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ORTSGESCHEHEN

Lesermail zum Artikel 'Konkrete Grundlagen für den Bahnhofs-Kauf'

Ich bin sehr erstaunt, dass die Gemeinde Oberschleißheim dem Verein „Vabosh“ 100.000 Euro Haushaltsmittel für den Erwerb des alten Bahnhofs (sehe ich als Zuschuss) zur Verfügung stellen soll. Vorab, es hat noch keinen Verein in Oberschleißheim gegeben, der einen derart hohen Zuschuss für eigene Zwecke zur Verfügung gestellt bekommen hat. Das Gesamtvolumen der Vereinszuschüsse beläuft sich auf insgesamt 15.000 Euro.
Desweiteren kann ich nicht verstehen, dass die Gemeinde Steuermittel für den Erwerb einer äußerst maroden Immobilie verwenden soll (das Schwarze Buch lässt grüßen). Aber dies ist ja erst die Spitze des Eisbergs. Lt. Fachleuten sind Sanierungskosten von mind. 1,2 Mio. Euro erforderlich. Ich frage mich, wer soll das bezahlen?
Wie ich aus Unterlagen ersehe, gehören außer dem Grund, auf dem das Gebäude steht, keine weiteren Flächen zur Immobilie. Also keine Zufahrt, keine Stellplätze. Um dies zu ermöglichen, muss weiterhin Geld in die Hand genommen werden. Wer kommt hierfür auf?
Es ist in diesem Artikel von Konferenzräumen für Vereine die Rede. Wer soll dann die hohen Mieten, die sicher aufgrund der hohen Sanierungskosten entstehen, bezahlen? Ich kann mir nicht vorstellen, dass Vereine dies wollen. Die Räume für das Heimatmuseum werden sicher auch nicht kostenlos zur Verfügung gestellt, soll dies dann auch die Gemeinde bezahlen?
Was ist mit den Folgekosten, wer bezahlt diese? Für mich ist der Erwerb des alten maroden Bahnhofs ein Fass ohne Boden. Nach meiner Meinung hat die Gemeinde dringendere Aufgaben zu erledigen, als einen maroden Bahnhof zu erwerben. Es gibt einen großen Investitionsstau in Schulen und Kitas. Es werden mehr Kinder in den nächsten Jahren in Oberschleißheim erwartet, was aufgrund der gesetzlichen Lage bedeutet, dass ein Gebäude für Kindergarten und Krippe erstellt werden muss.
Desweiteren ist eine Grundsanierung für das Bürgerhaus und das Hallenbad schon seit Jahren auf der Agenda. Nicht vergessen darf man die Kosten für die Unterbringung von Flüchtlingen nach Anerkenntnis (wenn sie nicht selbst eine Wohnung finden).
Diese Pflichtaufgaben werden die Gemeinde in den nächsten Jahren noch vor große Probleme stellen. Es ist auch die Höhe der Gewerbesteuereinnahmen, die im Landkreis München zu den niedrigsten aller Kommunen zählen, in Zukunft fraglich. Wie lange hält die gute Wirtschaftslage an? Der Bürgermeister hat bereits angekündigt, dass bei geringeren Steuereinnahmen alle freiwilligen Leistungen auf den Prüfstand kommen (auch die Vereinszuschüsse).
Unter Einbeziehung aller vorgenannter Argumente kann ich nur hoffen, dass der Gemeinderat auch weiterhin den Antrag ablehnt. Desweiteren werde ich mich auf gar keinen Fall als Bürger bei der Finanzierung von Wunschträumen beteiligen. Vielleicht findet sich ja ein Investor, der den Bahnhof übernimmt. Es sollte aber nicht die Gemeinde sein.
Emil Köbele
 
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14.10.2015    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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