Gräfelfing ergänzt: „Zur Vorbereitung habe ich im Internet recherchiert und mit meinen Eltern geredet und dann selbst überlegt, wer am ehesten meine Interessen vertritt.“



„Für den Kreisjugendring München-Land (KJR) ist die U18-Wahl ein unglaublich wichtiges Instrument der politischen Bildung, dass die Vermittlung demokratischer Werte und Prozesse in den Mittelpunkt rückt. Wir freuen uns, dass die Beteiligung so hoch ist. Schließlich stellt so eine Wahl auch eine Grundlage für die weitere politische Arbeit des KJR dar“, betont Daniel Gögelein, Vorsitzender des KJR. Die U18-Wahl bietet jungen Menschen die Möglichkeit, politische Teilhabe praktisch zu erleben und sich frühzeitig mit Wahlen und Entscheidungsprozessen auseinanderzusetzen. Dass Jugendliche stärker in politische Prozesse einbezogen werden wollen, wird auch in der Aussage eines jungen Wählers aus Gräfelfing deutlich: „Ich finde es gut, dass die Erwachsenen auf die Jugendwahl schauen, denn wir sind die, die dann mit den Entscheidungen der Erwachsenen leben.“
Auch der 12-jährige Silvian, der im Jugendzentrum ZAP in Ismaning gewählt hat, betont die Bedeutung der Beteiligung. Auf die Frage, wie er die U18-Wahl finde, antwortet er klar: „Gut, weil die Stimme der Jugend wichtig ist. Kinder ab zwölf sollten auch kommunal wählen dürfen.“ Während in anderen Bundesländern das Wahlalter bei Kommunalwahlen bereits auf 16 Jahre gesenkt wurde, bleibt es in Bayern weiterhin bei 18 Jahren.
Die jungen Wählerinnen sind dankbar, dass es die U18-Wahl gibt: „Es war ein richtig großes Erlebnis heute. Ich finde es wichtig für später, dass man dann nicht irgendwo ein Kreuz macht, sondern dass man sich da auch richtig darauf vorbereiten sollte“, formuliert eine Achtklässlerin aus Gräfelfing. Eine Mitschülerin ergänzt: „Durch die Wahl hat die ganze Politik mehr Bedeutung für mich, und auch die Wahl an sich.“ In Bayern haben insgesamt 30.000 junge Menschen ihre Stimme abgegeben. Allein die Beteiligung in der Stadt und im Landkreis München lag bei über 10.000 Teilnehmerinnen. Ein klares Zeichen, dass junge Menschen gehört werden wollen.
Alle Ergebnisse der U18-Wahl im Landkreis München und in ganz Bayern sind auf der Website des Bayerischen Jugendrings zu finden: https://www.bjr.de/u18-ergebnisse-2026/ergebnisse-im-ueberblick
Über den Kreisjugendring München-Land:
Der Kreisjugendring München-Land (KJR) ist eine Gliederung des Bayerischen Jugendrings, KdöR, und freier Träger der Jugendhilfe. Als eine der größten Jugendorganisationen in Bayern vertritt er die Interessen von Kindern und Jugendlichen. Im KJR sind 34 Jugendverbände und Jugendinitiativen aus dem Landkreis München organisiert. Durch vielfältige Bildungs- und Freizeitangebote fördert der KJR die Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen und das soziale
Miteinander. Dafür beschäftigt er über 550 hauptberuflich Mitarbeitende in über 130 Einrichtungen sowie viele ehrenamtlich Aktive. In der überregionalen Bildungsarbeit organisiert der KJR das Bildungszentrum Burg Schwaneck, das Ferien- und Bildungszentrum Siegsdorf sowie das Heiner Janik Haus, Jugendbegegnungsstätte am Tower in Oberschleißheim. In der Regionalen
Jugendarbeit hat der KJR München-Land Trägerschaften und Kooperationen in den Bereichen Offene und Mobile Kinder- und Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit an Schulen, Gebundene und Offene Ganztagsschule, Nachmittagsbetreuung und in Einrichtungen der Jungen Integration.
Carina Lange, Referentin Jugendkultur & Medien
Referentin Öffentlichkeitsarbeit




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