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Lesermail zum Artikel 'Freiraum für Radler'

Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich in einer Diskussion gut zurecht komme, ohne andere als blöd, wild, faul, intolerant und aggressiv zu bezeichnen. Leider gelingt das vielen wohl nicht.
Das Argument "Wer alleine in einem Auto sitzt und zur Arbeit fährt, während Kollegen lieber öffentliche Verkehrsmittel benutzen, muss sich nicht über Stau aufregen...er ist doch selbst der Stau" ist für mich ähnlich gut wie "Wenn sie kein Brot haben, sollen sie doch Kuchen essen".
Liebe Frau Lindbüchl, das ist schön, dass Sie offensichtlich die Wahl haben, mit welchem Verkehrsmittel Sie zur Arbeit fahren. Leider habe ich diese Wahl nicht. Sie haben wohl überlesen, dass ich sogar versucht habe, eine Fahrgemeinschaft zu bilden.
Ich fahre, wo immer ich kann, mit dem Fahrrad. Zum Einkaufen, zu Freunden, zum Wirt und zum Sport. Ich komme eigentlich ganz gut klar (wenn man einmal von der Buckelpiste entlang der Mittenheimer Straße absieht). Die Brücke nutze ich nie, sie ist mir viel zu steil und viel zu gefährlich. Entweder fahre ich durch die Unterführung - sie ist gegen Zusammenstöße extra mit einem Spiegel und einem blinkenden Warnsignal ausgestattet. Oder ich benutze den Aufzug der S-Bahn Station - da passt ein Rad ganz bequem hinein.
Für weitere Entfernungen, die ich in meiner Freizeit zurücklegen möchte, nutze ich gern die Bahn - da kommt es nämlich auf Pünktlichkeit nicht so sehr an. Im Gegensatz zur Arbeit, wo ich mit diziplinarischen Maßnahmen rechnen muss, wenn ich zu spät komme. Mit den Öffentlichen bei noch so frühem Aufstehen nicht zu machen. S-Bahn Pendler wissen, wovon ich rede. Der letzte Streik hat nochmals bewiesen, wie viel Auswahl mancher hat. Danke für nichts!
Dass die Fahrradstreifen auf der Brücke für sich allein genommen kaum den Kollaps bringen, habe ich zuletzt bereits geschrieben. Mir ging es in diesem Zusammenhang um einen größeren Maßstab: In dem Artikel wurde gesagt, dass Autofahrer deutlich bevorteilt seien. Es wurde insinuiert, Autofahrer nähmen den Radfahrern in unfairer Weise ihre Rechte.
Ich finde, es wird sehr schnell einmal von vergleichsweise wenigen verlangt, dass die Mehrheit massiv eingeschränkt wird (Verkehrsberuhigung, Fahrbahnverengungen, zusätzliche Ampeln...). Da wird man dann auch schnell als aggressiv, rücksichtslos und habgierig verunglimpft. Es scheint Mode zu sein, Autofahrer zu verteufeln und am liebsten würde man sie wohl möglichst ganz aus dem Ort verbannen. Dass viele einfach darauf angewiesen sind, ist dann eher nebensächlich.
Im Gegenteil, es wird auch noch so dargestellt, als würde man zum Spass "seinen Bauch im Auto über die Brücke fahren" (danke dafür!). Genau gegen diese Art von Verunglimpfungen wende ich mich als Berufspendler. Es wäre schön, wenn hier nicht eine Feindschaft herbeigeredet würde, die in der Realität gar nicht existiert. Da ich auch selbst Radfahrer bin, müsste ich ja mit mir selbst verfeindet sein.
Leider brauche ich das Auto nun mal, um in die Arbeit zu kommen. Ich finde es schade, es kostet mich sehr viel Geld und es tut mir um die Umwelt ehrlich leid. Solange ich aber nicht auf funktionierende öffentliche Verkehrsmittel umsteigen kann, hilft es einfach nichts (was versucht Oberschleißheim eigentlich in der Hinsicht...?). Und da würde ich mich freuen, wenn ich nicht auch noch von manchen meiner Mitbürger als fauler Rowdy bezeichnet und mit stetig zunehmenden Einschränkungen belegt würde.
Thomas Unterstaller
 
(weitere Lesermails zu diesem Thema)


21.06.2015    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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