Präventionsarbeit in Schulen und Jugendzentren
Seit gut einer Woche lockt das Oktoberfest wieder tausende Besucherinnen nach München. Auch Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Landkreis München freuen sich auf eine ausgelassene Zeit und Spaß auf der Wiesn. „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen*” sowie „WiesnGentleman*“ setzen sich für einen sicheren Wiesnbesuch ein.
Ein wichtiger Baustein der Informations- und Aufklärungskampagnen ist die Präventionsarbeit, die dank einer langjährigen Kooperation mit der Kommunalen Jugendpflege und der Gleichstellungsstelle des Landkreises München, von Mitarbeitenden des Kreisjugendring München-Land (KJR) übernommen wird. Die Kinder- und Jugendsozialarbeit (KJSA) an weiterführenden Schulen und die Offene Kinder- und Jugendarbeit machen mit Pausenhofständen, Infomaterialien im Klassenzimmer oder Thekengesprächen im Jugendzentrum auf die Angebote von AMYNA e.V., IMMA e.V., der Beratungsstelle Frauennotruf München und Condrobs e.V. aufmerksam. Im Mittelpunkt stehen sicheres Feiern und ein respektvolles Miteinander.
Die Kooperation zwischen dem Landkreis München, dem KJR und der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen und Frauen*” besteht bereits seit 2011, seit 2019 erweitert durch das Condrobs-Präventionsprojekt „WiesnGentleman* und dem Wiesn-Courage-Preis”. Beide Kampagnen werden von der Landeshauptstadt und dem Landkreis München bezuschusst; die inhaltliche Präventionsarbeit an weiterführenden Schulen ab der 8. Klasse und in Jugendzentren koordiniert die Kommunale Jugendpflege. Hanna Kollan, die Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises sieht in der Unterstützung der Aktionen einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit und Integrität von Frauen* und Mädchen* auf dem Oktoberfest: „Der ‚Safe Space‘ bietet dabei eine wichtige Anlaufstelle für den ‚Fall der Fälle‘.
Das Projekt ‚WiesnGentleman*‘ leistet zudem eine unverzichtbare Arbeit für junge Männer und trägt dazu bei, dass Übergriffigkeit gar nicht erst entsteht.“ Wie die Themen konkret vermittelt werden, entscheiden die Mitarbeitenden vor Ort selbst, ähnliche Aktionen finden an Schulen und in Jugendzentren im gesamten Landkreis statt. In Ismaning etwa beteiligen sich Mitarbeitende der Kinder- und Jugendsozialarbeit an der Mittel- und Realschule sowie am Gymnasium, unterstützt durch Kolleginnen aus der Jugendfreizeitstätte ZAP.


Peter Pfadt, Sozialraumleiter und KJSA an der Mittelschule Ismaning, beschreibt die verschiedenen Formate „Wir besprechen vorab die zentralen Aussagen mit den Schülerinnen der 8. bis 10. Klasse im Unterricht. Dazu gibt es eine Pausenhofaktion mit einem Sichere-Wiesn-Quiz, bei der wir mit den Schülerinnen ins Gespräch kommen und Give-aways verteilen.“
Auch am Gymnasium beantworten die Mitarbeitenden der KJSA alle Fragen zum bevorstehenden Wiesnbesuch und informieren über die Anlaufstellen und Hilfsangebote. Dabei betont Sozialpädagogin Brenda-Carmina Wecker: „Für viele Jugendliche ist die Wiesn ein erstes großes Fest, das sie zunehmend ohne ihre Eltern besuchen. Deshalb finden wir es wichtig, ihnen konkrete Handlungsmöglichkeiten mitzugeben, ein Thema, das uns das ganze Jahr über begleitet, nicht nur zum Oktoberfest.” Die Kampagnen bieten den pädagogischen Fachkräften einen Anlass, mit den Jugendlichen ins Gespräch zu kommen und als Ansprechperson wahrgenommen zu werden, auch über den Wiesn-Besuch selbst hinaus: Im Nachgang lassen sich Erlebnisse und Erfahrungen gemeinsam aufgreifen und besprechen. Mit Hilfe der Infomaterialien vermitteln die Pädagoginnen praktische Tipps, etwa einen festen Treffpunkt unter Freundinnen zu vereinbaren, Wertsachen am Körper zu tragen und als Gruppe zusammenzubleiben.
Auch über die Wirkung von Alkohol und K.-o.-Tropfen klären die Kampagnen auf, nicht um Angst zu machen, sondern um den Schülerinnen Sicherheit zu geben. „Die zentrale Botschaft ist für uns: Spaß haben und feiern, aber dabei die eigenen Grenzen und die Grenzen anderer respektieren”, so Brenda-Carmina Wecker (KJSA). „Sichere Wiesn“ und „WiesnGentleman*“ geben wichtige Impulse, informieren, klären auf und bieten auf dem Oktoberfest Hilfe an. Mit dem Ziel, so die Gleichstellungsbeauftragte Hanna Kollan, „dass alle unbeschwert und respektvoll feiern können.“
Die Schirmherrschaft der Aktion „Sichere Wiesn für Mädchen* und Frauen*“ und „WiesnGentleman*“ im Landkreis München hat Landrat Christoph Göbel übernommen.
Carina Lange
LRA München




0 Kommentare