Märkte außerhalb klein halten

In rhythmischen Abständen fordern „Aldi“ und „Lidl“ an der Sonnenstraße eine Erweiterung ihrer Verkaufsflächen. Diesmal war wieder „Lidl“ dran, das 200 Quadratmeter Lagerfläche zur Verkaufsfläche dazuschlagen wollte. Einhellig hat der Bauausschuss des Gemeinderats einmal mehr die Wünsche abgelehnt – wobei die FW allerdings mehr Entgegenkommen signalisierten.

„Im Hinblick darauf, dass mit dem ‚Penny‘ ein sehr reduziertes Angebot ins Ortszentrum kommt“, sei die Abelehnung nicht nachzuvollziehen, sagte Hans Hirschfeld (FW). Mit einem Verzicht auf eine Entwicklung des Standorts an der Sonnenstraße „stärken wir nur Feldmoching und Unterschleißheim“, mahnte Hirschfeld. Dort wüchsen die Einzelhandelsflächen ungebremst mit ihren Auswirkungen auf die Oberschleißheimer Kaufkraft.

Florian Spirkl (SPD) sagte hingegen, die Zielsetzung, Einzelhandel im Ort zu erhalten, sei so klar, „dass ich nicht verstehen kann, wie man da eine Sekunde darüber nachdenkt, davon abzukehren“. Das erst im Vorjahr aktualisierte Einzelhandelsgutachten für Oberschleißheim empfiehlt eindringlich, keine Erweiterung an der Sonnenstraße zuzulassen.

Eine eventuelle Vergrößerung der Märkte dort würde mit hoher Wahrscheinlichkeit „eine erheblich riskante Neubewertung“ der geplanten Ansiedlung von „Penny“ im Ortszentrum zur Folge haben, so die Expertise. Peter Benthues (CSU) sagte, dass man „Jahrzehnte an den Empfehlungen des Gutachtens festgehalten“ habe, um den Ortskern zu stärken, da sei eine Aufweichung nicht angeraten.

Seit 2018 hat das Rathaus zudem eine Einschätzung der Bezirksregierung im Haus, wonach derartige Pläne überhaupt nicht durch die Gemeinde genehmigt werden könnten. Vielmehr sei die Ecke des Gewerbegebiets durch die Ballung von Einzelhandelsläden in ihren überörtlichen Auswirkungen zu beurteilen. Und in der überörtlichen Sicht dürfe der Standort nicht um weitere Verkaufsflächen erweitert werden, da seine ortsferne Lage nicht ausgebaut werden solle.

Gegen die Stimme von Hans Negele (FW) lehnte der Bauausschuss des Gemeinderats die Pläne mit 12:1 Stimmen einmütig ab.

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