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Lesermail zum geplanten Gewerbegebiet an der A92

Die Finanzen der Gemeinde Oberschleißheim sollen durch ein neues Gewerbegebiet an der A92 auf eine stabile Basis gestellt werden. So zumindest frohlocken die Befürworter des Gewerbegebietes.
Sie befinden sich sich in guter Gesellschaft, da andernorts aus gleichen Beweggründen fleißig neue Gewerbegebiete ausgewiesen werden und die einst so schöne bayerische Landschaft wie Krebsgeschwüre überwuchern. So geht die Rechnung nur selten auf und im Großraum München ist insgesamt ein Überangebot an Gewerbeflächen vorhanden.
So richtig erfolgreich sind nur Gemeinden mit großen, zusammenhängenden Gewerbegebieten, die sowohl für den Individualverkehr als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln sehr gut erreichbar sind und wo kein Projektentwickler die Gesamtfläche verwertet hat.
So manchem der so scheinbar erfolgsverwöhnten Gemeindekämmerer bereitet das Wort "Steuerrückzahlung" allerdings gewaltige Alpträume. Selbst in München gibt es trotz einerseits hoher Nachfrage erhebliche Leerstände, überwiegend in B- und C-Lagen, sowie in Gebäuden mit veralteter Infrastruktur. Aber auch in den Neubauten entlang der Bahnachse Pasing - Hauptbahnhof sind problemlos noch Büroflächen verfügbar.
Diese Büroflächen nützen freilich den Handwerksbetrieben wenig, die von Spekulanten, Projektentwicklern und neu zugezogenen Nachbarn aus den Hinterhöfen vertrieben wurden. Für diese Betriebe ist auch das Gelände an der A92 uninteressant, da es viel zu weit ab von den Kunden liegt.
Das in Oberschleißheim geplante Gewerbegebiet liegt auch weit abseits leistungsfähiger öffentlicher Verkehrsmittel. Selbst eine Buslinie im 10-Minuten-Takt zum Bahnhof Oberschleißheim ändert daran nichts. Man stelle sich vor, alle 10 Minuten saust in der Rush Hour ein Bus in halsbrecherischer Fahrweise durch die Parksiedlung, damit die Fahrgäste die S-Bahn erwischen! Und, zurück muss der Bus dann auch wieder.
Dafür liegt das potentielle Gewerbegebiet aber optimal neben einer Autobahn. Wer siedelt sich denn dort an? Speditionen, Logistikunternehmen und riesengroße Möbelhäuser. Also Betriebe, die große Flächen benötigen, viel Verkehr verursachen und bezogen auf den Flächenverbrauch wenig Gewerbesteuern zahlen.
Ein Eigentümer der Flächen ist der Freistaat Bayern. Insofern hat die Gemeinde nur sehr beschränkte Einflußmöglichkeiten auf die Verwertung des Geländes. Im ungünstigsten Fall muss der Freistaat das Gelände im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung anbieten.
Die Erfahrungen mit dem Gewerbegebiet an der Sonnenstraße sind bei einigen Ortspolitikern anscheinend längst im politischen Kurzzeitgedächnis verschwunden. Oder wollen sie unbedingt die von den Vorgängern gemachten Erfahrungen selber nochmal machen? Hochwertiges Gewerbe sollte damals an der Sonnenstraße angesiedelt werden!
Ein Blick von hoch oben zeigt es: Oberschleißheim ist ein Ort zum Wohnen, eine Insel inmitten von Wäldern, Feldern und Wiesen. Auf diese Stärken sollte sich Oberschleißheim besinnen und dies vermarkten.
Bei dieser Gelegenheit soll auch daran erinnert werden, dass rund 100.000 Museumsbesucher großräumig um Oberschleißheim herum geleitet werden, damit sie ja nicht in Versuchung kommen, Kunden von Gewerbetreibenden in Oberschleißheim zu werden.
Aktuell hat Oberschleißheim fünf Gewerbegebiete, Landwirtschaft nicht mitgerechnet. Es herrscht also eine totale Zersplitterung. Bei genauerer Betrachtung ist schnell festzustellen, dass in vielen Fällen die Baukörper aus den 1970er Jahren nicht mehr zur aktuellen Nutzung passen. Aus gutem Grund werden deshalb heute neue Gewerbebauten auf eine Lebenszeit von 20 bis 30 Jahren hin konzipiert. Danach folgt Grundsanierung oder Abbruch und Neubau.
Es mögen jetzt zwar die Naturschützer aufheulen: Die vorhandenen ökologischen Ausgleichsflächen könnten nach und nach in den Westen der Gemeinde verlagert werden und dort zusammen mit allen zukünftig noch auszuweisenden Flächen eine wunderbare, zusammenhängende, naturbelassene Pufferfläche zwischen Autobahn und Wohnbebauung bilden. Die so gewonnenen Flächen könnten den vorhandenen Gewerbegebieten zugeschlagen werden. Zusammen mit weiteren Flächen zu Abrundung und einer durchdachten Neuordnung wäre ein gewaltiges Potential vorhanden. Zur Neuordnung gehört auch der Abbruch nicht mehr zeitgemäßer Bauten.
Der Weg dahin erfordert allerdings Mut und Ausdauer von den Gemeindevätern und -müttern. Deshalb ist auch die Initiative der CSU und der Grünen unbedingt zu unterstützen! Das politische Kastendenken des vergangenen Jahrhunderts ist genauso obsolet wir die Industrie- und Gewerbekonzepte aus dieser Zeit.
Günter Braun
 
(weitere Lesermails zu diesem Thema)


26.07.2013    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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16.07.17, Betreff: Re: AW: Bitte verzeihen sie mir ihren Fehler

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