Anmer­kungen zum Schei­tern der ÖDP

23.01.2026 | Kommunalwahl 2026, Parteien | 1 Kommentar

Ein Kommentar von Stefan Bottler

Schade, dass die ÖDP es nicht geschafft hat. Eine Teil­nahme dieser wert­kon­ser­va­tiven Partei an der Kommu­nal­wahl 2026 wäre allein aus Gründen eines leben­digen poli­ti­schen Wett­be­werbs­wün­schens­wert gewesen. Das Schei­tern wirft ein Schlag­licht auf manche Merk­wür­dig­keit des Zulas­sungs­ver­fah­rens. 170 Unter­stüt­zungs­un­ter­schriften benö­tigte die ÖDP in Ober­schleiß­heim. 190 Unter­schriften — also ledig­lich 20 Stimmen mehr — hatte die Bürger­initia­tive BFU im zwei­ein­halb Mal größeren Unter­schleiß­heim aufzu­bringen. Sie schaffte diese Hürde deut­lich.
Das Landes­ge­setz lässt solche Diskre­panzen zu. Für Gemeinden mit bis zu 20.000 Einwoh­nern sind bis zu 180 Unter­schriften notwendig, für solche mit bis zu 30.000 Einwoh­nern 190 Unter­schriften.
Verstehen muss man solche Diskre­panzen jedoch nicht, zumal auch die örtli­chen
Rahmen­be­din­gungen unter­schied­lich sind und in Ober­schleiß­heim vergleichs­weise schwierig waren. Wer hier unter­schreiben wollte, musste — von einem Nach­mittag im Bürger­haus einmal abge­sehen – immer das peri­pher gele­gene Rathaus aufsu­chen. Höchste Zeit also, eine Digi­ta­li­sie­rung dieses Verfah­rens anzu­pa­cken.

Wünschens­wert wäre eine landes­weit einsetz­bare Lösung mit Perso­nal­aus­weis-gestütztem ID-Verfahren. 2032 finden die über­nächsten Kommu­nal­wahlen statt — Zeit genug für die Vorbe­rei­tungen inklu­sive even­tuell notwen­diger Geset­zes­än­de­rungen ist also vorhanden.

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1 Kommentar

  1. Das ist Unsinn. Statt immer komple­xeren Systemen, bei denen dann wieder irgend ein sonstwas-Zugang benö­tigt wird, gibt es die Lösung schon lang. Bei vielen Wahlen konnte man einfach Unter­schrif­ten­listen auf der Straße sammeln. Eine digi­tale Lösung als zusätz­liche Option wäre natür­lich nicht ganz verkehrt. Die aktu­elle Rege­lung, ins Rathaus zu müssen, ist nur damit zu erklären, dass man die Teil­nahme von weiteren Parteien am poli­ti­schen Prozess möglichst schwer machen will. Wo kämen wir denn da hin, wenn in einer Demo­kratie jeder einfach für ein Amt kandi­dieren könnte? Wobei mir die ÖDP ganz klar nicht fehlen wird.….

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