Heimische Fische und ihre Nöte

Im dritten Jahr hat der Fischereiverein nun in der Aktion „Fischer machen Schule“ Schulklassen über das Fischereiwesen unterrichtet, heuer fast 100 Kinder der vierten Jahrgangsstufe aus Grundschulen in Ober-und Unterschleißheim.

An der Fischerhütte wurde von einem Team um Jugendleiter Simon Langhammer an sechs Stationen Wissen rund um das Leben im und am Wasser vermittelt. Ob lebende, heimische Fische im Aquarium oder Kleinlebewesen im Schauglas – die Kinder konnten die Fische, Tierarten und deren Lebensweisen kennenlernen. Auch wurde erklärt, wie lange es dauert, bis eine weggeworfene Plastikflasche verrottet, und warum man auf Plastik weitestgehend verzichten sollte.

Die Kinder erfuhren, dass Fischer nicht nur angeln, sondern auch Naturschützer mit vielfältigen Aufgaben in der Gewässerpflege seien. Und auch die Nöte und Probleme wurden dargestellt: Verbauungen wie Wehre, Schleusen oder Kraftwerke belasten die natürliche Situation, Gewässerverschlammung und Bodenverdichtung zerstören die Laichhabitate, Fraßdruck durch Fischprädatoren oder Verdrängung durch eingewanderte Arten stellen weitere Gefahren für heimische Fischbestände dar.

Die Fischer aus Oberschleißheim kümmern sich daher um revitalisierende Maßnahmen, wie das Einbringen von Wurzeln und Flusssteinen, damit sich Fische dort wieder wohl fühlen. Mit einem Brutboxprojekt versuchen sie, bedrohte Fischarten wieder anzusiedeln, und in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt wird der verdichtete Kiesboden aufgebrochen, damit die Fische ihre Eier dort wieder in einem sauberen, lockeren Kiesbett ablegen können.

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