Fotos Verein Dachauer Moos

Wo das Moos noch Moor ist

24.07.2026 | Landkreis, Umwelt, Natur & Freizeit | 0 Kommentare

Auf „Expe­di­tion Moos” – der Spuren­suche nach dem verschwun­denen Moor

Das Dach­auer Moos endet nicht an Gemein­de­grenzen. So begrüßte der Verein Dach­auer Moos e.V. zwanzig Moorin­ter­es­sierte aus Ober- und Unter­schleiß­heim, Haim­hausen und Feld­moching zur „Expe­di­tion Moos” im Inhauser Moos.
Zum Auftakt erläu­terten der Klima­be­rater vom Amt für Ernäh­rung, Land­wirt­schaft (AELF) und Forsten Tilo Scholze sowie die Moor­fach­kräften der Land­kreise FFB, DAH und M anhand der Ausstel­lung des AELF „Licht ins Moos“ Grund­lagen und Geschichte
der Moor­ent­ste­hung: „Kaum zu glauben, dass man dort, wo heute dieses Gebäude steht, vor gerade einmal 150 Jahren noch in ein nasses Nieder­moor einge­sunken ist”, erzählte Vereins­ge­schäfts­führer Robert Rossa. Eine Zahl sorgte für Erstaunen: „Die Frei­set­zung von Treib­haus­gasen aus Deutsch­lands entwäs­serten Mooren ist fast doppelt so hoch wie der gesamte deut­sche Flug­ver­kehr.” Anschlie­ßend brach die Gruppe mit Sondier­werk­zeug in das Inhauser Moos auf. Auf dem Weg gab es einiges zu erzählen: Ab etwa 1800 wurde hier und im übrigen Moos entwäs­sert, der Torf flächen­de­ckend abge­baut und zum Heizen der Sudkessel der Braue­reien verwendet. Denn München und sein Umland waren schon damals eine boomende, hung­rige Region. Heute kennt man auch die Kehr­seite: Jeder Hektar entwäs­sertes Moor stößt jähr­lich bis zu 40 Tonnen Treib­haus­gase aus. Hebt man den Grund­was­ser­spiegel wieder an, spart man diese nicht nur ein, man spei­chert das Wasser auch in der Land­schaft und trägt so aktiv zum Hoch­was­ser­schutz und zur Klima­re­gu­la­tion in der Land­schaft bei, schafft wert­volle Lebens­räume und erhöht die Arten­viel­falt.

Höhe­punkt war der Einschlag der Bohr­stöcke durch Andreas Fuchs, Moor­ma­nager der Land­kreise D und FFB. Am Bohr­profil ließ sich die Proble­matik ablesen: Der obere halbe Meter war trocken, krümelig und schwarz, denn der verer­dete Torf kommt mit Luft in Berüh­rung, wird von Mikro­or­ga­nismen zersetzt und der im Torf gespei­cherte Kohlen­stoff entweicht als Treib­hausgas. Der untere Meter dagegen war nass und braun. Darin ließen sich noch Schilf- und Baum­reste erkennen, die seit mehreren tausend Jahren im Grund­wasser konser­viert waren.

Ein Stück Moor aus dem unteren Meter: Nass, braun und Schilf- und Baum­reste noch zu erkennen

Das Moor­team betonte abschlie­ßend: Eine einfache Antwort, wie es hier und im Dach­auer Moos konkret weiter­geht, gibt es nicht. Wie die Beispiele in anderen Nieder­mooren Bayerns zeigen, ist der Moor­bo­den­schutz ein lang­wie­riger Prozess, der nur dann
Erfolg verspricht, wenn alle Akteure gemeinsam auf Augen­höhe zusam­men­ar­beiten.
Ein erster Schritt aber ist, sich bewusst zu machen, was hier auf dem Spiel steht – dazu hat die Expe­di­tion beigetragen.
Wer mehr erfahren möchte: Am 21. September 2026 um 19 Uhr spricht Prof. Dr. Matthias Drösler (Hoch­schule Weihen­ste­phan-Tries­dorf), einer der bekann­testen Moor­for­scher Deutsch­lands, im Bürger­zen­trum Ober­schleiß­heim zum Thema „Nässer ist besser – Ökosys­tem­funk­tionen von Mooren und ihr Beitrag zum natür­li­chen Klima­schutz”.

Orga­ni­siert wird der Abend von Christa Zeitl­mann, Moor­ma­na­gerin des Land­kreises München.

Carina Ober­huber, Land­ratsamt München


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