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ORTSGESCHEHEN

Jetzt stinkt's den Anliegern

Neulich stank es mal wieder so gewaltig, dass die Leute regelrecht aus den oberen Stockwerken fliehen mussten. Seit Jahren leidet Oberschleißheim, mindestens seine westlichen Wohnsiedlungen, aber bei unpassenden Windverhältnissen fast der komplette Ort, an dramatischer Geruchsbelästigung. An Aufenthalt im Freien ist bei derartigem Gestank kaum zu denken, aber auch die von Bäumen und Nachbarhäusern ungeschützteren oberen Etagen zum Beispiel in der Ertl- oder Moosweg-Siedlung sind extrem betroffen.
Nach vielen, vielen vergeblichen Einzelanläufen leidender Anlieger hat sich nun erstmals eine gemeinsame Initiative gebildet. Juliana und Brigitte Scholle, Hans Stellwag, Eva und Max Tieschky haben am Dienstag Betroffene zusammengetrommelt und konkrete Schritte beraten. Über 30 Leute sind gekommen, um sich gegen den Gestank zu organisieren. Erhard Neumann, einer der seit Jahrzehnten engagiertesten Kämpfer, und Karl Schwärzell haben ihre weit zurück liegenden Unterlagen und Dokumente vorgestellt.
Als Verursacher gilt gemeinhin das Lehr- und Versuchsgut der Ludwig-Maximilians-Universität, seit einigen Jahren auch noch in Tateinheit mit den neu hinzugekommenen Tierkliniken der Tierärztlichen Fakultät. Doch die Uni weist diese Vorverurteilungen zurück. „Geruchsemissionen sind bei einem landwirtschaftlichen Betrieb nie völlig ausgeschlossen“, sagt Uni-Sprecherin Luise Dirscherl, „solche Belästigungen erreichen jedoch nie ein solches Maß, wie es Betroffene geschildert haben“. Derart massive Belästigungen müssten „andere Ursachen haben“, versichert sie.
Die Universität habe sich auch schon an die zuständige Behörde, das Sachgebiet Immissionsschutz im Landratsamt München, gewandt und um eine Überprüfung gebeten. „Wir sind auch daran interessiert, der Ursache für die Beschwerden auf den Grund zu gehen“, betont Dirscherl. Mindestens einmal sind nun bereits Polizei und Landratsamt auf Alarmierung der Anlieger im Lehr- und Versuchsgut vorstellig geworden. Bei einem dieser Besuche habe schon festgestellt werden können, dass alleine aufgrund der gerade herrschenden Windrichtung das Gut als Verursacher ausscheide, erzählt Dirscherl.
Auch Gemeinderat Hans Stellwag war bereits mit der Polizei nachts am Gelände und musste ebenfalls einräumen, dass der Gestank nicht zweifelsfrei lokalisierbar sei. Entsprechend hatte sich auch Bürgermeisterin Elisabeth Ziegler jüngst bei der Bürgerversammlung, als das Thema ebenfalls aufs Tapet kam, ratlos gezeigt. „Es ist ganz schwierig, diese Quelle zu finden“, sagte sie dazu.
Die neue Initiative will nun Messungen beantragen, mit denen die Geruchsquelle lokalisiert werden soll. So lange der Verursacher nicht klar sei, könne nicht einmal ausgeschlossen werden, dass die Gerüche eventuell auch gesundheitsgefährdend sein könnten, hieß es bei der Versammlung. Um den Wahlkampf auszunutzen, werden alle vier Bürgermeisterkandidaten plus die Landratskandidaten zu einem Gespräch eingeladen, bei denen die Bewerber ihre Gedanken zu der Problematik darstellen sollen.
Dazu soll in den betroffenen Siedlungen nun ausgeschwärmt und Unterschriften des Protests gesammelt werden. Jeder Betroffene soll zudem Tagebuch führen und die Daten der Geruchsbelastungen exakt festhalten. Bislang gilt vor allem die Wahrnehmung, dass der Gestank vollkommen unregelmäßig und unvorhersehbar auftrete. Das nächste Treffen der „Gestank-Geschädigten“ findet am 18. Februar um 18 Uhr im Pfarrheim St. Wilhelm statt.


16.01.2014    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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