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ORTSGESCHEHEN

Schräge Blickwinkel, unterhaltsam garniert

Schräge Blickwinkel, unterhaltsam garniert

Vier mehr oder minder frische Gesichter, die allesamt nicht als eingesessene Matadore der Ortspolitik etabliert sind, einmal im direkten Vergleich und unter Wettkampfbedingungen zu erleben – das bot am Donnerstag der Gewerbeverband, der die einzige Podiumsdiskussion der Bürgermeisterkandidaten organisiert hatte. An die 700 Besucher füllten jeden Sitz-, Steh- oder Kauerplatz, den der geöffnete und erweiterte Saal des Bürgerzentrums irgendwie und irgendwo zu bieten hatte.
Moderator Christopher Griebel, TV-Plauderer eines Münchner Lokalsenders, sorgte mit unkonventioneller und frei assoziierender Moderation für einen mindestens enorm unterhaltsamen Abend, bei dem er sich gefühlt so viel Redezeit zugestand wie allen vier Kandidaten zusammen. Sachthemen wurden weitgehend nur angetippt, erfreulicherweise nie mit der Stechuhr rundum abgefragt, aber auch selten vertieft oder gar kontrovers ausdiskutiert.
In der Verkehrspolitik vertraten Florian Spirkl (SPD/FDP) und Christian Kuchlbauer (Freie Wähler) die geplante Umgehungsstraße entlang der Autobahn, Angelika Kühlewein (CSU) eine Westumgehung über die Autobahn mit neuen Anschlussstellen und Gaby Hohenberger (Grüne) forderte vor jeglichen Straßenbaumaßnahmen eine Denkpause, wie sich die geplante neue Zufahrt zur A 92 in Feldmoching entwickle.
An der Bahnschranke in der Dachauer Straße sehen die Kandidaten von SPD, CSU und Grünen keinen Handlungsbedarf, da ihre Leitlinie nach wie vor die Vision einer Bahn im Tunnel darstellt, Kuchlbauer und seine Freien Wähler hingegen fordern hier Aktion, bevorzugt im Bau einer Straßenunterführung.
Auch in der Gewerbepolitik – der kürzlich unter großem Getöse ausgetragene Bürgerentscheid über ein Gewerbegebiet West kam mit keiner Silbe zur Sprache – verficht Kuchlbauer inhaltliche Alleinstellungsmerkmale, indem er weiterhin auf ein großflächiges neues Gewerbegebiet jenseits des Bruckmannringes über einen Gebietstausch mit Unterschleißheim setzt. Spirkl, Kühlewein und Hohenberger sehen dagegen eine Gewerbeentwicklung vordringlich an der Sonnenstraße, südlich des entstehenden Campus der Tierärztlichen Fakultät.
An besondere Schwerpunkte ihrer Kampagnen möchte Gaby Hohenberger etwa den Volksfestplatz bunt bepflanzen und Begegnungsraum der Ortsmitte angliedern, Christian Kuchlbauer den Verkehrsfluss durch kleine Anregungen verbessern, Angelika Kühlewein die alten Schlossanlagen des Wilhelmshofes stärker für den Ort erschließen und Florian Spirkl die großen Linien in der Ortspolitik weiter verfolgen, die er in zwölf Jahren im Gemeinderat selbst an maßgeblicher Stelle mit eingeleitet hat.
Als ihren Führungs- und Umgangsstil kündigte Kühlewein an, dass sie gut zuhören könne, Spirkl möchte jederzeit für jedermann zugänglich und ansprechbar sein, Kuchlbauer nimmt gerne Anregungen aus dem Ort auf und Hohenberger will einen demokratischen Führungsstil mit viel Mitsprachemöglichkeit einführen.
Wie die Kandidaten mit Griebels unkonventionellen Fragen und seinem dominanten Stil umgegingen, ließ freilich mehr an Konturen und Facetten durchschimmern als die Einlassungen zu Sachfragen. Ob für die Besucher nun die Wahlentscheidung leichter wird?

(ein paar Gedanken hierzu)

(hierzu sind Lesermails eingegangen)
 


21.02.2014    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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