Protest gegen Allee-Rodung

Für die optimale Erschließung des Universitäts-Campus für Linienbusse soll die historische Allee entlang der Veterinärstraße komplett gefällt werden. 36 Bäume müssten weichen. Gemeinderätin Gaby Hohenberger (Grüne) klagt über „ein Fiasko“ und fordert eine Umplanung.

Der Bauausschuss des Gemeinderats hatte die Veränderung der Allee von der Uni ausdrücklich gefordert, weil laut Vorgaben des MVV zur optimalen Erschließung Begegnungsverkehr von Bussen ermöglicht werden müsse.

Auf der Südseite der Straße müssen dafür rund 30 Bäume gerodet werden, fast ausschließlich Spitz-Ahorne und Linden. Nach der Verbreiterung soll eine neue Allee gepflanzt werden.

Laut einer Einschätzung des Gemeindebauamts könnten dafür sechs der bestehenden Bäume problemlos verpflanzt werden. Bei weiteren neun Bäumen müsse erst geprüft werden, ob eine Umpflanzung wirtschaftlich erfolgen könne.

Alle anderen seien „zu groß zum Verpflanzen oder aufgrund von Vorschäden nicht mehr erhaltenswürdig“. Insbesondere die ältesten Ahorn-Bäume seien teilweise stark geschädigt, so dass sie ohnehin in den nächsten Jahren möglicherweise ohnehin gefällt werden müssten.

Hohenberger rügt, diese Planung sei „nicht ausgereift“. Hier werde „durch eine Fehlplanung voreilig wertvoller Baumbestand geopfert“. Gerade vom Staat dürfe man „eine entgegenkommende Planung erwarten, die uns die alte Schloss-Baumallee erhält“.

Der MVV könne auch durch Fahrplangestaltung Begegnungsverkehr ausschließen, regt Hohenberger an. Die jetzt auf der südlichen Seite der Veterinärstraße geplante Bushaltestelle könne auch in der St. Hubertus-Straße angelegt werden, dort gebe es bereits eine Busschleife, die nur auszubauen wäre.

Solle die Verbreiterung un umgänglich sein, regt Hohenberger eine differenziertere Planung an, bei der vorrangig in Richtung Norden aufgeweitet würde. Dort sei gerade ein Baum betroffen und auch der könne bei geeigneter Planung unbeinträchtigt bleiben.

Vor allem dürfe dann die Planung der Straße „nicht schnurgerade, sondern leicht wellenförmig“ vorgenommen werden. Eine Verbreiterung nach Norden wurde im Rathaus bislang offenbar noch gar nicht geprüft. Dort fällt das Gelände vom Straßenrand über einen Meter ab, so dass sich die Pläne bislang ausschließlich nach Süden orientiert hatten.

4 Lesermails

  1. Mal ganz offen und zur Diskussion gedacht: Wenn es schon um den Erhalt der Bäume geht, warum dann nicht die bestehende Fahrbahn als Einbahnstraße (in Ost-Westrichtung) mit breitem Fuß-/Radweg umbauen und statt des bestehenden breiten Fußwegs südlich der Veterinärstraße zu einer Einbahnstraße (in West-Ost-Richtung) umbauen? Platz dafür sollte doch genügend vorhanden sein und alle Bäume könnten stehen bleiben…

    Zur Verbreiterung der bestehenden Straße müsste m. M. n. eh die Straße auf ganzer Länge neu gebaut werden. Also sollte es insgesamt nach obigem Vorschlag nicht viel mehr kosten…

  2. In Zeiten dramatisch zunehmenden Klimawandels ist es unverantwortlich, im Rahmen eines in Frage zu stellenden Straßenausbaus der Veterinärstraße in Oberschleißheim große Bäume im Wurzelbereich zu schädigen oder gar zu fällen. Und dieses bleibt bei einer Verbreiterung um 1,70 m nicht aus.

    Bäume sind der Garant für den CO2-Umsatz zu Sauerstoff. Sie erzeugen Feuchtigkeit, halten Wasser und leisten vieles andere mehr. Sie sind unverzichtbar für unser eigenes Überleben und für die Steuerung unseres lebensnotwendigen Klimas. Jeder Baum heutzutage zählt, ist doch der Verlust durch den Klimawandel immens! Ganze Wälder sind inzwischen schwer geschädigt oder tot. Sie stehen zunehmend durch Wassermangel, Erwärmung und schädigende Umwelteinflüsse unter Stress. Wir sollten stolz sein, dass wir sie haben und sollten sie hegen und pflegen.

    Auch widerspricht jegliche Fällung bzw. Schädigung der neuen Baumschutzverordnung, die von der Gemeinde Oberschleißheim gerade auf den Weg gebracht wird.

    Die Veterinärstraße dient oftmals als Schleichweg. Wäre es nicht denkbar, diese zur Anliegerstraße umzuwidmen, was sicherlich der neuen Fakultät auch zugutekäme.

    Für die Busse wäre eine eigene Ampelschaltung sinnvoll, die anzeigt, ob ein anderer Bus entgegenkommt oder nicht. Je nach Signal muss einer der Busse warten. Ausweichbuchten sind so nicht erforderlich. Ferner ist doch zu hinterfragen, ob die Busse zwangläufig über die Veterinärstraße fahren müssen. Hier gibt es sicherlich auch andere Lösungen.

    Gabriele Kämpf, Landschaftsarchitektin, Karin Schuster, ÖDP-Kreisrätin LK München

  3. Warum muss der Bus eigentlich durch die Veterinärstraße fahren? Wäre es nicht sinnvoller, den Bus weiter über die St. Hubertus-Straße Richtung Süden fahren zu lassen und eine Verbindung zum Kreisel am Ortseingang zu schaffen?

    Am Kreisel wäre dann auch die Endhaltestelle. Statt einer Verbreiterung der Veterinärstraße wird eine Verbindung zwischen St. Hubertus-Straße zum Kreisel gebaut. Die Veterinärstraße könnte dann zur autofreien Fahrradstraße herabgestuft werden.

    Günter Braun

  4. Endlich regt sich mal Widerstand gegen die seit Jahren gängige Praxis in Oberschleißheim, wertvollen Baumbestand kontinuierlich zu beseitigen, und es wird jedes Jahr schlimmer!

    Vielen Dank Frau Hohenberger, bleiben Sie dran!

    Soll nicht rund um St. Wilhelm im Rahmen der Sanierung auch eine größere Fäll-Aktion im Gespräch sein?

    Cornelia Holzer

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