Mobilität verbessern, nicht Straßen bauen

Eine mögliche Straßenunterführung der B471 unter die Bahn wäre für die Grünen „eine Katastrophe für Oberschleißheim und die Lebensqualität in unserem schönen Ort“ und das Bürgerbegehren dazu eine Mogelpackung. Bei einem Diskussionsabend im Bürgerzentrum am Donnerstag stellte der Oberschleißheimer Landtagsabgeordnete Dr. Markus Büchler, Sprecher der Grünen für Mobilität im Landtag, Alternativen vor durch eine „realistische, schnelle Verbesserungen der Mobilität in unserem Ort“.

Für Büchler ist der Bürgerentscheid „komplett irrelevant“, da die Gemeinde weder für die Bundesstraße noch für die Schienenwege zuständig ist. Zum Auftakt des Kommunalwahlkampfes werde von den Initiatoren und den dahinter stehenden Freien Wählern „der falsche Schein vorgegaukelt, man müsse nur unterschreiben und dann kämen die Schranken weg“. Dies sei angesichts der Zuständigkeiten „ein Irrtum“,

Büchler erneuerte das Credo der Grünen, wonach eine Straßenunterführung „kein Problem löst, sondern sehr viel zusätzlichen Verkehr nach Oberschleißheim hinein zieht“. Eine Ortsdurchgangsstraße ohne Schranken ließe „alle Dämme brechen und zöge Lkw-Schwerlastverkehr in den Ort, der nach Ausweichmöglichkeiten von den überlasteten Autobahnen sucht“, mahnte er.

„Anstatt mit falschen Versprechen riesige Mengen neuen Straßenverkehr in den Ort zu locken, müssen wir alle Hebel nutzen, um uns vor dem Durchgangsverkehr zu schützen“, sagte Büchler, „und wir müssen alles tun, damit der innerörtliche Verkehr und der Berufsverkehr besser und bequemer ohne Auto funktioniert.“ Kaum jemand setze sich gerne täglich ins Auto, um zur Arbeit zu fahren, argumentierte er, gefragt wären „bequeme, zuverlässige und kostengünstige Alternativen“. Diese müsse man anbieten, „anstatt nach 40 Jahren Straßenbau das Auto einfach immer weiter zu begünstigen“.

Aktuell liefen eine Machbarkeitsstudie für eine Seilbahnverbindung von München nach Dachau, für eine „Stadt-Umland-Straßenbahn“ nach Garching und die Vorarbeiten für ein neues  Buskonzept mit Express-Tangenten, etwa von Dachau über Schleißheim nach Garching. Der hausgemachte Verkehr im Ort müsse reduziert werden, indem gute Fuß- und Radwege samt Radabstellanlagen und Sharing-Angeboten angeboten würde, um Autofahrten überflüssig zu machen.

Dazu gehöre eine zusätzliche und bequeme Querung der Bahn für Fuß- und Radverkehr. Auch die morgendliche Stoßzeit vor Schulen und Kindertagesstätten könne durch alternative Modelle entschärft werden. „Niemand wird den Straßenverkehr wegzaubern können“, betonte der Landtagsabgeordnete,“aber wir können viel tun, um den Straßenverkehr zu reduzieren“. Dazu gebe es „kein Patentrezrept, aber sehr viele kleine Dinge, realistisch und schnell umsetzbar.“ Eine Straßenunterführung gehöre nicht dazu.

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