. .
Raiffeisenbank OberschleißheimBaugenossenschaft Ober- und Unterschleißheim
ORTSGESCHEHEN

'Vertrauensvolle Zusammenarbeit'

Liebe Elisabeth,
spannende 18 Jahre gehen für Dich dem Ende entgegen und ich möchte Dir gern ein paar Worte der Erinnerung und des Dankes widmen. Als Du im März 1996 zur Ersten Bürgermeisterin von Oberschleißheim gewählt wurdest, kannten wir uns schon aus gemeinsamen Jahren im Gemeinderat.
Du hattest Dir fachliches Wissen bei der Gewerkschaft angeeignet, was ich nicht so toll fand, dann aber den Weg in die Steuerkanzlei von Frau Schulze gefunden, was mir von der privatwirtschaftlichen Seite her sehr recht war und so in der Gesamtheit eine Grundlage für Deine neue Aufgabe geschaffen.
Du wurdest die erste Frau in diesem Amt in Oberschleißheim und als „Schleißheimer Gewächs“ hattest Du die Voraussetzung für die Wahl, die Dir in all den Jahren die Wiederwahl gesichert hatte.

Kurz nach Deiner Wahl batest Du mich um ein Gespräch und fragtest mich, ob ich als Dein Stellvertreter Zweiter Bürgermeister werden wolle. Du suchtest jemanden mit politischer Erfahrung und da ich vorher schon von 1974 bis 1982 und von 1990 bis 1994 zwölf Jahre Abgeordneter im Bayerischen Landtag gewesen war, fiel Deine Wahl auf mich. Beruflich war ich vorher von 1963 bis zur Wahl in den Landtag 1974 Vorstand der Schloss- und Gartenverwaltung, hatte also Verwaltungserfahrung am Ort und war von 1983 bis 1990 im Umweltministerium beruflich tätig. Kannte also auch das Innere von Ministerien in Bayern.
Ich war ob Deines Angebots überrascht, aber auch erfreut und fragte, ob Du denn glauben würdest, dass Deine SPD mich denn wählen würde. Es kam zu einem Gespräch von uns beiden mit Frau Karin Schulze, die damals Eure Fraktion leitete. Sie meinte, eine Mehrheit für mich organisieren zu können, und so kam es bei der konstituierenden Sitzung zu der Situation, dass ich als der älteste Gemeinderat Dich vereidigen musste und anschließend Du, nach meiner Wahl, die mit 14:11 Stimmen zu meinen Gunsten ausging, mich vereidigen durftest.

Aus diesem gemeinsamen Beginn ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit über zehn Jahre hinweg, bis zu meinem Ausscheiden aus dem Amt und dem Gemeinderat geworden, der durch die Krankheit meiner Frau auf meinen Wunsch hin erfolgte. Nicht nur im Dienst für die Gemeinde konnten wir uns aufeinander verlassen, in den Jahren ist eine Freundschaft gewachsen, in die unsere beiden Partner mit einbezogen wurden.
Auch unterschiedliche Meinungen bei Sachfragen haben uns nicht trennen können. Ich denke hier an die Debatte um das Hallenbad. Ich war für seine Schließung, weil die jährlichen Kosten die möglichen Einnahmen bei weitem überschritten. Du wolltest es für die Schulen und Vereine halten. Der Bürgerentscheid ging zu Gunsten des Hallenbades aus, ich habe den Willen der Bürger akzeptiert, eine Privatisierung wäre mir lieber gewesen.
Wir haben uns in den zehn gemeinsamen Jahren an der Spitze der Gemeinde gut ergänzt. 2002 war ich mit 13:12 Stimmen wieder gewählt worden. Es war knapp, aber ich konnte mir die notwendige Zeit nehmen. Ich war seit 1994 in Pension gegangen, also nach Terminabsprache jederzeit verfügbar und wir konnten uns aufeinander verlassen.
Die Gefahr, dass ich vielleicht Dein Amt selber anstreben könnte, bestand nicht. Dafür war ich bereits zu alt, diese Kandidatur hatte ich bereits 1972 hinter mich gebracht. Als wir 1996 gemeinsam in der Gemeinde anfingen, hatte ich bereits 29 Jahre Gemeinderat und 24 Jahre Kreistag „auf dem Buckel“.

Nach dem Ausscheiden als Zweiter Bürgermeister und dem Gemeinderat im Jahre 2006 und nach dem Tod meiner Frau im Jahr darauf habe ich 2009 Oberschleißheim verlassen und bin ins Augustinum München-Neufriedenheim gezogen. Unsere Freundschaft ist geblieben und ich wünsche mir, dass sie auch in den kommenden Jahren Bestand hat. Du wirst Dich etwas mehr der Familie und Deinen lieben Enkeln widmen und Sigi wird sich daran gewöhnen müssen, dass Du nun öfter zu Hause bist.
Ich wünsche Euch viele gemeinsame Jahre und mir, dass wir uns immer wieder in Freundschaft begegnen. Unterschiedliche politische Richtungen können als Menschen sehr wohl zusammen finden. Wir sind dafür ein gutes Beispiel und das sollten wir uns erhalten. Es hatte durch diese Freundschaft auch zu politischen Übereinstimmungen geführt. Ich glaube, zum Wohle der von uns vertretenen Gemeinde.

Dein besonderes Verdienst wird bleiben: Du hast in Deiner Zeit als Erste Bürgermeisterin den übernommenen Schuldenberg kontinuierlich Jahr für Jahr verringert und daran haben alle Gemeinderäte mitgewirkt. Das ist der versöhnliche Abschluss für eine Lebensleistung, die Du für Dein Oberschleißheim erbracht hast.
Dein Wolf-Dietrich Großer

(zurück zur Übersicht)


28.04.2014    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

rk medien - Ihr richtig kreativer Drucker
WetterOnline
Das Wetter für
Oberschleißheim