Symbolbild für einen fahrerlosen Bus auf einer Teststrecke der MAN (Foto: MAN Truck & Bus)

Land­kreis treibt auto­nomes Fahren im ÖPNV voran

10.07.2026 | Landkreis, Ankündigungen | 0 Kommentare

Erste fahrer­lose Busse sollen im On-Demand-Betrieb FLEX einge­setzt werden

Autonom fahrende Busse und Shut­tles könnten schon bald auch im Land­kreis München zum Alltag gehören. Der Ausschuss für Mobi­lität und Infra­struktur hat sich unlängst dafür ausge­spro­chen, gemeinsam mit der MVV GmbH die schritt­weise Einfüh­rung auto­nomer Verkehrs­an­ge­bote im Land­kreis vorzu­be­reiten. Beginnen soll der Prozess beim On-Demand-Services FLEX.
Nach erfolg­rei­cher Erpro­bung soll auch der Einsatz im Regio­nal­bus­ver­kehr unter­sucht werden.
Hinter­grund sind stei­gende Mobi­li­täts­be­darfe, der Fach­kräf­te­mangel im Fahr­dienst, wach­sende finan­zi­elle Heraus­for­de­rungen im öffent­li­chen Perso­nen­nah­ver­kehr sowie die Ziele der Mobi­li­täts- und Klima­wende. Auto­nomes Fahren gilt dabei als eine zentrale Zukunfts­tech­no­logie. Es kann helfen, den ÖPNV verläss­li­cher, flexi­bler und lang­fristig wirt­schaft­li­cher aufzu­stellen – sowohl in dicht besie­delten Räumen als auch in weniger gut ange­bun­denen Gebieten.

Der Land­kreis München enga­giert sich bereits heute in mehreren regio­nalen Projekten zum auto­nomen Fahren. Zentrales Vorhaben ist die Modell­re­gion Region München im Rahmen der inter­kom­mu­nalen Allianz „Mobile Zukunft München & Region“ (MZM). Ziel ist es, die Region München zu einer inter­na­tional führenden Modell­re­gion für auto­nomes Fahren im straf­len­ge­bun­denen ÖPNV und Güter­ver­kehr zu entwi­ckeln. Bis 2035 sollen im MVV-Raum 500 auto­nome Busse und 2.000 Shut­tles unter­wegs sein.

Lang­fristig sieht die Vision 5.000 auto­nome Busse und 20.000 Shut­tles vor.


Land­kreis bekommt Vorrei­ter­rolle
Dem Land­kreis München kommt dabei eine beson­dere Rolle zu: In der Einfüh­rungs­phase sind Test­be­triebe im On-Demand-Service FLEX vorge­sehen. Denn klei­nere auto­nome Fahr­zeuge, wie sie im FLEX-Betrieb zum Einsatz kommen, werden voraus­sicht­lich früher verfügbar sein als große Lini­en­busse. Deshalb soll zunächst der flexible Bedarfs­ver­kehr erprobt werden. Perspek­ti­visch soll auto­nomes Fahren auch im Regio­nal­bus­ver­kehr möglich werden. Landrat Chris­toph Göbel freut sich über die breite Zustim­mung im Ausschuss: „Auto­nomes Fahren ist kein Selbst­zweck. Es muss den Menschen dienen.“ Und weiter: „Wenn es gelingt, damit den ÖPNV verläss­li­cher, flexi­bler und bezahl­barer zu machen, ist das eine große Chance für den Land­kreis München.
Gerade dort, wo klas­si­sche Ange­bote heute an wirt­schaft­liche oder perso­nelle Grenzen stoßen, können neue Tech­no­lo­gien helfen, Mobi­lität und Teil­habe zu sichern.“ Konkrete Einsatz­ge­biete, Fahr­zeug­zahlen und Kosten stehen derzeit noch nicht fest. Die MVV GmbH erar­beitet dazu eine Grund­satz­un­ter­su­chung für den gesamten Verbund­raum. Die Ergeb­nisse werden voraus­sicht­lich Ende des ersten Quar­tals 2027 erwartet und sollen anschlie­ßend den Kreis­gre­mien vorge­stellt werden.

Rücken­wind durch Inter­na­tio­nale Bauaus­stel­lung
Neben der fach­li­chen Prüfung soll das Thema auch öffent­lich sicht­barer werden. Der Ausschuss hat deshalb beschlossen, gemeinsam mit der MVV GmbH einen Projekt­an­trag zum auto­nomen Fahren im Land­kreis München und in der Region bei der Inter­na­tio­nalen Bauaus­stel­lung Metro­pol­re­gion München (IBA‑M) einzu­rei­chen. Die IBA‑M widmet sich bis 2034 zukunfts­fä­higer Mobi­lität in der Metro­pol­re­gion. Der Land­kreis erhofft sich durch eine erfolg­reiche Aufnahme Rücken­wind durch die Bauaus­stel­lung. Ein Projekt bei der IBA‑M könnte helfen, die Tech­no­logie für Bürge­rinnen und Bürger erlebbar zu machen und Akzep­tanz
zu schaffen. „Neue Mobi­lität entsteht nicht am Reiß­brett allein“, so Göbel weiter. „Die Menschen müssen sehen, verstehen und erleben können, was möglich ist – und wo Grenzen liegen. Genau dafür bietet die IBA‑M eine gute Bühne. Sie kann dazu beitragen, Vertrauen in eine Tech­no­logie aufzu­bauen, die unseren öffent­li­chen Verkehr in den kommenden Jahren wesent­lich verän­dern kann.“
Die Verwal­tung wird die weiteren Schritte nun gemeinsam mit der MVV GmbH vorbe­reiten. Neue Erkennt­nisse und konkrete Umset­zungs­vor­haben werden den Kreis­gre­mien erneut zur Bera­tung und Beschluss­fas­sung vorge­legt.

Chris­tine Spiegel

Land­ratsamt München

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