Von Lucas Marchlewitz, 1. Vorsitzenden der DLRG Oberschleißheim
Liebe Mitglieder,
liebe Oberschleißheimer*innen,
sehr geehrte Damen und Herren,
am Mittwoch, 28.01.2026, gab Oberschleißheims 1. Bürgermeister Markus Böck bekannt, das Hallenbad zum 01.04.2026 schließen zu wollen. Seine Ausführungen, die Arbeitsgruppe hätte keine Ergebnisse geliefert, sind schlicht falsch und die müssen wir zurückweisen! Erst am vergangenen Sonntag haben wir nochmals einige Hinweise gegeben, auf die wir bis heute keine Rückmeldung der Gemeinde erhalten haben. Wir haben also in der Arbeitsgruppe Vorschläge diskutiert, welche nicht bis zum Ende geprüft wurden. Die Prognose zur Schließung beruht auf einer Entscheidung der Gemeinde und nicht eines nicht arbeitenden Arbeitskreises.
Wir haben uns bis heute mit einer öffentlichen Äußerung zurückgehalten, da wir die Gespräche in der Arbeitsgruppe sehr wertvoll fanden und hier keine zusätzliche Verhärtung schaffen wollten.
Ich finde es sehr verwunderlich, dass von der CSU, welche an keiner der Arbeitsgruppensitzungen teilgenommen hat, die Aussage kommen kann, hieraus gab es keinerlei Ergebnisse.
In einem Brief an die Vereinsvorsitzenden der Oberschleißheimer Vereine schrieb Bürgermeister Markus Böck letztes Jahr, „ (…) es werden auch unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssen”. Dies trifft letzten Endes allerdings nicht nur die ca.17 000 jährlichen Besucher des Hallenbades, sondern auch ca. 35 000 Mitglieder von Vereinen und Schüler*innen. In unserem Fall auch die Rettungsschwimmer*innen, welche im Sommer am Regattaparksee auf die dortige Bevölkerung aufpassen.
Die Oberschleißheimer Vereine können die Turnhallen sowie das Hallenbad und Bürgerhaus für teilweise geringe Kosten beanspruchen. Wir haben in der Arbeitsgruppe Hallenbad eingebracht, auch hier unseren finanziellen Teil dazu beizutragen. Dass eine Schließung des Hallenbades vor einer Prüfung solcher Maßnahmen vorgezogen wird, ist für uns eine drastische Fehlentscheidung, welche nicht mit Maß und Ziel getroffen wird.
Natürlich sprechen wir von einem Bau, welcher in die Jahre gekommen ist. Nun aber den Schlüssel für immer umzudrehen ohne den Willen, hier sämtliche Maßnahmen zu prüfen, müssen wir auf’s Schärfste kritisieren.
Uns ist bewusst, dass diese Entscheidung vor der Wahl im März die Situation nicht begünstigt. Allerdings geht es darum, den Kindern und Jugendlichen, teilweise auch Erwachsenen das Schwimmen zu lehren und somit Badeunfälle zu vermeiden. Zusätzlich ist die sportliche Betätigung nicht zu vernachlässigen.
Wir fordern hiermit alle umliegenden Gemeinden, deren Bürger*innen von unserem Hallenbad partizipieren, auf, über die Möglichkeit eines Zweckverbandes mit der Gemeinde Oberschleißheim in Kontakt zu treten. Hierbei kann möglicherweise auch ein Neubau für die Zukunft geplant werden. Die Rahmenbedingungen hierzu hätte Oberschleißheim mit einem fertigen Konzept und einem Grundstück.
Lucas Marchlewitz, 1. Vorsitzender
Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft
Ortsverband Oberschleißheim e.V.




Vor Tagen spricht man noch groß von Zusammenhalt, und dann.… Der Gemeinderat vertritt die Bürger und dementsprechend wurden auch dem Bürger diese Dinge vorenthalten und zurückgehalten.….bei so vielem und auch jetzt beim Hallenbad! Ein Arbeitskreis hätte schon vor Monaten gebildet werden sollen und müssen und das von der Rathausleitung (Chefsache). Aber jetzt dem zu Recht beantragten Arbeitskreis die relevaten, wichtigen Daten vorzuenthalten, das deutet nicht auf Zusammenhalt. Es mag vielleicht rechtlich korrekt sein , wie sich die Leitung des Rathauses verhält, hinsichtlich auch der Erstellung des Haushaltsplans und Herausgabe, aber charakterlich? Das ist fragwürdig. Solch eine Entscheidung, zur Schliessung des Hallenbads, im Alleingang ohne Gemeinderat? Oder kommt da im letzten Moment noch ein Gönner um die Ecke zur Rettung, damit man gut dahsteht??
Ich muss alten und schwachen Menschen nicht über die Straße helfen, aber mit Anstand und Charakter macht man das! Und genau so sieht das ganze auch im Bereich Sozialamt und Hallenbad aus. Man muss es nicht, das ist richtig, aber man kann!! Ich bin immer noch der Meinung, dass man Kinder und alte Menschen nicht für einen Wahlkampf braucht…wenn man vernüftige Arbeit abliefert! Ob Gewerbe, Hallenbad und mehr, das Ganze liegt in Bürgerhand, darum wurde gewählt, kein Einzelgang.…..die Gemeinde ist der Bürger, das Rathaus der Verwalter! Das sollte man nicht vergessen.….
Das Thema Hallenbad Oberschleißheim ist derzeit in aller Munde und wird kontrovers diskutiert.
Ich persönlich bin dafür das Hallenbad als wichtige Einrichtung am Ort so lange wie möglich zu
erhalten, respektiere aber auch die Meinung derer, die das Hallenbad gleich schließen möchten.
Was ich nicht akzeptieren und verstehen kann, ist der Umgang der Verwaltung mit dem Thema. Als Mitglied des Finanzausschusses konnte ich den Prozess von Anfang an begleiten.
Nachdem Gerüchte über eine mögliche Schließung entstanden, haben wir Grünen im
November einen Antrag gestellt, dass eine Arbeitsgruppe eingesetzt werden soll, die prüfen soll, welche Maßnahmen erforderlich sind, um das Hallenbad zu erhalten. Ziemlich zeitgleich ging uns der nichtöffentliche Entwurf des Haushalts 2026 zu, in dem versteckt im dem über 100 Seiten dicken Zahlenwerk herauszulesen war, dass Einnahmen und Ausgaben für das Hallenbad nicht mehr für das ganze Jahr geplant sind. Auf Nachfrage erfuhren wir dann dass die Schließung des Hallenbads geplant sei.
In der Dezembersitzung wurde unser Antrag auf Einsetzen einer Arbeitsgruppe behandelt und gegen die Stimme des Bürgermeisters beschlossen.
Das Engagement des Bürgermeisters und der Verwaltung für diesen Arbeitskreis hielt sich in Grenzen. Ich selbst bin nicht Mitglied des Arbeitskreises, habe aber von verschiedenen Teilnehmern erfahren, dass die Verwaltung die gewünschten Zahlen nicht vorgelegt hat und auch sonst nichts beigetragen hat. Das ist aus meiner Sicht respektlos gegenüber den Bürgern, die sich in Ihrer Freizeit mit viel Herzblut beteiligt hatten.
Jetzt sagt der Bürgermeister im Münchner Merkur, dass es keine brauchbaren Ergebnisse aus dem Arbeitskreis gäbe. Das ist nicht richtig, trotz der fehlenden Unterstützung hat der Arbeitskreis Vorschläge erarbeitet.
Meine Vorstellung von einem transparenten Prozess ist, dass das Thema Hallenbad vor dem Haushaltsentwurf im Gemeinderat beraten wird und nachvollziehbare Zahlen und durchgerechnete Alternativszenarien vorliegen. In dem jetzt öffentlich vorliegenden Haushaltsentwurf sind nämlich die Kosten, die bei der Schließung des Hallenbads anfallen nicht berücksichtigt. Ebenso würde ich erwarten, dass der Bürgermeister darlegt, wann und mit welchem Ergebnis er mit den Nachbarkommunen über eine finanzielle Beteiligung gesprochen hat. In der Podiumsdiskussion traf Markus Böck die Aussage, dass er den Haushalt auch erst nach der Kommunalwahl vorlegen könnte. Auch das ist nicht richtig. Laut Artikel 65 der bayerischen Gemeindeordnung ist die Haushaltssatzung spätestens einen Monat vor Beginn des Haushaltsjahres der Rechtsaufsichtsbehörde vorzulegen.
Mir ist bewusst, dass die Gemeinde in einer schwierigen finanziellen Lage ist und ich bin auch bereit, konstruktiv an einer Lösung mitzuarbeiten. Ich erwarte aber im Gegenzug vom Bürgermeister,dass er transparent mit der Situation umgeht und nicht durch die Hintertür dem
Gemeinderat unpopuläre Entscheidung aufdrücken möchte.
Helga Keller-Zenth, Gemeinderätin Bündnis 90/Grüne