Museumsdepot nur mit fließend Wasser

Das Deutsche Museum hat einen erneuten Anlauf unternommen, eine große Depotlandschaft in Oberschleißheim anzusiedeln. Der Gemeinderat will allerdings nur teilweise mitspielen.

2010 hatte das Museum zwei alte Hallen am Südende des Flugplatzgeländes gemietet, die einst die Hubschrauberstaffel der Bundespolizei genutzt hatte, als sie noch Bundesgrenzschutz hieß. Mit dem Umzug der Bundespolizei in ihren Neubau wurden die lange leer stehenden Hallen dann auch formal aus dem Zugriff der Staffel genommen und das Deutsche Museum stellte hier Stücke unter.

Als die Immobilienverwaltung des Bundes die Hallen dann verkaufte, musste der Mieter seine Objekte entfernen. Den Zuschlag für die denkmalgeschützten Hallen erhielt dann freilich – das Deutsche Museum. Jetzt möchte das Museum die Hallen im eigenen Besitz wieder als Depot nutzen und um Anbauten für den immensen Lagerbedarf des Hauses erweitern. Aktuell stehen gerade ein Flugzeug und ein Schiff in einer der Hallen.

Der Bauausschuss des Gemeinderates hat beides freilich abgewiesen – zunächst. „Es wär schon schön, wenn die Hallen mal hergerichtet würden“, sagte Bürgermeister Christian Kuchlbauer, „aber es gibt einige Hindernisse.“ Obwohl hier vor wenigen Jahren bereits ein Depot betrieben wurde, verlangt das Rathaus nun eine korrekte Erschließung, sprich Wasser- und Abwasseranschlüsse.

Mit 10:3 Stimmen lehnte der Ausschuss die Depotnutzung wegen der fehlenden Erschließung ab – faktisch, um zu erreichen, dass die Erschließung hergestellt wird. Zwei Gegenstimmen kamen von den Grünen, die sich grundsätzlich gegen jegliche neue Belastung für das Gelände aussprachen.

Auch die geplanten Neubauten zur Ergänzung der Lagerflächen wollte die Gemeindeverwaltung unter Verweis auf die fehlende Erschließung ablehnen – was aber den Umkehrschluss nahelegen würde, dass sie bei entsprechenden Anschlüssen genehmigungsfähig wären. Dieses Signal lehnte der Ausschuss aber mehrheitlich ab. An der sensiblen Stelle in einem Naturschutzgebiet sollten keinerlei Neubauten entstehen.

Mit 8:5 Stimmen setzten SPD, Grüne, FDP und zwei Räte der FW gegen CSU, einen FW-Rat und den FW-Bürgermeister durch, dass der Neubau generell abgelehnt wurde. Das Deutsche Museum hatte auch schon mal ein öffentlich zugängliches Schaudepot neben der Flugwerft geplant.

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