Schulen sollen ihr Budget, Personal und Profil eigenverantwortlich einsetzen können
Zum Schulstart fordert die FDP Bayern das Ende der Sprengelpflicht. Schulen sollen mit guten Angeboten um Kinder werben, statt sie zugeteilt zu bekommen.
Heute beginnt für rund 132.000 Kinder in Bayern die erste Klasse. Welche Schule sie besuchen, hat in den meisten Fällen nicht die Familie entschieden, sondern der Schulsprengel, in dem sie wohnen. Der Landesvorsitzende der FDP Bayern, Matthias Fischbach, erklärt dazu:
„Für 132.000 Kinder ist heute ein großer Tag. Aber die wichtigste Entscheidung dieses Tages wurde über ihren Kopf hinweg getroffen. In Bayern legt der Wohnort fest, welche Grundschule ein Kind besucht. Eine andere Schule gibt es nur mit Gastschulantrag und der wird nur in Ausnahmefällen genehmigt. Ob ein Kind dort ein Angebot fände, das besser zu ihm passt, ob seine Freunde aus dem Kindergarten dorthin gehen, ob es nach dem Unterricht in der Nähe der Eltern oder Großeltern betreut wäre: All das zählt nicht. Genau das, was für ein Kind den Unterschied macht, lässt der Staat nicht gelten.
Das ist Zentralplanung, in der die Bedürfnisse des einzelnen Kindes keine Rolle spielen. Dabei zeigt England, das bei der neuen PISA-Studie gerade positiv überrascht hat, wie es anders geht. Eltern nennen dort drei Wunschschulen, 92 Prozent der Kinder bekommen ihre erste Wahl, fast alle eine der drei. Wer behauptet, freie Schulwahl schade den Kindern, muss das angesichts dieser Ergebnisse erst einmal erklären. Rechtlich ginge das auch bei uns, Nordrhein-Westfalen hat feste Grundschulbezirke schon 2008 abgeschafft.
Wir wollen, dass die Sprengelpflicht auch in Bayern fällt und durch ein Recht auf freie Wahl einer wohnortnahen Schule ersetzt wird. Das funktioniert, wenn in der Schulfinanzierung das Geld den Schülern folgt und Schulen ihr Budget, Personal und Profil eigenverantwortlich einsetzen können. So müssen Schulen künftig mit guten Angeboten um Kinder werben, statt sie zugeteilt zu bekommen. Kaputte Schultoiletten, ein Unterricht wie vor dreißig Jahren oder eine Nachmittagsbetreuung, die Kinder nur verwahrt: Das bessert sich schnell, wenn Eltern mit den Füßen abstimmen können. Wer die Schule um die Ecke will, behält darauf ein Vorrecht, kurze Wege für kurze Beine. Das lässt sich auch finanziell absichern, damit kleine Schulen auf dem Land erhalten bleiben. Und wer eine andere Schule will, bekommt endlich eine faire Chance.“
Pressestelle FDP Bayern



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