Die beiden noch bestehenden Junkershallen aus dem Jahr 1934. Im Südosten soll nun eine dritte Halle dazukommen und das historische Ensemble komplettieren. Foto Privat

Ober­schleiß­heim erhält 374.850 Euro für Denk­mal­schutz

07.03.2026 | Aktuelles, Schlösser & Museen | 0 Kommentare

Gute Nach­richten für Ober­schleiß­heim aus dem Bundestag

Beinahe zeit­gleich erreichten unsere Zeitung zwei Nach­richten von den beiden Bunde­tags­ab­ge­ord­neten Carmen Wegge (SPD) und Anton Hofreiter (Grüne) mit demselben Inhalt: Beide freuen sich, bekannt­zu­geben, dass der Haus­halts­aus­schuss des Deut­schen Bundes­tages am Mitt­woch, den 4.03.2026, die Projekt­aus­wahl für das „Denk­mal­schutz­son­der­pro­gramm XIV“ frei­ge­geben hat. Ausge­wählt wurden unter mehreren Projekten auch die Junkers-Hallen am histo­ri­chen Flug­hafen Ober­schleiß­heim. Für die Sanie­rung der denk­mal­ge­schützten Stahl­blechla­mellen-Konstruk­tion, die der Luft­fahrt­pio­nier Hugo Junkers 1934 errichtet hat, stellt der nun Bund 374.850 Euro bereit.

Carmen Wegge, SPD-Betreu­ungs­ab­ge­ord­nete für den Wahl­kreis  München-Land: „Der Erhalt von denk­mal­ge­schützten Orten trägt zum Erhalt unserer kultu­rellen Iden­tität und Geschichte bei. Daher ist es auch zentrales Bundes­in­ter­esse, diese Orte zu erhalten. Es freut mich, dass die Hallen des alten Flug­platzes in Ober­schleiß­heim nun mit der Förde­rung aus dem Denk­mal­schutz-Sonder­pro­gramm XIV auch instand gehalten werden können.“ 

Harald Müller, Vorsit­zender der SPD Ober­schleiß­heim:
“Hier in Ober­schleiß­heim haben wir den ältesten noch in Betrieb befind­li­chen Flug­platz Deutsch­lands. Da freut es mich natür­lich ausge­spro­chen, dass die denk­mal­ge­schützten histo­ri­schen Hallen des Flug­platzes nun mit den zuge­spro­chenen Bundes­mit­teln erhalten werden können.“

Auch die haus­halts­po­li­ti­sche Spre­cherin der Grünen im Landtag, Claudia Köhler und der Ober­schleiß­heimer Land­tags­ab­ge­ord­nete Dr. Markus Büchler äußerten sich dazu:

„Wir freuen uns, dass der Bund für die denk­mal­ge­schützten Junkers-Hallen aus dem Jahr 1934 nun 375.000€ zur Sanie­rung bereit­stellt”, so Claudia Köhler. „Die Hallen aus Stahl­blechla­mellen werden als Kultur­denkmal von natio­naler Bedeu­tung geför­dert, dies unter­streicht einmal mehr unseren reichen histo­ri­schen Schatz im Land­kreis München.“

„Der Flug­platz ist ein wert­volles histo­ri­sches Erbe Schleiß­heims und ein wunder­volles Naherho­lungs­ge­biet. Allen voran der Flie­ger­bier­garten, von wo aus man die Maschinen beob­achten und mit Piloten ratschen kann. Es ist sehr erfreu­lich, dass die Hallen des Luft­fahrt­pio­niers Hugo Junkers nun saniert werden und unsere Orts­ge­schichte erhalten wird“, so der Ober­schleiß­heimer Dr. Markus Büchler.

Zur Historie des Sanie­rungs­vor­ha­bens:

In der Febru­ar­sit­zung 2022 des Bauaus­schusses stellte die Junkers­hallen GmbH & Co.Oberschleißheim KG bei der Gemeinde Ober­schleiß­heim den Antrag zur Sanie­rung der beiden noch bestehenden Flug­zeug­hallen aus dem Jahr 1934. Bereits im Juni 2021 hatte die Junkers­hallen GmbH den Neubau der zum histo­ri­schen Ensemble dazu­ge­hö­rigen fehlenden dritten Junkers­halle im Südösten erfogreich bean­tragt. Diese soll analog zu den bestehenden beiden Flug­hallen rekon­stru­iert werden. Mittels dieses Wieder­auf­baus wird das histo­ri­sche Ensemble vervoll­stän­digt. Der Bauherr stellte beglei­tend zu seinem Bauan­trag einen Antrag auf Erlaubnis nach dem Denk­mal­schutz­ge­setz als Instand­set­zung eines Baudenk­males.

Dieser Antrag wurde nun mit oben genannter Förde­rung von der Denk­mal­schutz­be­hörde bewil­ligt.

Mit der Geneh­mi­gung der Sanie­rung der Flug­hallen und der Gehneh­mi­gung des Neubaus der dritten Flug­halle durch die Gemeinde Ober­schleiß­heim, ging auch die Absichts­er­klä­rung des Bauherren einher, die dritte Halle nach Fertig­stel­lung an die Firma Volo­c­opter zu vermieten. Ein Vorhaben, das im Bauaus­schuss nicht ganz unum­stritten blieb, den man befürtch­tete weitere massive Lärm­be­läs­ti­gung durch die Versuchs­flüge der dann dort statio­nierten Trans­port­drohnen und ähnli­cher Versuchs­flug­ob­jekte des Unter­neh­mens Volo­c­opter.

Außerdem wurde im Zuge der Sanie­rung vom Bauaus­schuss der Neubau des Holz-Gast­hauses vom Bier­garten am Flug­hafen geneh­migt. Der Antrag­steller darf das neue Haus mit glei­cher Kubatur bauen. Auf der gesamten Länge der Vorder­seite ist eine Holz­bo­den­ter­rasse als Außen­gas­tro­no­mie­be­reich geplant.

Ingrid Lind­büchl

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