Leser­mail zum Artikel “Kein Boar­ding­haus an der Feier­abend­straße und erwei­terte Spiel­flä­chen für das Kinder­haus Ober­schleiß­heim

Von Gian­luca Neubauer

Sehr geehrte Redak­tion der Schleiß­heimer Zeitung,

Sie haben am 24.09.2025 den Artikel „Kein Boar­ding­haus an der Feier­abend­straße und erwei­terte Spiel­flä­chen für das Kinder­haus Ober­schleiß­heim“ veröf­fent­licht, wobei ich gerne auf die Spiel­fläche für das Kinder­haus eingehen möchte.

Zual­ler­erst möchte ich rech­ne­risch zeigen, wie oft die Spiel­fläche tatsäch­lich nutzbar ist. Es gibt 261 Werk­tage (ohne Samstag) im Jahr. Die Fläche wird im Winter durch die Witte­rung nicht nutzbar sein. Wenn hier die drei Winter­mo­nate Dezember – Ende Februar ange­nommen werden, kommen wir auf 65 Winter­tage (Werk­tage). Damit sind es nur noch 196 Tage. Kommen jetzt noch die durch­schnitt­li­chen Regen­tage (März – Ende November) in Höhe von 98 Tagen abzgl. den Wochen­enden (2/7 = 28 Tage), sind wir bei 126 Tagen. Wenn nun die Feier­tage (März – Ende November) abge­zogen werden: Karfreitag, Oster­montag, Christi Himmel­fahrt, Pfingst­montag, Fron­leichnam -> immer Werk­tags, Mariä Himmel­fahrt, 1. Mai, Tag der dt. Einheit, Aller­hei­ligen -> 5/7 Chance auf Werktag zu fallen, kommen wir auf ca. 8 Feier­tage.

Damit sind es 118 Tage. Das entspricht ca. 45 % Nutz­bar­keit von 261 Tagen (ohne Feri­en­schlie­ßung)

Nicht mal jeden zweiten Tag kann diese Fläche von den Kindern genutzt werden. Dafür muss die Gemeinde jedoch einen dauer­haften Mehr­auf­wand bezahlen. Ist das notwendig, oder ist das nur Luxus, welcher den Gemein­de­haus­halt zusätz­lich belastet? Insbe­son­dere in der Hinsicht, dass sich in ca. 40 m Luft­linie – wenn über­haupt — der große Spiel­platz am Hallenbad befindet, der ausrei­chend Fläche und Spiel­ge­räte zum Austoben bietet.

Eben­falls muss man betrachten, dass Teile des Gemein­de­rates des Öfteren Projekte und Bauvor­haben aufgrund mangelnder Nach­hal­tig­keit blockieren. Aber wo ist die Nach­hal­tig­keit bei dieser Ange­le­gen­heit? Vor allem in Bayern wird jedes Früh­jahr damit geworben, die Rasen­flä­chen noch für die Bienen und Insekten bestehen zulassen und eben nicht zu mähen. Und nun entscheiden wir uns dafür, einen Kosten­auf­wand aufzu­nehmen und die Nach­hal­tig­keit hinten­an­zu­stellen, für eine Spiel­fläche, welche nicht einmal an 50 % der Tage (opti­mis­tisch gerechnet) genutzt werden kann?

Verstehen Sie diesen Leser­brief bitte nicht falsch – den Kindern das best­mög­liche zu bieten ist auch ein sehr wich­tiges Anliegen von mir. Aber wir müssen weg von dem Gedanken, über unseren Verhält­nissen zu leben. Wir müssen bei unserer Ober­schleiß­heimer Finanz­lage verzicht­bare Ausgaben einsparen und mehr Einnahmen gene­rieren, damit wir in Zukunft hand­lungs­fähig für unsere Gemeinde bleiben. Schon jetzt können wir es uns nicht ohne Unter­stüt­zung leisten, baufäl­lige Gebäude zu reno­vieren oder für ordent­liche Verkehrs­ent­las­tung zu sorgen.

Mit freund­li­chen Grüßen 
Gian­luca Neubauer (Freie Wähler)

Quelle durch­schnitt­liche Regen­tage (München)

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