Wenn die Schäffler einmarschieren steht die Zeit und auch der Verkehr still. Fotos alle privat

Christl Wolf­schläger wird von den Schäff­lern zu ihrem 87.ten Geburtstag geehrt

13.01.2026 | Aktuelles, Kultur & Freizeit | 1 Kommentar

Schäffler tanzen auf der Mitten­heimer Straße in Ober­schleiß­heim

Ein großes Aufgebot an Geburts­tags­gästen und eine beson­dere Über­ra­schung bescherten Arno und Eric Wolf­schläger ihrer Mutter, Christl Wolf­schläger, zum 87.ten Geburtstag am vergan­genen Sonntag.

Arno Wolf­schläger, selbst Mitglied im Schäff­ler­verein, enga­gierte die fesche Truppe tradi­tio­neller Schäff­ler­tänzer nach Ober­schleiß­heim in die Mitten­heimer Straße und lud per Zeitungs­an­nonce auch noch gleich die Bevöl­ke­rung mit ein.

Das eigene Blas­or­chester der Schäffler spielte zum Tanz auf und brachte der geehrten Seniorin ein würdiges Geburts­tags­ständ­chen dar, bei dem alle Zuschauer freudig mitsangen.
Die Ehren­se­na­torin der Narr­halla Ober­schleiß­heim, Christl Wolf­schläger, als Geehrte an ihrem 87. ten Geburtstag in der Mitten­heimer Straße

Mit vollem Erfolg, denn bereits um 15.00 Uhr säumten hunderte Zuschauer und Geburts­tags­gäste die Mitten­heimer Straße. Für den Einmarsch und den Tanz der Schäffler wurde sogar für eine halbe Stunde die hoch­fre­quen­tierte Orts­durch­fahrt von der Feuer­wehr gesperrt. Einzig die Lini­en­busse musste man alle 20 Minuten durch­fahren lassen.

Die Schäff­ler­bur­schen trugen das hoch­pro­fes­sio­nell und mit Humor und ließen sich nicht aus dem Takt bringen. Als würde der 292-ziger zur Choreo­grafie gehören, flochten die Schäffler die passie­renden Lini­en­busse in ihren Tanz ein.

Auch das Münchner Kindl war mit den Schäff­lern unter­wegs und brachte in Vers­form die Geschichte des Schäff­ler­tanzes unter die Menschen: Der histo­ri­sche Münchner Schäff­ler­tanz ginge wohl auf das Jahr 1517 zurück, als die Stadt von der Pest geplagt war und rund ein Drittel der Bevöl­ke­rung dahin­ge­rafft hatte. Selbst als die Seuche besiegt schien, trauten sich die Menschen lange nicht aus ihren Häusern und litten Hunger. Der Handel war ins Stocken geraten, denn die Bauern von außer­halb blieben mit ihren Viktua­lien der Stadt fern. Der Legende nach, fassten sich die Männer der Fass­küfer-Zunft, also die Schäffler, ein Herz und zogen singend und tanzend durch die Gassen, um die Münchner wieder vor die Tür zu locken und aufzu­hei­tern.
Das Münchner Kindl trägt in Vers­form die Geschichte des Schäff­ler­tanzes vor

Der Schäff­ler­tanz ist eines der ältesten leben­digen Symbole Münchner Tradi­tion. Histo­risch nach­ge­wiesen ist der Schäff­ler­tanz erst seit 1702. Seit 1760 wird er alle sieben Jahre zur Faschings­zeit aufge­führt, wobei die Zahl Sieben als Glücks­zahl oder als Hinweis auf frühere Pest­zy­klen gilt. Wohl in Anleh­nung an die “schwarze” Seuche, oder einfach weil Fasching ist, zog der Kasperl durch die Zuschau­er­reihen und schwärzte ihnen frech die Nasen.

Der Kasperl schwärzt den Zuschauern die Nasen
… und diese grinsen …

Ingrid Lind­büchl

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1 Kommentar

  1. Es war sicher­lich eine schöne Veran­stal­tung. Wenn man jedoch selbst auf dem Weg zu einem Arzt­ein­satz behin­dert oder umge­leitet wird, stellt sich die Frage nach der Recht­mä­ßig­keit und Verant­wort­lich­keit.

    Im Artikel heißt es: „Für den Einmarsch und den Tanz der Schäffler wurde sogar für eine halbe Stunde die hoch­fre­quen­tierte Orts­durch­fahrt von der Feuer­wehr gesperrt.“ Einzig die Lini­en­busse musste man alle 20 Minuten durch­fahren lassen.

    Damit geht es nicht nur um eine Absper­rung, sondern auch um aktive Verkehrs­len­kung. Und das wirft eine einfache, aber wich­tige Frage nach der Verant­wor­tungs­kette auf:

    - Stra­ßen­sper­rungen sind verkehrs­recht­liche Maßnahmen.
    — Zuständig dafür ist die Stra­ßen­ver­kehrs­be­hörde bzw. die Polizei.
    — Die Feuer­wehr darf solche Sper­rungen nur auf behörd­liche Anord­nung ausführen, nicht aus eigener Befugnis (Außer im Notfall).

    Der übliche und recht­lich saubere Ablauf wäre daher:

    - Die Gemeinde geneh­migt die Veran­stal­tung.
    — Die Polizei ordnet die Sper­rung an.
    — Die Feuer­wehr führt diese Anord­nung aus.

    Weiterhin stellt sich die Frage, ob das ohnehin knappe Feuer­wehr­budget in Zeiten ange­spannter Haus­halts­lage durch Einsätze für private Veran­stal­tungen wie „Christl Wolf­schläger wird von den Schäff­lern zu ihrem 87. Geburtstag geehrt“ belastet werden sollte. Auch das wäre im Sinne der Trans­pa­renz klärungs­be­dürftig.

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