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Schloss erhielt sein Gesicht zurück

Schloss erhielt sein Gesicht zurück

60 schmiedeeiserne Brüstungsgitter an Ost- und Westfassade waren über die Jahrunderte eine wesentliche Zierde von Schloss Schleißheim. Die pflegebedürftigen Geländer waren mehrfach neu gestrichen und restauriert worden, zuletzt in den 1960er Jahren, wo man in einem damals angesagten Akt "schöpferischer Denkmalpflege" die Gitter weiß tünchte. 1993 wurden alle 60 Stück abgeschraubt und nach und nach in Originalfassung restauriert. Seit Freitag sind nun als letztes auch die 13 Prunkstücke in der Bel Etage der Ostfassade wieder angebracht. "Damit erhält das Neue Schloss Schleißheim sein Gesicht zurück", jubelt Cordula Mauß, Sprecherin der Staatlichen Schlösserverwaltung.
Die Teile in sechs verschiedenen Designs verleihen der prunkvollen Fassade erst ihren letzten Schliff. Angefertigt wurden sie im Auftrag von Schlosserbauer Kurfürst Max Emanuel zwischen 1724 und 1725 von Antoine Motté, der gestalterische Entwurf könnte Joseph Effner zugeschrieben werden, die Modelle für die Gussteile stammen von Guillaume de Groff. Diese Münchner Hofschmiede Motté zwischen 1719 und 1726 war mit ihren hoch entwickelten französischen Schmiedetechniken eine exquisite Besonderheit östlich des Rheins.
"Von der Qualität sehr hochwertig", lobt Chef-Restaurator Stephan Wolf von der Schlösserverwaltung die Brüstungen, "die sind schon was Besonderes". Durch die vielfachen Überstreichungen durch die Jahre waren keinerlei Erkenntnisse über den Urzustand mehr sichtbar, erst durch Analogieschlüsse mit Gittern aus den Parkburg von Nymphenburg aus gleicher Werkstatt konnten die Restauratoren das barocke Aussehen erahnen.
Die Gitter, deren größere an die 200 KIlogramm wiegen, besitzen geschmiedete Zierblätter und florale Zierelemente aus einer Kupferlegierung, einzelne Rosetten wurden aus Bronze gegossen, Platten aus Blech geschmiedet. Gestaltet wurden sie nun anthrazitfarben mit blattvergoldeten Zierelementen.
Die Schlosserarbeiten wurden dabei in Schleißheim vorgenommen, wo die Gitter über die Jahre meist auch gelagert waren. "Fantastisch" findet es Paula Kleeberger, die Leiterin der örtlichen Schlossverwaltung, dass die Zierstücke wieder sichtbar sind. Angesichts der logischen Prioritäten auf dem Erhalt funktionaler Elemente sei es eine besondere Freude, auch reine Schaustücke so hochwertig restauriert zu bekommen, freute sie sich.
Für die fünf zentralen Brüstungsgitter vor der Gemäldegalerie lässt sich der Restaurationsaufwand auf knapp 200.000 Euro taxieren, eine Summenzahl der Gesamtmaßnahme lasse sich angesichts der vielfältigen Eigenleistungen und der jahrzehntelangen Dauer nicht darstellen, hieß es aus der Schlösserverwaltung.
Gestalter Motté übrigens war seinerzeit leer ausgegangen. Sowohl bei Max Emanuel als auch bei dessen Nachfolger Karl Albrecht versuchte er vergebens, aus der leeren Staatskasse sein zustehendes Salär zu erhalten. Aus Protest soll er daraufhin eine laufende Arbeit im Schloss Dachau zerstört haben.


21.11.2014    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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