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ORTSGESCHEHEN

Gewerbegebiet mit Luftschlössern

Natürlich kann man mit guten Gründen für ein neues Gewerbegebiet an der Autobahn A92 und der dazugehörigen Entwicklung sein, ebenso wie man es aus guten Gründen ablehnen kann. Allerdings sollten diese Gründe dann auf Augenhöhe sein - und das sehe ich bei dieser Auseinandersetzung nicht. Die Argumente pro Gewerbegebiet sind allesamt noch ihren Realitätscheck schuldig.
Klar wäre ein neues Gewerbegebiet mit attraktiven Betrieben, qualifizierten Arbeitsplätzen, idealer Verkehrserschließung und üppigen Steuereinnahmen eine Perspektive, der jeder am Ort uneingeschränkt zustimmen sollte. Nur gibt es keinerlei Ansatzpunkte, dass alle diese Luftschlösser umgesetzt werden können.
Die Gemeinde versichert, bei der Auswahl der Unternehmen die Hand drauf zu haben - dabei gehören ihr nicht mal die Grundstücke. Klar geht auch der Freistaat Bayern als Grundbesitzer mit diesen hehren Zielen einer optimalen Betriebsauswahl in ein mögliches Verfahren, das ist doch alles nicht strittig.
Nur wie wird der Staat handeln, wenn die nicht umgesetzt werden können? Wenn ein Problembetrieb aus dem Stimmkreis eines hochrangigen Abgeordneten einen Standort weitbab jeglicher Bebauung, aber bestens erschlossen, braucht? Wenn ein staatliches Prestigeprojekt wie etwa die Ansiedlung der "Gigaliner", einen Standort braucht? Oder wenn ein hochqualifizierter Betrieb aufgeben muss und eine Nachfolge gesucht wird? Und wer wird sich dann durchsetzen, das Wirtschaftsministerium oder der Gemeinderat?
Alle logistischen Argumente, die für den Standort des Gewerbegebiets an der Autobahn sprechen - ideale Verkehrsanbindung, Entfernung zur bebauten Siedlung, große Flächen - sprechen doch ausschließlich für genau die Branchen, die man nicht will.
Mir wäre noch kein Gewerbegebiet in Bayern erinnerlich, in das die jeweilige Gemeinde mit der Aussage gestartet ist: wir wollen eine Ansammlung häßlicher grauer Betonklötze, mit denen wir spätestens nach dem ersten oder zweiten Mieterwechsel nur Probleme haben, die kaum Gewerbesteuer einbringen und die unseren Ort mit Verkehr und Lärm überziehen. Und trotzdem kommt es immer wieder genau dazu.
Nur in Oberschleißheim nicht?
 
Die Einschätzungen des Gewerbeverbands, dessen Vorstand ich angehöre, in seiner Stellungnahme zur Frage der Gewerbeausweisung, teile ich weitgehend. Allerdings habe ich nicht nur Zweifel, ob die angeführten Bedingungen in Oberschleißheim realisierbar wären, sondern bin absolut überzeugt davon, dass sie nicht realisiert werden können.
Insofern sehe ich die nötige Gewichtung nicht in einem "ja, wenn...", sondern in einem "nein, weil..." und habe daher innerhalb des Vorstands ein "Minderheitenvotum" gegen eine Akzeptanz der Planungen abgegeben.
 
(hierzu sind Lesermails eingegangen)


24.07.2013    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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