Lesermail zum Artikel „Allee nicht der Gewerbeerschließung opfern“

Nun ist’s also auch im Lohhofer & Landkreisanzeiger vom Bürgermeister nochmals amtlich verkündet: Die Verbreiterung der Veterinär-Straße ist ausschließlich der ÖPNV-Verbindung zwischen S-Bahnhof und dem LMU-Campus geschuldet.

In der dafür zitierten MVV-Stellungnahme ist zu lesen: „Die für beide o. g. Buslinien (also die bestehende und dem geplanten Expressbus USH-OSH-Feldmoching/Anm. des Verfassers) geplante Linienführung ist erforderlich, um den Anforderungen einer ÖPNV-Erschließung des LMU-Standortes (aber auch des gesamten Oberschleißheimer Südwestens) adäquat gerecht zu werden…ergibt sich … primär aus der Erforderlichkeit der Anschlussbildung von/zur S-Bahn, ist daher nur begrenzt variabel.“

Nachdem ich den Artikel gestern gelesen habe, habe ich über die „Anbindung des Südwestens“ die halbe Nacht überlegt: Warum wurde über diese – anscheinend mangelhafte – Anbindung nicht schon früher nachgedacht?

Nun bin ich Bewohner eines Reihenhauses im „Südwesten“ seit mehr als 25 Jahren und habe über knapp 20 Jahre an 220 Arbeitstagen die S-Bahn benutzt. Meist habe ich den Weg zur S-Bahn fussläufig oder per Fahrrad zurückgelegt, bei schlechtem Wetter aber auch per Bus – eine Überfüllung konnte ich in den beruflichen Hauptverkehrszeiten zwischen 6:30 – 7:45 kein einziges Mal feststellen.

Vielleicht ist mir entgangen, dass unsere S-Bahn in nächster Zeit einen 10-Minuten-Takt bekommt? Andernfalls fällt mir ein Grund für eine optimierte Anbindung unseres Ortsteils „Südwesten“ leider nicht ein. Also brauchen wir Anwohner im Südwesten keine „Taktverstärkung“ der bestehenden Buslinie.

Nun frage ich mich, ob allen Ernstes eine Linienführung des Expressbusses (!) (der also die schnellstmögliche Verbindung S-Bahnhof zum Campus sicherstellen soll) wie die des bestehenden Busses überhaupt als „Variante“ von den „Experten“ (!) des MVV ins Auge gefasst wurde? Einzig mögliche, sinnvolle Variante für einen Expressbus? Bei 5 Kurven vom S-Bahnhof kommend bis zur B471, die für einen „reibungslosen Begegnungsverkehr“ ja dann auch ausgebaut werden müssten? Wo Lieferwagen auf der Straße parken und parkende PKW‘s eine Begegnung Busverkehr – PKW unmöglich machen (so wie z. B. bei unserem Gemeinderat Florian Wagner vor seiner Metzgerei zu beobachten)? Einer Straße, wo aufgrund der baulichen Gegebenheiten bisher nicht mal eine Fahrradspur vorgesehen ist – hat die „fahrradfreundliche“ Kommune OSH sicher nicht übersehen?

Und ausschließlich wegen dieser Einschätzung der „MVV-Experten“ soll die Veterinär-Straße verbreitert werden?

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Gemeinderäte des Bau- und Werksausschusses, es ist keine Schande, einen einstimmig gefällten Beschluss (vom 22.03.2021) – der einzig und alleine auf der MVV-Stellungnahme basiert (!) – nochmals zu überprüfen.

Deshalb fordere ich Sie auf, die Bauamtsleitung zu beauftragen, meine Überlegungen zu einer sinnvollen (!) Linienführung des geplanten X201 mit den MVV-Experten zu verifizieren. Zu einer Ortsbesichtigung (gemeinsam mit eventuell ortsunkundigen Anwohner*innen von OSH-Nordwest, Badersfeld oder Hackermoos) stehe ich jederzeit bereit.

Es steht ja eine Sitzung dieses Gremiums am 22.11.2021 an – könnte ja auf die Tagesordnung genommen werden?

Joachim Dähler

P.S.: nichts für ungut, wenn ich mich der neuen Namensgebung angeschlossen habe – ich wohne gerne in der Ertlsiedlung, so wie die „Nordwestler“ sich in Altschleissheim wohl fühlen.

Joachim Dähler

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