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Donnerstag: Ideen zur Verkehrspolitik?

Donnerstag: Ideen zur Verkehrspolitik?

Die Westumgehung parallel zur Autobahn kommt wohl irgendwann, die „Bahn im Tunnel" kommt vielleicht noch irgendwanner... Besteht die Oberschleißheimer Verkehrspolitik aus der verbalen Verteidigung dieser beiden Positionen und dem Warten auf ihre Umsetzung - oder haben Sie weitere/andere Ideen?
Und wie sehen Sie speziell die Bahnschranke: als Ärgernis, das zu beseitigen ist - oder als willkommene „Verkehrsberuhigung" der B471, die folglich zu erhalten ist?

Angelika Kühlewein (CSU): Liebe Leserinnen und Leser, herzlich willkommen zum 2. Wahl-Chat. Gestern haben wir Ihnen unseren Standpunkt zum Thema Gewerbe- und Bauentwicklung näher gebracht. Im Mittelpunkt steht für uns immer das Handeln zu Ihrem Wohle, auch bei dem heutigen Thema Verkehr. 

Christian Kuchlbauer (FW): Ein herzliches Grüß Gott zu dem heutigen Chat. Stimmt, die Positionen sind hier festgefahren. Die Westumgehung kommt vermutlich irgendwann, die Bahn im Tunnel bleibt ein schöner Traum, die Beseitigung der Bahnschranke durch einen Tunnel hat bisher keine Mehrheit, also bleibt momentan es so, wie es ist. Stau vor der Bahnschranke und Schleichverkehr durch den Ort. Lösungsansätze sind unter anderem, die vierte Fahrspur auf der Autobahn bei Neuherberg auf dem Standstreifen zu verlängern, und dies nur für die Rechtsabbieger Richtung Deggendorf freizugeben. Somit reduziert sich der Verkehr durch OSH.

Florian Spirkl (SPD/FDP): Grüß Gott an alle Leserinnen und Leser. Beim Verkehr in Oberschleißheim gibt es keine Patentlösungen, die die Gemeinde sofort und ohne die Beteiligung anderer Stellen umsetzen kann. Die Verlegung der Staatsstraße 2342 an die Autobahn ist im Ausbauprogramm der Staatsstraßen und hat dort höchste Priorität. Mit dieser Verlegung wird laut Verkehrsgutachten der Verkehr auf der Feierabendstraße halbiert und der Schleichverkehr durch die Parksiedlung deutlich reduziert. Deshalb wird es in den nächsten Jahren wichtig sein, den Freistaat Bayern an seine Zusagen zu dieser Verlegung zu erinnern und die Verlegung immer wieder einzufordern.
Bei der Diskussion den Kreisels in Lustheim hat das Straßenbauamt deutlich gemacht, dass die Beseitigung des Bahnübergangs zu sehr viel mehr Verkehr auf der B471 führen wird. Diese ist insbesondere dann mit Stau belastet, wenn auf der A99 Stau ist. Deshalb wird auch die Abschaffung des Bahnübergangs keine Entlastung vom Stau auf der B471 bringen, die Stauumfahrung durch Oberschleißheim wird nur noch attraktiver. Deswegen werde ich am Ziel Bahn im Tunnel festhalten, denn mit dem kurzen oder langen Tunnel wird wenigstens der Bahnlärm deutlich reduziert. Eine Unterführung der B471 unter der Bahn führt zu mehr Autolärm, ohne dass die Bahn leiser wird.

Christian Kuchlbauer (FW): Eine weitere Möglichkeit, den Schleichverkehr durch den Ort zu verringern, ist, Einbahnregelungen zu verändern bzw. einzuführen. Bei durchgehendem Stau auf der B471 von Lustheim kommend biegen die PKW`s die erste Möglichkeit Theodor-Körner-Str. rechts ab, fahren bis zur Ludwig-Thoma-Str. bis zur Brücke usw. Man könnte die Ludwig-Thoma-Str. von der Eigenheimstr. Richtung Haselsberger Str. zur Einbahnstraße machen, somit hat der Schleichverkehr ein Problem, er müsste größere Umwege fahren, damit unattraktiv.

Florian Spirkl (SPD/FDP): Die Freigabe der Standspur auf der A99 bis zum Dreieck Feldmoching ist eine Idee, die durchaus denkbar ist. Allerdings wird an der Anschlussstelle Oberschleißheim der Verkehr von der Autobahn immer Vorrang haben, je mehr Autos dort von Norden oder Süden auf die B471 wollen, umso weniger Autos können von Oberschleißheim aus über die Autobahn Richtung Dachau. Deshalb muss dann auf jeden Fall dieser Bereich der Autobahnausfahrt ertüchtigt werden.

Florian Spirkl (SPD/FDP): Die Einbahnstraße, die Herr Kuchlbauer vorschlägt, wird nur zu einer Verlagerung den Schleichverkehrs aus der Ludwig-Thoma- in die Haselsbergerstraße führen. Und Autofahrer, die den einen Schleichweg kennen, werden auch sehr schnell den anderen finden.

Angelika Kühlewein (CSU): Oberschleißheim ist verkehrsgeplagt und kämpft deshalb schon lange mit den damit verbundenen Problemen wie Lärm, Umweltbelastung, unnötigen Staus, Schleichverkehr usw. Ursachen dafür gibt es viele: die umliegenden Autobahnen mit überlasteten Anschlussstellen, die Bahn mit ihren beschrankten Übergängen und nicht zuletzt die Lage Oberschleißheims im Speckgürtel von München.
Aber nicht jeder Verkehr ist zu verurteilen: Wir alle genießen den Vorteil, dass wir gut erreichbar sind und dass wir wichtige Orte im Umfeld selbst gut erreichen können. Den Durchgangsverkehr, der nur Belastungen für uns bringt, möchte die CSU aus dem Ort heraus verlagern. Deshalb verfolgen wir mit Nachdruck und mit der gebotenen Beharrlichkeit gegenüber den jeweiligen Verhandlungspartnern die Schaffung einer Ortsumgehung und zusätzlicher Autobahnanschlussstellen. Diese Maßnahmen würden dazu führen, Staus zu vermeiden oder zumindest in erheblichem Maße zu reduzieren. Der heutige Durchgangsverkehr würde um Obeschleißheim herum fließen.
Die Problematik des Bahnüberganges, so wie wir sie heute kennen, würde sich dann nicht mehr so stellen. Die alleinige Beseitigung der Schranke unter Beibehaltung der Straße als Bundesstraße sehen wir als problematisch. Darüber hinaus gibt es in Deutschland kaum ein Projekt von vergleichbarer Komplexität, bei dem eine Bundesstraße, eine Bahnquerung, eine Staatsstraßenquerung und ein denkmalgeschützer Kanal zu berücksichtigen wäre.
Selbstverständlich kämpfen wir auch gegen die negativen Begleiterscheinungen des Verkehrs: Der Lärmschutz entlang der Autobahnen muss baldmöglichst realisiert werden.

Christian Kuchlbauer (FW): Bei einer Beseitigung durch eine Bahn im Tunnel fließt genau so viel Verkehr durch den Ort wie bei einer Straßenunterführung! Die Frage ist doch, wollen wir die Bahnschranke beseitigen? Wenn nein, dann brauchen wir nicht weiter zu diskutieren. Wenn ja, dann muss man der Realität ins Auge sehen. Unterschleißheim hat eine stärkere Finanzkraft als OSH und baut gerade eine Straßenunterführung. OSH bekommt eine Straßenunterführung komplett gezahlt, will sie aber nicht. Eine Tieferlegung, nicht Bahn im Tunnel, kostet die Gemeinde laut Bayrischem Wirtschaftsministerium mindestens 70 Mio Euro aus eigener Tasche, Tendenz steigend. Also nie realisierbar. Bitte dann sollen die Tunnelbefürworter halt sich der Meinung der Grünen anschließen und für die Beibehaltung der Bahnschranke sein. So kann sich die Bevölkerung wenigstens darauf einstellen.

Ingrid Lindbüchl (Grüne): Grüß Gott zusammen auch von meiner Seite... An dieser Fragestellung, so glaube ich, hat sich Oberschleißheim schon totdiskutiert. Wir können eine Umgehungsstraße bauen und gleich daneben noch eine, falls diese verstopft ist...wir können eine Straßenunterführung bauen, die dann den gesamten Stau von der Autobahn zu uns in den Ort holt... Hier beißt sich die Katze immer wieder in den Schwanz.
Die einzige wirkliche Lösung des Verkehrsproblems besteht darin, den Individualverkehr (= 1 Mensch pro x Kubikmeter Blech) zusammenzufassen zu einem gut funktionierenden, kostengünstigen, öffentlichen Personen- Nah-und Fernverkehr. Dazu bedarf es aber genau eines extremen Leidensdrucks - und den haben wir jetzt  - der ein Umdenken eines jeden einzelnen Autofahrers/in auslöst. Das gilt in erster Linie für mich selbst auch! Man kann sich als Bürger nicht immer nur hinstellen und schreien: "Jetzt macht endlich was mit diesem unerträglichen Verkehr!"...Leute, der Verkehr sind wir! Und wir haben die Entscheidungsgewalt über das, was wir tun. Wenn wir weniger Verkehr wollen, dann müssen wir weniger Verkehr machen! Wenn wir es leiser haben wollen, müssen wir leiser werden und wenn wirs nicht mehr so hektisch wollen, dann müssen wir ruhiger werden!

Christian Kuchlbauer (FW): Mit der Ertüchtigung der Autobahnanschlußstelle hat Herr Spirkl recht. Nur mit dieser Ertüchtigung kann der Plan eine deutliche Entlastung bringen. Bei der Verlegung der Staatsstraße stimme ich ebenfalls zu. Wir werden in Oberschleißheim definitiv nicht weniger Verkehr bekommen. Man muss versuchen, den Verkehr durch den Ort zu reduzieren und den Verkehr, der durch den Ort geht, zu kanalisieren. Also den Schleichverkehr unattraktiv zu machen.

Casimir Katz (FDP): Verkehr ist ein sehr komplexes Problem, da gibt es viele Akteure und Interessen zu berücksichtigen. Mehr als ein paar Grundsätze sind in einem Chat leider nicht möglich. 
Beim Straßenverkehr ist die Staatsstraße die höchst belastete Straße am Rande ihrer Leistungsfähigkeit. Der Verkehr wird im Münchner Norden mit 40 % Zuwachs bis 2025 prognosziert. Damit ist ein Abwarten indiskutabel, die Notwendigkeit einer Entlastung wird sich verstärken. Autobahnen und neue Zufahrten haben eine gewisse Entlastungswirkung, aber wenn es dort eine Störung gibt, bricht der Verkehr auf den anderen Straßen regelmäßig zusammen. Deswegen ist eine Umgehungsstraße die bessere Lösung und die Einstufung in den vordringlichen Bedarf eröffnet eine klare Realisierungsschance.
Bei der B471 wird der Umbau der Anschlussstelle an die A92 eine spürbare Entlastung bringen. Eine Beseitigung des Bahnübergangs wird aber den Verkehr wieder erhöhen und deshalb sollte man auf keinen Fall dies durchführen, ohne andere Vorteile wie z.B. Lärmschutz an der Bahn zu erhalten. Dies ist nur mit der Tieferlegung der Bahn zu erreichen, die auch das Ergebnis des damaligen Bürgerentscheids waren. Dafür liegt ja inzwischen auch eine konkrete Machbarkeitsstudie vor.
Ich halte nichts von teuren Zwischenlösungen, die eine gute Lösung auf Dauer verhindern. Politik ist das Bohren dicker Bretter und lange Planungszeiten sind bei solchen Projekten die Regel. Für die Finanzierung solcher Maßnahmen bedarf es eines langen Atems. Aber es wird sich lohnen, an dem Projekt weiter zu arbeiten.

Gaby Hohenberger (Grüne): Liebe Leserinnen und Leser,  auch von meiner Seite ein herzliches Willkommen zu unserem heutigen Chat zum Thema Verkehr. Die Verkehrssituation am Bahnübergang der Bundesstraße 471 stellt für viele ein Ärgernis dar und sorgt auch für Schleichverkehr in die Wohngebiete. Der Bau einer Unterführung würde zum einen zu einer größeren Verkehrsdichte führen und zum anderen würde ein Tunnel als überdimensionierter Baukörper das Schlossensemble samt der umliegenden historischen Gebäude und Wohnansiedlungen in städtebaulicher Hinsicht völlig verunstalten. Die geplante Westumgehung mit all den negativen Auswirkungen auf die Anwohner der westlichen Ortsteile und der Landschaft habe ich bereits gestern im Chat schon erörtert. Ich bin der Meinung, dass wir die im „Positiv-Gutachten“ für den Münchner Norden  bereits 1988 geforderte „Regionalisierung der Autobahnen“, um die völlige Verinselung der Landschaft im nördlichen Umland zu vermeiden, verfolgen sollten, d.h., die Verlegung der Staatsstraßen auf die Autobahnen, um die Ortschaften zu entlasten. Vor dem Bau einer Westumgehung sollte der sechsstufige Ausbau der A92 und die Entlastung über den Anschluss A99 an der Schleißheimer Straße abgewartet werden.
Zur Entlastung des Verkehrs innerörtlich sollte der weitere Ausbau der Radwege, insbesondere die zügige Umsetzung des Radverkehrskonzepts, konsequent umgesetzt werden und die vollständige Umsetzung des Nahverkehrsplans des Landkreises München, sprich, die Verbesserung der Buslinien nach Dachau und München zur U-Bahnhaltestelle Am Hart ab Ende 2014 sorgen zukünftig ebenfalls für eine Entlastung des Verkehrs. .Die Errichtung einer zweiten S-Bahn-Haltestelle im Zuge der Erweiterung der LMU an der Sonnenstraße, ein Innenraum-Ticket für Oberschleißheim, ein 10- Minutentakt der S-Bahn sind Forderungen von uns Grünen an den öffentlichen Nahverkehr, für die wir uns einsetzen.

Christian Kuchlbauer (FW): Eine Umgehungsstraße hat die gleiche Auswirkung wie die Autobahnanschlüsse. Oberschleißheim hat immer für die Autobahnanschlüsse gekämpft und dann der Realität ins Auge sehen müssen. Sie kommen nicht und werden nie kommen. Es kommt der sechsspurige Ausbau der Autobahn ohne neue Anschlußstellen. Oberschleißheim bekommt dadurch endlich den Lärmschutz für die westlichen Gebiete und erhöht diesen auf eigene Kosten. Das ist Realität.

Florian Spirkl (SPD/FDP): Laut dem Lärmgutachten der Gemeinde ist die Bahn der Verursacher der größten Lärmbelästigung am Ort. Und das mit großem Abstand zu allen Straßen. Die Bahn im Tunnel oder der kurze Tunnel würden zu einer deutlichen Verringerung des Bahnlärms führen. Deshalb sollte dieses Ziel nicht mit einer Unterführung verbaut werden. Natürlich würde auch dann der Verkehr auf der B471 zunehmen, bei aber deutlich reduziertem Bahnlärm. Wenn der Bahnlärm bleibt wie er ist, ist für mich eine Erhöhung des Durchgangsverkehrs auf der B471 indiskutabel. Deshalb ist die Beibehaltung der aktuellen Situation auch besser als die Unterführung, durch die sich der Stau nach Dachau dann trotzdem bis Lustheim zurück staut.

Florian Spirkl (SPD/FDP): Aber Verkehrspolitik in Oberschleißheim besteht nicht nur aus Autoverkehr. Ich freue mich, dass der Nahverkehrsplan des Landkreises dazu geführt hat, dass ab Dezember 2014 der Bus nach Garching auf den Forschungscampus durchfährt, der 20-Minuten-Takt deutlich ausgeweitet wird und abends bis 23:00 Uhr fährt. Außerdem wird es auch eine Busverbindung nach Garching am Samstag und am Sonntag geben. Zusätzlich wird ab Dezember noch ein Bus vom Bahnhof Oberschleißheim über Lustheim und das Helmholtz-Zentrum zur U-Bahn-Station Am Hart fahren. Ab 2018 sieht der Nahverkehrsplan auch eine Verbesserung des Taktes nach Dachau vor. Der Verkehr in und um München wird zunehmen. Je mehr Menschen Busse und Bahnen nutzen, umso weniger Autos fahren durch den Großraum München.

Angelika Kühlewein (CSU): Darüber hinaus erkennen wir von der CSU aber weiteren Handlungsbedarf. Vor allem bei innerörtlichen Maßnahmen dürfen wir auch nicht unsere kleinsten und schwächsten Verkehrsteilnehmer vergessen: Straßenüberquerungen müssen sicher und die Schulwege müssen zu jeder Jahreszeit benutzbar sein.
Was wir bisher aufgezeigt haben, sind allerdings nur Reaktionen auf die bestehenden Probleme. Wir müssen heute handeln, um den zukünftigen Belastungen so gut wie möglich zu begegnen! Mit dem Ausbau der LMU wollen geschätzte 3500 Studenten, Mitarbeiter, Professoren und Verwaltungsangestellte zusätzlich tagtäglich zu den Institutsgebäuden. Einen Bus-Pendelverkehr von der S-Bahn über die Feierabendstraße zur LMU gilt es zu vermeiden! Die sinnvollste und praktikabelste Lösung hierfür wäre die Errichtung einer zweiten S-Bahn-Haltestelle „Schloss/LMU“. Ein solcher Bahnhof ist im Betriebsstellenregister der DB eingetragen. Zusätzlich setzen wir uns für die Verlängerung der U-Bahn auch in die Außenbereiche Münchens und damit natürlich vorrangig für Oberschleißheim ein.

Florian Spirkl (SPD/FDP): Der Lärmschutz entlang der Autobahn sollte dann realisiert werden, wenn klar ist, welchen Lärmschutz die Autobahndirektion von sich aus errichten muss. Danach kann die Gemeinde entscheiden, wie der Lärmschutz verbessert werden kann. Ansonsten baut die Gemeinde den Lärmschutz und die Autobahndirektion verbreitert dahinter die A92, ohne für zusätzlichen Lärmschutz zu sorgen.

Gaby Hohenberger (Grüne) Liebe Angelika, die CSU möchte eine Umgehung der B471 durch das Korbinianiholz, das unter Landschaftsschutz steht. Wie stellt Ihr Euch die Verwirklichung eines solchen Eingriffs der Zerstörung eines Schutzgebiets vor, das außerdem als Naherholung für viele BürgerInnen steht?

Florian Spirkl (SPD/FDP): Die Verlängerung der U-Bahn parallel zu S-Bahn halte ich nicht für realistisch. Die Stadt Garching muss jährlich hohe Summen für den Betrieb der U-Bahn in Garching bezahlen, die wir uns in Oberschleißheim die nächsten Jahre nicht leisten können. Außerdem wäre der Bau der U-Bahn sehr teuer, auch diese Kostenbeteiligung werden wir uns nicht leisten können.

Angelika Kühlewein (CSU): Wir von der CSU stehen für ein Gesamtkonzept Verkehr. Dazu gehört beispielsweise auch die Schaffung von Studentenwohnheimen, um den Pendelverkehr erst gar nicht entstehen zu lassen. Darüber hinaus kämpfen wir zusammen mit dem Landkreis um eine MVV-Tarifreform und diesen einfacher, gerechter und attraktiver zu gestalten! Die Menschen müssen sich zwischen Wohnen, Arbeiten und Leben – zwischen Landkreis, Stadt und Umland – bewegen können. Sie sehen, das Thema Verkehr ist extrem vielschichtig und bedarf damit eines übergreifenden Konzepts. Wir müssen jetzt handeln und die Gunst der Stunde nutzen: Durch die derzeit diskutierte neue Autobahnanschlussstelle an der Schleißheimer Str. bietet sich für uns die Gelegenheit, die B471 aus dem Ort nach Süden zu verlagern.

Christian Kuchlbauer (FW): Nach langer Zeit endlich eine bessere Verbindung des öffentlichen Nahverkehrs zu bekommen, ist auch dringend notwendig und sinnvoll. Unser Problem ist ja auch nicht nur der innerörtliche Verkehr, man versucht diesen ja durch eine Verbesserung des Radwegenetzes zu entlasten. Nein, unser Problem ist der Verkehr Richtung Dachau und von und nach Unterschleißheim. Die Idee einer Umgehungsstraße der B471 wird am 18.März 2014 dreißig (30) Jahre alt. Das Ablehungsschreiben des damaligen CSU-Bürgermeisters beginnt übrigens mit "Sehr geehrter Herr Kuchlbauer" und ist ansonsten vollkommen identisch. Damals wäre sie realisierbar gewesen, mittlerweile ist dies aus ökologischen Gründen und aus straßenbaulichen Gründen nicht mehr möglich. Ein zweiter S-Bahn-Haltepunkt wäre wünschenswert, aber wenn man die baulichen Gegebenheiten Aldi/Lidl ansieht, schwierig umzusetzen. Ich möchte noch die Problematik des LKW-"Anlieger frei"-Schildes ins Spiel bringen. Ich plädiere nach wie vor zu Schildern "LKW-Fahrverbot - Lieferverkehr frei". Somit kann nur der Ziel- und Quell-LKW-Verkehr auf diesen Straßen fahren.

Gaby Hohenberger (Grüne): Als direkte Maßnahmen zur Verringerung des Lärms der Bahn fordern wir leisere Fahrgestelle, Flüsterbremsen, Nachtfahrbeschränkungen und begrünten Lärmschutz entlang der Bahn. Als zusätzlichen Lärmschutz an der A92 sollten Baumbepflanzungen und ein automatisches Tempolimit eingeführt werden. Um die innerörtliche Umstellung vom Auto auf das Fahrrad oder für Fußgänger attraktiver zu machen, ist es notwendig, neben dem schon beschriebenen Fußgänger- und Radfahrer-freundlichen Ausbau der Straßen auch an eine weitere Fußgänger/Radfahrer-Unterführung an der Schönleuthner Straße zu denken.

Ingrid Lindbüchl (Grüne): Der von Angelika Kühlewein angesprochene zweite S-Bahn-Haltepunkt ist nicht ein neu erfundenes Rad der CSU, sondern schon ein ganz alter Gedanke, den wir Grüne auf alle Fälle weiterverfolgen werden. Speziell dieses Thema muss in der nächsten ...Herr Bachhuber, für Sie: "Legislaturperiode"...:)) zur Chefsache werden. Oberschleißheim als Fußgänger- und Fahrrad- freundliche Gemeinde zu gestalten wird unter grüner Führung Chefsache, soviel kann man schon versprechen.

Christian Kuchlbauer (FW): Verkehrskonzept ist dringend notwendig. Da bin ich dabei. Geld dafür steht im Haushalt bereit.

Christian Kuchlbauer (FW): Man sieht, die Verkehrsproblematik ist sehr vielschichtig, darum ist endlich ein Verkehrsgutachten zu erstellen.
Ich bedanke mich für das heutige Interesse und möchten Ihnen den heutigen Abend um 19.30 Uhr im Bürgerhaus mit einem ImproComedy-Theater aus München ans Herz legen. Bis morgen zur gleichen Zeit

Florian Spirkl (SPD/FDP): Die CSU lehnt die Verlegung der St. 2342 an die A92 ab, weil die Lösung mit den Anschlussstellen Riedmoos und Feldmoching angeblich besser ist. Die Autobahndirektion will von diesen Anschlussstellen nichts wissen. Warum ist nun bei der B471 die Verlegung an die Autobahn eine Alternative? Hier gäbe es die Anschlussstellen Oberschleißheim und Neuherberg, über die B13 könnte man zurück auf die B471. Diese Umgehung ist vorhanden.

Florian Spirkl (SPD/FDP): Ich bedanke mich für Ihr Interesse und freue mich auf die Diskussion morgen.

Gaby Hohenberger (Grüne): Liebe Bürgerinnen und Bürger von Oberschleißheim, ich freue mich, dass Sie heute wieder am Chat, heute zum Thema „Verkehr“, teilgenommen haben! Wir Grünen in Oberschleißheim stehen für ein breitgefächertes Profil, das neben unseren klassischen Themen wie Energie, Ökologie, Verkehr und Soziales auch die Ökonomie umfasst, damit Oberschleißheim weiterhin unsere lebens- und liebenswerte Heimat, aber auch fortschrittlich und wirtschaftlich leistungsfähig sein kann.
Wir laden Sie herzlich ein heute Abend um 19:30 Uhr in die Neuen Bürgerstuben zur Gesprächsrunde zum Thema: "Impulse für erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung in Oberschleißheim“. Als Gast begrüßen wir den Vizepräsidenten des Europäischen Wirtschaftsforums, Herrn Volker Knittel.
Wir stehen Ihnen weiterhin freitags und samstags an den Infoständen am Markt und vorm "Hit", freitags am Stammtisch in den Bürgerstuben und bei Hausbesuchen für anregende Gespräche zur Verfügung.

Angelika Kühlewein (CSU):  Die CSU steht für die langfristig beste Lösung. Diese sind nicht von heute auf morgen realisierbar und können auch nur mit beharrlichem Intervenieren bei den übergeordneten Stellen erreicht werden. Auf meine Beharrlichkeit können Sie sich aber in jedem Fall verlassen!
Vielen Dank auch heute für Ihr interessiertes Dabeibleiben.

Damit ist der Chat für heute beendet. Der nächste Wahl-Chat auf der schleissheimer-zeitung.de ist morgen, Freitag, wieder um 11 Uhr live online.

Zum Chat vom Mittwoch: Wie geht's nach dem Bürgerentscheid Gewerbegebiet weiter?

(Die Chat-Regeln: Jede Gruppierung ist selbst dafür zuständig, ob, wie, wie schnell, wie ausführlich und wie engagiert sie sich am Chat beteiligt. Ebenso bleibt völlig frei, wer antwortet. Jeder Beitrag wird unbearbeitet - bis auf erkennbare Tipp- oder Kommafehler - in Echtzeit online gestellt.
Der besseren Verständlichkeit wegen liest sich der Chat von oben nach unten, also der aktuellste Beitrag steht immer unten.)


06.03.2014    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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