KJR-Mitarbeitende machen mit einer Pausenhofaktion in der Mittelschule Ismaning auf die Kampagnen aufmerksam: Daniel Wolf (Jugendzentrum ZAP), Julie Foldenauer (Offener Ganztag an der Mittelschule) und Peter Pfadt (Kinder- und Jugendsozialarbeit an der Mittelschule) (v. l. n. r.) (Foto: pixsa.fotografie)

Bereit für einen sicheren Wiesn­be­such

27.09.2026 | Landkreis, Kinder & Jugend, Schule & Universität | 0 Kommentare

Präven­ti­ons­ar­beit in Schulen und Jugend­zen­tren

Seit gut einer Woche lockt das Okto­ber­fest wieder tausende Besu­che­rinnen nach München. Auch Jugend­liche und junge Erwach­sene aus dem Land­kreis München freuen sich auf eine ausge­las­sene Zeit und Spaß auf der Wiesn. „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen*” sowie „Wiesn­Gen­tleman*“ setzen sich für einen sicheren Wiesn­be­such ein.

Ein wich­tiger Baustein der Infor­ma­tions- und Aufklä­rungs­kam­pa­gnen ist die Präven­ti­ons­ar­beit, die dank einer lang­jäh­rigen Koope­ra­tion mit der Kommu­nalen Jugend­pflege und der Gleich­stel­lungs­stelle des Land­kreises München, von Mitar­bei­tenden des Kreis­ju­gend­ring München-Land (KJR) über­nommen wird. Die Kinder- und Jugend­so­zi­al­ar­beit (KJSA) an weiter­füh­renden Schulen und die Offene Kinder- und Jugend­ar­beit machen mit Pausen­hof­ständen, Info­ma­te­ria­lien im Klas­sen­zimmer oder Theken­ge­sprä­chen im Jugend­zen­trum auf die Ange­bote von AMYNA e.V., IMMA e.V., der Bera­tungs­stelle Frau­en­notruf München und Cond­robs e.V. aufmerksam. Im Mittel­punkt stehen sicheres Feiern und ein respekt­volles Mitein­ander.

Die Koope­ra­tion zwischen dem Land­kreis München, dem KJR und der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen*” besteht bereits seit 2011, seit 2019 erwei­tert durch das Cond­robs-Präven­ti­ons­pro­jekt „Wiesn­Gen­tleman* und dem Wiesn-Courage-Preis”. Beide Kampa­gnen werden von der Landes­haupt­stadt und dem Land­kreis München bezu­schusst; die inhalt­liche Präven­ti­ons­ar­beit an weiter­füh­renden Schulen ab der 8. Klasse und in Jugend­zen­tren koor­di­niert die Kommu­nale Jugend­pflege. Hanna Kollan, die Gleich­stel­lungs­be­auf­tragte des Land­kreises sieht in der Unter­stüt­zung der Aktionen einen wich­tigen Beitrag zur Sicher­heit und Inte­grität von Frauen* und Mädchen* auf dem Okto­ber­fest: „Der ‚Safe Space‘ bietet dabei eine wich­tige Anlauf­stelle für den ‚Fall der Fälle‘.

Das Projekt ‚Wiesn­Gen­tleman*‘ leistet zudem eine unver­zicht­bare Arbeit für junge Männer und trägt dazu bei, dass Über­grif­fig­keit gar nicht erst entsteht.“ Wie die Themen konkret vermit­telt werden, entscheiden die Mitar­bei­tenden vor Ort selbst, ähnliche Aktionen finden an Schulen und in Jugend­zen­tren im gesamten Land­kreis statt. In Isma­ning etwa betei­ligen sich Mitar­bei­tende der Kinder- und Jugend­so­zi­al­ar­beit an der Mittel- und Real­schule sowie am Gymna­sium, unter­stützt durch Kolle­ginnen aus der Jugend­frei­zeit­stätte ZAP.

Sicheres Feiern und ein respekt­volles Mitein­ander stehen im Mittel­punkt: Schü­le­rinnen an der Mittel­schule Isma­ning infor­mieren sich (Foto: pixsa.fotografie)
 Mit einem Quiz werden in der Mittel­schule Isma­ning wich­tige Tipps für den Wiesn­be­such vermit­telt. (Foto: pixsa.fotografie)

Peter Pfadt, Sozi­al­raum­leiter und KJSA an der Mittel­schule Isma­ning, beschreibt die verschie­denen Formate „Wir bespre­chen vorab die zentralen Aussagen mit den Schü­le­rinnen der 8. bis 10. Klasse im Unter­richt. Dazu gibt es eine Pausen­hof­ak­tion mit einem Sichere-Wiesn-Quiz, bei der wir mit den Schü­le­rinnen ins Gespräch kommen und Give-aways verteilen.“

Auch am Gymna­sium beant­worten die Mitar­bei­tenden der KJSA alle Fragen zum bevor­ste­henden Wiesn­be­such und infor­mieren über die Anlauf­stellen und Hilfs­an­ge­bote. Dabei betont Sozi­al­päd­agogin Brenda-Carmina Wecker: „Für viele Jugend­liche ist die Wiesn ein erstes großes Fest, das sie zuneh­mend ohne ihre Eltern besu­chen. Deshalb finden wir es wichtig, ihnen konkrete Hand­lungs­mög­lich­keiten mitzu­geben, ein Thema, das uns das ganze Jahr über begleitet, nicht nur zum Okto­ber­fest.” Die Kampa­gnen bieten den pädago­gi­schen Fach­kräften einen Anlass, mit den Jugend­li­chen ins Gespräch zu kommen und als Ansprech­person wahr­ge­nommen zu werden, auch über den Wiesn-Besuch selbst hinaus: Im Nach­gang lassen sich Erleb­nisse und Erfah­rungen gemeinsam aufgreifen und bespre­chen. Mit Hilfe der Info­ma­te­ria­lien vermit­teln die Pädago­ginnen prak­ti­sche Tipps, etwa einen festen Treff­punkt unter Freun­dinnen zu verein­baren, Wert­sa­chen am Körper zu tragen und als Gruppe zusam­men­zu­bleiben.

Auch über die Wirkung von Alkohol und K.-o.-Tropfen klären die Kampa­gnen auf, nicht um Angst zu machen, sondern um den Schü­le­rinnen Sicher­heit zu geben. „Die zentrale Botschaft ist für uns: Spaß haben und feiern, aber dabei die eigenen Grenzen und die Grenzen anderer respek­tieren”, so Brenda-Carmina Wecker (KJSA). „Sichere Wiesn“ und „Wiesn­Gen­tleman*“ geben wich­tige Impulse, infor­mieren, klären auf und bieten auf dem Okto­ber­fest Hilfe an. Mit dem Ziel, so die Gleich­stel­lungs­be­auf­tragte Hanna Kollan, „dass alle unbe­schwert und respekt­voll feiern können.“
Die Schirm­herr­schaft der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen* und Frauen*“ und „Wiesn­Gen­tleman*“ im Land­kreis München hat Landrat Chris­toph Göbel über­nommen.

Carina Lange

LRA München

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