132.000 Erst­klässler haben keine Wahl: FDP Bayern kriti­siert strenge staat­liche Schul­zu­ord­nung

15.09.2026 | Parteien, Schule & Universität | 0 Kommentare

Schulen sollen ihr Budget, Personal und Profil eigen­ver­ant­wort­lich einsetzen können

Zum Schul­start fordert die FDP Bayern das Ende der Spren­gel­pflicht. Schulen sollen mit guten Ange­boten um Kinder werben, statt sie zuge­teilt zu bekommen.

Heute beginnt für rund 132.000 Kinder in Bayern die erste Klasse. Welche Schule sie besu­chen, hat in den meisten Fällen nicht die Familie entschieden, sondern der Schul­sprengel, in dem sie wohnen. Der Landes­vor­sit­zende der FDP Bayern, Matthias Fisch­bach, erklärt dazu:

„Für 132.000 Kinder ist heute ein großer Tag. Aber die wich­tigste Entschei­dung dieses Tages wurde über ihren Kopf hinweg getroffen. In Bayern legt der Wohnort fest, welche Grund­schule ein Kind besucht. Eine andere Schule gibt es nur mit Gast­schul­an­trag und der wird nur in Ausnah­me­fällen geneh­migt. Ob ein Kind dort ein Angebot fände, das besser zu ihm passt, ob seine Freunde aus dem Kinder­garten dorthin gehen, ob es nach dem Unter­richt in der Nähe der Eltern oder Groß­el­tern betreut wäre: All das zählt nicht. Genau das, was für ein Kind den Unter­schied macht, lässt der Staat nicht gelten.

Das ist Zentral­pla­nung, in der die Bedürf­nisse des einzelnen Kindes keine Rolle spielen. Dabei zeigt England, das bei der neuen PISA-Studie gerade positiv über­rascht hat, wie es anders geht. Eltern nennen dort drei Wunsch­schulen, 92 Prozent der Kinder bekommen ihre erste Wahl, fast alle eine der drei. Wer behauptet, freie Schul­wahl schade den Kindern, muss das ange­sichts dieser Ergeb­nisse erst einmal erklären. Recht­lich ginge das auch bei uns, Nord­rhein-West­falen hat feste Grund­schul­be­zirke schon 2008 abge­schafft.

Wir wollen, dass die Spren­gel­pflicht auch in Bayern fällt und durch ein Recht auf freie Wahl einer wohn­ort­nahen Schule ersetzt wird. Das funk­tio­niert, wenn in der Schul­fi­nan­zie­rung das Geld den Schü­lern folgt und Schulen ihr Budget, Personal und Profil eigen­ver­ant­wort­lich einsetzen können. So müssen Schulen künftig mit guten Ange­boten um Kinder werben, statt sie zuge­teilt zu bekommen. Kaputte Schul­toi­letten, ein Unter­richt wie vor dreißig Jahren oder eine Nach­mit­tags­be­treuung, die Kinder nur verwahrt: Das bessert sich schnell, wenn Eltern mit den Füßen abstimmen können. Wer die Schule um die Ecke will, behält darauf ein Vorrecht, kurze Wege für kurze Beine. Das lässt sich auch finan­ziell absi­chern, damit kleine Schulen auf dem Land erhalten bleiben. Und wer eine andere Schule will, bekommt endlich eine faire Chance.“

Pres­se­stelle FDP Bayern

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