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ORTSGESCHEHEN

Grüß Gott, Herr Bürgermeister!

Grüß Gott, Herr Bürgermeister! Schon dran gewöhnt, dass die Anrede jetzt Ihnen gilt?

Grüß Gott Herr Bachhuber, ich werde mich an die Anrede wahrscheinlich recht schnell gewöhnen. Ich hoffe allerdings, dass mich meine Bekannten und Freunde nach wie vor mit meinem Vornamen anreden.

Was lief seit der Wahl bis jetzt ab? Beruf abwickeln, Bürgermeister-Kurse besuchen, letzter Erholungsurlaub?

Bis jetzt hatte ich noch keine Zeit zum Nachdenken. Die ersten Tage nach der Stichwahl gingen von allen Gemeinden des Landkreises und der Nordallianz sowie von vielen ortsansässigen Firmen und Vereinen Glückwünsche bei mir persönlich und im Rathaus ein. Bei meinem alten Arbeitgeber waren einige Sachen zu regeln: Meine Nachfolge, wer betreut meine Lehrlinge, was ist mit meiner Freistellung, Übergabe der Bereiche, Abschiedstour in den verschiedenen Ämtern, am Gründonnerstag Gespräch mit unserer Altbürgermeisterin, über Ostern ein Kurzurlaub nach Österreich, um unseren Wohnwagen abzuholen, Seminar in Coburg, Abschiedsfeier bei meinem Arbeitgeber - mit vielen Emotionen nach 30 Jahren - und die vergangenen Tage Bürgermeister-Crashkurs in Fürstenfeldbruck.

Und wahrscheinlich haben sich verblüffend viele allerbeste Freunde gemeldet, die alle was von Ihnen wollen...?

Das hält sich bisher noch in Grenzen. Es waren einige Gespräche mit Bürgern über altbekannte Probleme, aber bisher noch nicht mehr. Meinen echten Freundeskreis habe ich seit vielen Jahren, das ist auch gut so, die können mir auch weiterhin alles sagen.

Wenns jetzt dann am Montag richtig losgeht - was ist zu erwarten? Was wird sich für den Oberschleißheimer im Rathaus ändern?

Für die Bediensteten im Rathaus wird sich nichts ändern, außer dass sie sich nach 18 Jahren an einen neuen Chef gewöhnen müssen und ich mich an sie. Frau Ziegler hinterlässt eine funktionierende Verwaltung. Ich kenne bisher noch nicht alle Mitarbeiter, das wird sich aber schnell ändern. Ich freue mich daher auch auf eine gute Zusammenarbeit.

Was haben Sie im Gemeinderat vor? Wird sich da was ändern, von den Abläufen, den Äußerlichkeiten, dem Arbeitsstil?

Im Gemeinderat möchte ich eine gute Zusammenarbeit mit allen Gruppierungen haben. Sitzungen sollten kürzer sein, lieber alle drei Wochen eine Sitzung als bis spät nachts. Ich könnte mir auch vorstellen, unabhängig vom Ältestenrat sich einfach mal öfter mit den Fraktionsvorsitzenden zu treffen, um bestimmte Themen abzustimmen. Das wird sich mit der Zeit aber alles regeln.

Als Zweite Bürgermeisterin werden Sie Angelika Kühlewein vorschlagen und als Dritten Bürgermeister Hans Hirschfeld?

Ich habe in Ihrer Rubrik "am Rande" davon gehört. Wen die CSU vorschlägt, liegt an der CSU, nicht an mir. Gespräche finden nächste Woche meinerseits mit der FDP, SPD und den Grünen statt. Weitere Bürgermeister werden außerdem vom Gemeinderat vorgeschlagen und auch gewählt.

Sagen Sie mal: warum wollen Sie denn einen Dritten Bürgermeister? Sie müssen sich doch noch auf jeden Termin freuen, was soll da ein Stellvertreter eines Stellvertreters?

Entweder Oberschleißheim braucht einen Dritten Bürgermeister oder Oberschleißheim braucht keinen. Vor sechs Jahren hat sich Oberschleißheim für einen Dritten Bürgermeister entschieden, also brauchen wir anscheinend einen. Ich freue mich natürlich auf meine neue Aufgabe. Allerdings werden die Aufgaben eines Bürgermeisters nicht weniger. Gerade am Anfang werde ich nicht alle Termine wahrnehmen können. Ich werde auf Fortbildungen sein, Termine des Bayrischen Städtetages und Bayrischen Gemeindetages wahrnehmen. Oberschleißheim ist bei vielen Zweckverbänden Mitglied. Runde Geburtstage werden mehr. Ich denke nicht, dass ein Dritter Bürgermeister arbeitslos sein wird.

Zwei "große" Themen gibt es ja, in denen Sie dezidiert andere Ansichten vertreten als die bisherige Ratsmehrheit. Sie fordern eine Straßenunterführung der Dachauer Straße unter die Bahn statt der "Bahn im Tunnel" und Sie wollen das Gewerbegebiet am Bruckmannring ausweiten. Planen Sie da jetzt Richtungsänderungen? Was haben Sie zu beiden Themen ganz konkret vor?

Man muss unterscheiden, was ich für sinnvoll halte und was möglich ist. Zur Beseitigung der Bahnschranke: Eine BIT wird meiner Meinung nach immer unwahrscheinlicher, für eine Straßenunterführung ist keine Mehrheit vorhanden. Also bleibt bis auf Weiteres die Bahnschranke. Das ist nun mal die Realität. Um den täglichen Stau zu vermindern, verfolge ich also Lösungsansätze, die machbar sind. Diese werde ich zusammen mit dem Gemeinderat und der Autobahndirektion angehen. Zum zweiten Punkt Gewerbegebiet am Bruckmannring: Ja, ich bin für einen Gebietstausch, nein, ich bin nicht für ein großräumiges Gewerbegebiet an dieser Stelle. Mir geht es darum, Gewerbeflächen im Bedarfsfall ausweiten zu können. Hier habe ich mit der CSU eine Mehrheit. Die Frage ist doch, soll man dies mit aller Gewalt tun? Ich denke nein, im Gemeinderat sollen solche Projekte offen diskutiert werden. Alle Parteien sollten sich Gedanken machen, wie soll Oberschleißheim im Jahre 2050 aussehen? Mit der Ansiedlung der LMU kommen auch viele Probleme auf uns zu. Oberschleißheim wird sich die nächsten 20 Jahre stark verändern, ob wir wollen oder nicht. Hier muss man ansetzen und das Beste für den Ort rausholen.

Wie ist das jetzt, wenn das Bayerische Verkehrsministerium - wie immer mal wieder - zu einer Besprechung über einen eventuellen Bahntunnel einlädt. Wie engagiert verfechten Sie denn dann die Forderung, die ja weiterhin Beschlusslage der Gemeinde ist?

Ich bin Bürgermeister der Gemeinde Oberschleißheim und damit Vertreter des Gemeinderates und werde mich an Beschlüsse des Gemeinderates halten. Wenn bei Gesprächen ein Bahntunnel als möglich erscheint, wäre dies ja ein Traum. Ich werde aber immer auch nach Lösungen suchen.

Auch wenn Sie vorher die Personalien der weiteren Bürgermeister weit von sich gewiesen haben: den Deal mit der CSU im Wahlkampf haben ja Sie ausgehandelt und dass jetzt nichts an Ihnen vorbeiläuft, ist auch klar. Wie eng sehen Sie denn das Bündnis mit der CSU? Immerhin gab es hier ja viele unterschiedliche Sichtweisen und im alten Gemeinderat auch gehörige Animositäten.

Der CSU ist bewusst, dass die Sichtweisen der Gruppierungen auch weiterhin verschieden sein können. Wo ist das Problem? Es wird Sachpolitik betrieben werden. Da gehören unterschiedliche Sichtweisen zur Realität. Es wird Mehrheiten zusammen mit der CSU geben, es wird Mehrheiten zusammen mit der SPD geben, es wird auch Mehrheiten von CSU und SPD gegen die Freien Wähler geben. Mehrheiten von Freien Wählern zusammen mit der FDP und den Grünen sind rechnerisch leider nicht möglich, aber auch hier wird es Gemeinsamkeiten geben. Dies gehört zur Demokratie. Genau so soll es auch sein.

Danke für diese erste Standortbestimmung. Viel Erfolg im neuen Amt! Wo geht's heute und die nächsten Tage zu den ersten Terminen?

Ich bedanke mich bei Ihnen und freue mich auf gute Zusammenarbeit. Heute um 13 Uhr bin ich auf der Maifeier am Bürgerhaus zu finden. Morgen vormittag im Rathaus. Frau Ziegler hat sich angesagt, Frau Pfarrerin Buck und Herr Pfarrer Kampe werden kommen, Termine werden abgestimmt, ab 14.30 Uhr bin ich bei der Eröffnung der UGA, und so wird es vermutlich weitergehen. Ich wünsche allen Lesern einen schönen 1. Mai und verspreche Ihnen: Sie sehen und hören mich jetzt öfters!



01.05.2014    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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