1972 bis Corona

Die Regattaanlage wird für die anstehenden Großereignisse mit einem Aufwand von neun Millionen Euro aufgehübscht. Ein ursprünglicher Sanierungsplan für die seit 1972 kontinuierlich verfallende olympische Anlage war erst im November 2019 verabschiedet worden, der Bedarf von 61 Millionen Euro ergeben hatte.

Aber die Corona-bedingten Etatstreichungen der Stadt München hatten das Projekt komplett in Frage gestellt. Am Mittwoch nun entschied der Sportausschuss des Münchner Stadtrats, sechs Millionen Euro 2021 für Reperaturmaßnahmen auszugeben und weitere drei Millionen Euro 2022.

Zielpunkt dieser Soforthilfemaßnahmen sind die European Championships 2022, deren Ruder- und Kanu-Wettkämpfe auf der Schleißheimer Regattastrecke stattfinden. Mit der großen Sanierung für 61 Millionen Euro hätte dieser Wettbewerb das Startsignal bilden sollen für die Rückkehr der olympischen Anlage auf die große Bühne des Weltsports, wo sie von ihrer Qualität her auch hingehören würde.

Jetzt steht freilich die Zukunft wieder genauso komplett in Frage wie in den Jahren vor dem wegweisenden Beschluss 2019. In der Argumentation der Stadtverwaltung für die Mini-Sanierung heißt es zur weiteren Ausrichtung: „Leistungssport und Veranstaltungen sind nachrangig zu berücksichtigen.“

Willi Bock, Vorsitzender der Rudergesellschaft München 1972 und Funktionär im Bayerischen Ruderverband, zeigte sich erleichtert, „dass es einen ersten Schritt gibt“. Oliver Bettzieche, Vorsitzender von „Regatta München“, hat hingegen zur Protokoll gegegeben, dass „damit die rühmliche Geschichte der Regatten im olympischen Erbe Münchens endet“.

Der Verein, der seit Jahren die Spitzensport-Veranstaltungen an der Regattastrecke organisiert und betreut, werde „bis auf Weiteres keine Regatten mehr planen“. Damit werde „einer der angesehensten und aktivsten Regattaverbände Europas seinen Zweck verlieren und sich andere Veranstaltungsorte suchen.“

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