Lesermail zum „Fahrradklima-Test“

Sehr geehrter Herr Katz, sehr geehrter Herr Münster, sehr geehrte Mitwirkende am Radwegkonzept!

Das Ergebnis mit einer 3,6 interpretiere ich als eine Bewertung mit sehr viel Luft nach oben, auch wenn die Gemeinde nur knapp die Gruppe ersten 25 % der bewerteten Gemeinden verpasst hat.

Wie Herr Münster richtig formuliert hat, sind die Radwege im Ort eine unübersichtlicher „Flickerlteppich“. Ich frage mich doch, ob es für den gesamten Ort ein Wegekonzept gibt und auf welchen Zielen dieses basiert?

Man liest immer mal wieder, dass über die Einrichtung einer neuen „Fahrradstraße“ oder den (Neu-)Bau einer weiteren Fahrradspur auch auf der anderen Seite diskutiert wird. Für beide Vorschläge gibt es im Ort Beispiele, wo das meiner Meinung nach nicht funktioniert. Die Fahrradstraße „Am Margarethenanger“ ist mehr einer der Schleichwege, um die Kreuzungsampel an der B471/Sonnenstraße und den Ampelstau in der Prof.-Hupp-Str. zu umfahren. Entlastung auf Dauer nicht absehbar, eher ist mit einer Verstärkung zu rechnen.

Wie sinnvoll richtungsgebundene Radwege beiderseits einer Straße sind, zeigt das Beispiel der unübersichtlichen Radwegführung entlang der Feierabendstraße. Wer in Nord-Süd-Richtung unterwegs ist, muss an der Ampelkreuzung auf die rechte Fahrbahnseite wechseln, um sich dann dort den breiten Gehsteig mit Fußgängern, rangierenden und nicht selten auf dem Gehsteig parkenden/haltenden Autos zu teilen, während gegenüber (neben der Brückenrampe) meist gähnende Leere herrscht. Die Regelung ist in gewisser Weise schon sinnvoll, da ja 300 m weiter nach der Autowerkstatt ein Nadelöhr beginnt. Allerdings gibt’s eben davor eine Rad-/Fußgängerampel, die ebenso zum Queren der Feierabendstraße genutzt werden kann.

Dazu kommt auch noch, dass in diesem Bereich die Radwegführung nur durch 2 blaue Verkehrszeichen geregelt wird. (In Nord-Süd-Richtung zwischen Kreuzung am Bahnhof und Autowerkstatt regelt ein auf 4,5 m Höhe hängendes blaues „Fußwegzeichen“ (Verkehrszeichen 239) und das Rechtsfahrgebot den Verkehrsfluß.) Die vielfache verkehrswidrige Nutzung auch Ortsansässiger zwischen Kreuzung am Bahnhof und Autowerkstatt ist sicherlich ein Indiz, dass hier z. B. durch klare und schnell erkennbare Beschilderung und Bodenmarkierungen nachgebessert werden kann. Ich beziehe mich hier auch explizit auf die Punkte 3.3 (5), 5.5.5.2.

Desweiteren möchte ich anregen, nicht nur auf die Durchgängigkeit im Sinne von Existenz zusammenhängender Radwege zu achten, sondern auch auf eine gewisse Nutzerfreundlichkeit zu achten. Die Nutzung des Fahrrads als echte Alternative zum Auto ist – gerade innerorts – meines Erachtens nur dann gegeben, wenn auch der Aspekt der Zeitersparnis unter jederzeit leicht erkennbarer Einhaltung der Verkehrs- und Wegregelungen möglich ist. Eine häufige Querung von Straßen durch Wechseln der Straßenseite, verbunden mit Wartezeiten an Ampeln, oder eine hochfrequentierte Mehrfachnutzung durch verschiedene Verkehrsteilnehmer sollte, wo möglich, immer vermieden werden.

Mit freundlichen und der Hoffnung auf pragmatische Verbesserungen verbundenen Grüßen!
Andreas Bauer

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