Zum 300. Todestag des Blauen Kurfürsten zwei neue Themenräume im Münchner Residenzmuseum
Pünktlich zur Residenzwoche München, die in diesem Jahr unter dem Motto „Pomp und Pose“ ganz im Zeichen des „Blauen Kurfürsten“ steht, richtet die Bayerische Schlösserverwaltung im Münchner Residenzmuseum zwei neue Themenräume zu Ehren ihres diesjährigen „Jubilars“ Max Emanuel ein. Der Todestag des bayerischen Kurfürsten Maximilian II. Emanuel (1662–1726) jährte sich im Februar 2026 zum 300. Mal.
Ab 15. Oktober 2026 – und damit unmittelbar vor Beginn der Residenzwoche – erinnern die beiden neuen Räume dauerhaft an den berühmten „Blauen Kurfürsten“, seine wechselvolle Biographie und seine lebenslange Begeisterung für die Künste und den höfischen Luxus.

Im Raum 104 können bislang über die Residenz verteilte Prunkmöbel mit exotischem Schildpatt- und Ebenholzfurnier aus dem letzten Viertel des 17. Jahrhunderts bewundern werden. © Bayerische Schlösserverwaltung. Foto: Maria Scherf / Veronika Freudling
Kunstmäzen, Militärgenie oder politischer Bankrotteur?
Das historische Urteil über den lang ersehnten ältesten Sohn und Nachfolger des Kurfürsten Ferdinand Maria und Henriette Adelaides von Savoyen schwankt – und macht deutlich: Max Emanuel war und ist eine faszinierende, vielseitige Persönlichkeit. Früh feierte er Siege in den Türkenkriegen und wurde kaiserlicher Schwiegersohn sowie Gouverneur der Südlichen Niederlande. Sogar die Aussicht auf die Krone des spanischen Weltreichs winkte. Stattdessen jedoch zwang seine Niederlage im Spanischen Erbfolgekrieg (1701–1714) den ehrgeizigen Wittelsbacher ins französische Exil, wo er Kunst und Kultur am Hof des Sonnenkönigs Ludwig XIV. schätzen lernte. Nach seiner Rückkehr 1715 versuchte Max Emanuel, verlorenes Prestige vor allem durch groß angelegte Kunst- und Bauprojekte – darunter die Schlösser Dachau, Nymphenburg und Schleißheim – zurückzugewinnen.

Diese facettenreiche Persönlichkeit und ihre künstlerische Wirkung bilden zugleich einen zentralen Schwerpunkt der diesjährigen Residenzwoche. Die neuen Themenräume erweitern diesen Blick dauerhaft im Museumsrundgang.
Ines Holzmüller, Angelika Urbach, Pressestelle Bayerische Schlösserverwaltung




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