“Der schöne Markus”

04.03.2026 | Kommunalwahl 2026, Parteien | 3 Kommentare

Ein Kommentar von Bürger­meis­ter­kan­didat der Grünen, Chris­toph Münster

Ober­schleiß­heim steht vor großen Heraus­for­de­rungen. Die kommenden Jahre werden entschei­dend dafür sein, wie sich unsere Gemeinde entwi­ckelt. Es geht um ausrei­chend Grund­schul­plätze für unsere Kinder, um die Zukunft des Gewer­be­ge­biets und die Frage, ob hier tatsäch­lich der erhoffte Mehr­wert für unsere Gemeinde entsteht. Es geht um die Arbeits­be­din­gungen und die Stim­mung in unserer Verwal­tung, in der die Fluk­tua­tion seit geraumer Zeit hoch ist. Und es geht um zentrale Einrich­tungen wie unser Hallenbad, dessen Schlie­ßung vom amtie­renden Bürger­meister ange­dacht war.

Inmitten dieser drän­genden Fragen setzt der amtie­rende Bürger­meister Markus Böck offenbar andere Prio­ri­täten. In einem kürz­lich veröf­fent­lichten Video auf Insta­gram stellte er nicht Inhalte, Lösungs­an­sätze oder Zukunfts­vi­sionen in den Mittel­punkt, sondern die Optik der Kandi­die­renden. Man könne ihn wählen, so die Botschaft, weil er der „Schönste“ sei.

Diese Form der poli­ti­schen Ausein­an­der­set­zung wird der Situa­tion unserer Gemeinde nicht gerecht. Kommu­nal­po­litik ist kein Schön­heits­wett­be­werb. Sie verlangt Verant­wor­tung, Sach­ar­beit, Dialog­be­reit­schaft und vor allem den ernst­haften Willen, die anste­henden Probleme gemeinsam mit den Bürge­rinnen und Bürgern zu lösen. Wer Ober­schleiß­heim in eine stabile Zukunft führen will, muss sich mit Konzepten und konkreten Maßnahmen ausein­an­der­setzen und nicht mit Äußer­lich­keiten.

Die Frage nach ausrei­chenden Schul­plätzen duldet keinen Aufschub. Fami­lien brau­chen Verläss­lich­keit und Planungs­si­cher­heit. Ebenso entschei­dend ist die Weiter­ent­wick­lung des Gewer­be­ge­biets: Welche Unter­nehmen wollen wir ansie­deln? Welche ökolo­gi­schen und verkehr­li­chen Auswir­kungen sind zu erwarten? Wie stellen wir sicher, dass Wert­schöp­fung und Lebens­qua­lität in einem ausge­wo­genen Verhältnis stehen?

Auch die Situa­tion im Rathaus verdient beson­dere Aufmerk­sam­keit. Eine hohe Fluk­tua­tion und eine ange­spannte Stim­mung unter den Mitar­bei­tenden sind Warn­si­gnale. Eine leis­tungs­fä­hige Verwal­tung ist das Rück­grat jeder Kommune. Sie braucht Wert­schät­zung, gute Führung und klare Kommu­ni­ka­tion. Mit ist die teil­weise Über­las­tung der Mitar­bei­tenden bewusst und es müssen endlich Struk­turen geschaffen werden, damit unsere Spezia­lis­tinnen und Spezia­listen zu den Aufgaben kommen, die uns gesell­schaft­li­chen, ökolo­gi­schen und finan­zi­ellen Mehr­wert bringen. Ein Bürger­meister muss sich dieser Verant­wor­tung bewusst sein.

Ebenso kritisch sehen viele Menschen in Ober­schleiß­heim die Kommu­ni­ka­tion seitens der Gemein­de­füh­rung. Trans­pa­renz, früh­zei­tige Infor­ma­tion und echte Betei­li­gung sind Grund­pfeiler moderner Kommu­nal­po­litik. Entschei­dungen dürfen nicht im kleinen Kreis vorbe­reitet und anschlie­ßend ledig­lich verkündet werden. Wer Vertrauen erhalten will, muss Dialog ermög­li­chen.

Als Grüner Bürger­meis­ter­kan­didat stehe ich für eine andere poli­ti­sche Kultur. Für Sach­lich­keit statt Selbst­dar­stel­lung und für einen respekt­vollen Umgang mit poli­ti­schen Mitbe­wer­bern ebenso wie mit den Bürge­rinnen und Bürgern unserer Gemeinde.

Ober­schleiß­heim braucht keinen „schönen“ Bürger­meister. Ober­schleiß­heim braucht einen enga­gierten, kompe­tenten und zukunfts­ori­en­tierten Bürger­meister. Die Heraus­for­de­rungen sind zu groß, um sie auf Äußer­lich­keiten zu redu­zieren.

Ihr Chris­toph Münster

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3 Kommentare

  1. „Als Grüner Bürger­meis­ter­kan­didat stehe ich für eine andere poli­ti­sche Kultur. Für Sach­lich­keit statt Selbst­dar­stel­lung und für einen respekt­vollen Umgang mit poli­ti­schen Mitbe­wer­bern ebenso wie mit den Bürge­rinnen und Bürgern unserer Gemeinde.“

    In ihrem Insta­gram Reel zeigen sie genau das Gegen­teil auf. Es wird einfach ein Reel eines anderen Kandi­daten nach­ge­ahmt und darin nur aufge­zeigt was unser Bürger­meister alles schlecht gemacht hat quasi einfach den anderen durch den dreck gezogen. Keine Inhalte, keine Vorschläge nichts. Ebenso in dem Kommentar. Es wird ledig­lich aufge­zählt was schlecht läuft, aber keinerlei Verbes­se­rungs­vor­schlag.

    Viel­leicht lieber mal an der eigenen Nase sich packen und weniger Wein saufen wie Wasser zu predigen.

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  2. An Herrn Münster:

    Viel Inhalt ist aber bei Ihrem Kommentar auch nicht zu lesen, Herr Münster. Man muß zum Lachen nicht unbe­dingt in den Keller gehen, anders war wohl der eine Satz im Video auch nicht zu verstehen. Es sei denn, man will es wissent­lich falsch verstehen. Sollte dies so sein, dann ist das wohl schon pure Verzweif­lung.

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  3. Diese bemer­kens­werte Humor­lo­sig­keit, mit der ein erkennbar augen­zwin­kernder Social-Media-Beitrag nun zur Grund­satz­frage poli­ti­scher Serio­sität erhoben wird, über­rascht mich doch sehr.

    Wer glaubt, dass ein kurzer, ironi­scher Satz auf Insta­gram die Arbeit eines Bürger­meis­ters defi­niert, unter­schätzt nicht mich – sondern die Bürge­rinnen und Bürger von Ober­schleiß­heim. Unsere Gemeinde weiß sehr genau, zwischen einem humor­vollen Online-Clip und der tägli­chen seriösen Sach­ar­beit im Rathaus zu unter­scheiden.

    Politik darf ernst­haft sein. Sie muss es sogar. Aber sie darf auch mensch­lich sein. Ein Bürger­meister ist kein Akten­ordner mit Puls, sondern Teil dieser Gemein­schaft. Wenn wir anfangen, jedes Augen­zwin­kern zur Staats­af­färe zu erklären, verlieren wir am Ende genau das, was Kommu­nal­po­litik ausmacht: Nähe, Boden­stän­dig­keit und gesunden Menschen­ver­stand.

    Der Eindruck drängt sich viel­mehr auf, dass hier aus einem harm­losen, humor­vollen Moment bewusst mehr gemacht werden soll, als er je war – mögli­cher­weise als letzte Möglich­keit, einen von meiner Seite äußerst sach­lich und fair geführten Wahl­kampf künst­lich zu drama­ti­sieren.

    Ich nehme die Aufgaben und die Verant­wor­tung meines Amtes sehr ernst! Aller­dings nehme ich mich selbst nicht in jeder Sekunde bier­ernst und bin für jeden Spaß zu haben. Wer darin bereits ein Problem sieht, der hat viel­leicht weniger ein inhalt­li­ches als viel­mehr ein stilis­ti­sches Anliegen.

    Lasst uns gerne gemeinsam über Konzepte und Lösungen spre­chen. Denn bislang waren von Seiten der Grünen außer lauten Parolen und viel Applaus aus den eigenen Reihen, keinerlei konkrete Lösungs­vor­schläge zu den von euch/dir benannten Problem­be­schrei­bungen, zu lesen oder zu hören.

    Lass uns ein wenig Gelas­sen­heit behalten, die eine leben­dige Gemeinde durchaus verträgt.

    Ein biss­chen Humor zur rechten Zeit hat Ober­schleiß­heim noch nie geschadet. 😉

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