Mit der Entwicklung und Realisierung des Quartiers Mittenheim in Oberschleißheim setzte Ludwig Mittermeier visionäre Maßstäbe

Ehema­liger kmfv-Vorstand Ludwig Mitter­meier verstorben

16.04.2026 | Aktuelles, Persönlichkeiten | 0 Kommentare

München – Nach längerer schwerer Krank­heit ist der ehema­liger kmfv-Vorstand Ludwig Mitter­meier am 13.04.2026 verstorben. Erst Ende Februar war er aus gesund­heit­li­chen Gründen als Vorstand des kmfv zurück­ge­treten. Mit seinem großen Enga­ge­ment für die Wohnungs­losen- und Straf­fäl­li­gen­hilfe in der Metro­pol­re­gion München und insbe­son­dere für die betrof­fenen Menschen hat er tiefe Spuren hinter­lassen, die weit über seine Tätig­keit im kmfv hinaus­rei­chen. Durch seine klare Haltung, hohe Fach­lich­keit, Souve­rä­nität und Mensch­lich­keit hat er die Menschen um sich herum stets inspi­riert, moti­viert und ihnen Orien­tie­rung gegeben. Der kmfv nimmt traurig Abschied von einem ganz beson­deren Menschen.
Nach seiner Tätig­keit als Kreis­ge­schäfts­führer der Caritas-Zentren in den Land­kreisen Frei­sing und Ebers­berg hatte der gelernte Heiler­zie­hungs­pfleger und Diplom-Sozi­al­be­triebs­wirt Ludwig Mitter­meier das Vorstandsamt des kmfv 2014 über­nommen. Über mehr als elf Jahre hinweg gestal­tete er die Weiter­ent­wick­lung des kmfv entschei­dend mit und setzte sich mit großem Enga­ge­ment für wohnungslos und straf­fällig gewor­dene Menschen ein. Sein Anspruch war stets sich an den tatsäch­li­chen Bedarfen der betreuten Menschen zu orien­tieren. Im Mittel­punkt sollte hierbei immer der Mensch stehen.
Zu den prägenden Entwick­lungen seiner Amts­zeit zählt die deut­liche Auswei­tung des ambu­lanten Bereichs der Wohnungs­lo­sen­hilfe in München sowie in den Land­kreisen Frei­sing und Landshut. Unter seiner Leitung führte der kmfv die Kran­ken­woh­nung für obdach­lose Menschen ein und etablierte das Münchner Zahn­mobil, mit denen wich­tige Meilen­steine in der medi­zi­ni­schen Versor­gung wohnungs­loser Menschen in München gesetzt wurden. Mit der Reali­sie­rung des Quar­tiers Mitten­heim in Ober­schleiß­heim setzte Ludwig Mitter­meier visio­näre Maßstäbe dafür, wie soziale Träger aktiv zur Bewäl­ti­gung der Wohnungs­markt­krise in der Metro­pol­re­gion München beitragen können.
Darüber hinaus entstanden unter seiner Führung wich­tige neue Ange­bote, wie der Bus & Bahn Begleit­ser­vice für mobi­li­täts­ein­ge­schränkte Personen, die Postbox M63 als Post-annah­me­stelle für obdach­lose und wohnungs­lose Menschen sowie der Wohnungs­not­fall­fonds. Gemeinsam mit sechs weiteren Trägern der Wohnungs­lo­sen­hilfe initi­ierte Mitter­meier zudem das Netz­werk Wohnungs­lo­sen­hilfe, um die Lebens­si­tua­tion der betrof­fenen Personen nach­haltig zu verbes­sern und die Öffent­lich­keit für dieses wich­tige Thema zu sensi­bi­li­sieren.
Ein beson­deres Anliegen war ihm auch die Verbin­dung von wissen­schaft­li­chen Erkennt­nissen und prak­ti­scher Arbeit. So wurden während seiner Amts­zeit die SEEWOLF-Studie zur seeli­schen Gesund­heit wohnungs­loser Menschen im Groß­raum München sowie ein Forschungs­pro­jekt zu inno­va­tiven Ansätzen in der Gesund­heits­ver­sor­gung wohnungs­loser Menschen abge­schlossen.

Auch die Würde verstor­bener wohnungs­loser Menschen lag ihm am Herzen. Auf seine
Initia­tive hin entstand ein Gräber­feld am Friedhof Perla­cher Forst, ebenso wie ein jähr­li­cher
Gedenk­got­tes­dienst.
Was insbe­son­dere in Erin­ne­rung bleibt, ist, dass Ludwig Mitter­meier ein Mensch mit Haltung,
mit Wärme, mit einer beein­dru­ckenden Klar­heit und einer beson­deren Mischung aus Mut und
Herz­lich­keit war. Selbst in heraus­for­dernden Situa­tionen konnte er Menschen stärken, Vertrauen schenken und mit seinem Humor eine Leich­tig­keit schaffen. Er hatte die Gabe zuzu­hören, Menschen zusam­men­zu­bringen und im Sinne der Sache zu gewinnen, Brücken zu bauen und über den Teller­rand hinaus­zu­schauen.
„Wir sind tief betroffen von der Nach­richt, dass Ludwig Mitter­meier verstorben ist. Mit außer­ge­wöhn­li­chem Enga­ge­ment, Weit­blick und mensch­li­cher Wärme hat er den kmfv über
ein Jahr­zehnt als Vorstand geprägt. Sein Einsatz für die Wohnungs­losen- und Straf­fäl­li­gen­hilfe in der Metro­pol­re­gion München hat tiefe Spuren hinter­lassen, die weit über unseren Verein hinaus­rei­chen. Wir verlieren mit ihm einen Menschen, der Verant­wor­tung nie gescheut und sich stets mit Herz und Über­zeu­gung für die von uns betreuten Menschen einge­setzt hat. Unser tiefstes Mitge­fühl gilt seiner Familie und allen, die ihm nahe­standen“, erklärt Prof. Dr. Peter Franz Lenninger, Vereins­rats­vor­sit­zender des kmfv.

Ralf Horschmann, Öffent­lich­keits­ar­beit Katho­li­scher Männ­erfür­sor­ge­verein München e.V.

Über den kmfv
Als Fach­ver­band der Wohnungs­losen- und Straf­fäl­li­gen­hilfe ermög­licht der kmfv seit 75
Jahren Menschen neue Perspek­tiven für sich zu entwi­ckeln. Ob wohnungslos, arbeitslos,
sucht­krank oder straf­fällig geworden – der kmfv berät, betreut und begleitet Menschen mit
dem Ziel der sozialen wie auch beruf­li­chen Wieder­ein­glie­de­rung. Als Hilfs­netz­werk aus über
60 Fach­diensten, Einrich­tungen und Projekten bietet er insge­samt 1.800 Plätze für
Hilfe­su­chende an und unter­stützt jähr­lich ca. 8.000 Mitbür­ge­rinnen und Mitbürger in der Stadt
München, in den Land­kreisen München, Frei­sing und Landshut sowie in der Gemeinde
Garmisch-Parten­kir­chen.
Weitere Infor­ma­tionen finden Sie unter: www.kmfv.de

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