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ORTSGESCHEHEN

Stellungnahme des Gewerbeverbands zum geplanten Gewerbegebiet an der A92

Was macht eine lebenswerte Gemeinde aus?
Neben attraktiven Wohngegenden braucht der Bürger auch Versorgungseinrichtungen wie Geschäfte, Handwerksbetriebe, Banken, Poststellen, sowie Kindergärten, Kitas, Schulen, Freizeiteinrichtungen und nicht zu vergessen Arbeitsplätze.
Aber wie soll die Gemeinde die gesetzlich garantierten Kita-Plätze bereitstellen, die Infrastruktur mit Straßen und Fahrradwegen unterhalten, für erweiterte Schulen am Ort sorgen oder die örtlichen Einrichtungen der Altenpflege bezahlen?
Die Gewerbesteuereinnahmen, die in den letzten Jahren um 50 % gesunken sind, können nur kompensiert werden, wenn auch neues Gewerbe am Ort angesiedelt werden kann. Und dazu ist ein entsprechendes Gewerbegebiet unerlässlich. Derzeit gibt es im Ort überhaupt keinen ausgewiesenen Baugrund für gewerbliche Zwecke und die teilweise leerstehenden Büroräume sind für die wirklich interessanten mittleren und größeren Unternehmen nicht geeignet. Und genau diese braucht unser Ort!

Wo könnten sich in Oberschleißheim solche Betriebe ansiedeln?
Die Auswahl ist nun wirklich nicht groß. Die meisten Flächen auf Oberschleißheimer Gemarkung sind Wald-, Heide- und Naturflächen. Diese können und sollen nicht verändert werden. Deshalb bleiben nur noch die derzeit landwirtschaftlich genutzte Fläche südlich der B471 und das Brachland entlang der Autobahn A92.
Für die Anwohner im westlichen Ortsrand wäre der Vorteil einer Gewerbebebauung entlang der A92 ein bedeutend besserer Lärmschutz als jede Lärmschutzwand. Immerhin sind selbst niedrige dreigeschossige Bauten viermal so hoch wie eine normale Lärmschutzwand.

Welche Art von Gewerbe ist für den Ort interessant?
Mit Supermärkten ist der Ort bestens ausgestattet. Weitere Märkte würden die bestehenden innerörtlichen Läden verdrängen, was zur Verödung und zu Einbußen an Lebensqualität führen würde. Gesucht sind besonders Unternehmen mit Verwaltungsarbeitsplätzen, wie die, welche wegen fehlender Entwicklungsmöglichkeiten in den letzten Jahren abgewandert sind oder ihren Wegzug bereits beschlossen haben. Auch produzierende Unternehmen, wie wir sie z.B. am Bruckmannring vorfinden, sind willkommen.
Diese Unternehmen bezahlen sehr wohl Gewerbesteuer in beträchtlicher Höhe hier am Ort und sorgen überdies für hunderte von Arbeitsplätzen.
Wie bekommt man die richtigen Unternehmen?
Beispiele für eine aktive Gewerbeansiedlung können wir uns in den Orten rund um Oberschleißheim anschauen. Grundlage ist immer ein entsprechendes bebaubares Flächenangebot. Kein Investor wartet 20 Jahre, bis vielleicht ein Gebiet ausgewiesen und erschlossen ist. Dies muss stets der erste Schritt sein.
Ein Vorteil für die Gemeinde bei der Suche nach Betrieben ist es, wenn sie die Grundstücke zunächst selbst erwerben und dann gezielt an die gesuchten Investoren weiterverkaufen würde. Nur so kann die Nutzung in die richtige Richtung gelenkt werden.
Wie findet man die gewünschten Betriebe?
Wenn eine Gemeinde Flächen in einschlägigen Publikationen anbieten kann, werden potentielle Investoren sofort darauf aufmerksam und finden die Gemeinde von sich aus. Auch dazu gibt es im Umland gute Beispiele wie u.a. Unterschleißheim oder Fürstenfeldbruck.

Wie muss die Erschließung eines neuen Gewerbegebiets aussehen?
Selbstverständlich kommt dafür nur eine Umgehungsstraße in Betracht, die den Verkehr zu diesem Gebiet aus dem Ort heraus hält. Zwischen dem Gewerbegebiet und dem Ort ist sogar Platz für einen kultivierten Grünstreifen mit Fuß- und Radwegen zwischen Wohn- und Gerwerbegebiet. Durch einen kultivierten Grünstreifen ist auch die gesetzlich geforderte Anbindung an den Ort zu erreichen.
Auf eine Verlegung der Staatstraße 2342 an den westlichen Ortsrand sollte man allerdings nicht warten. Nachdem das Staatliche Bauamt gerade für 1,1 Million Euro die Staatstraße grundsaniert, wird eine Verlegung derselben sicherlich in den nächsten 20 bis 30 Jahren nicht erfolgen. Auch hier muß die Gemeinde in Vorleistung treten. Die Erschließungskosten tragen schließlich ja immer die Grundstückskäufer.

Was passiert, wenn kein neues Gewerbe angesiedelt wird?
Bei fortschreitendem Wegzug von großen und mittelständischen Betrieben werden sich die Gewerbesteuereinnahmen weiter verringern. In der Folge wird der Investitionsspielraum der Gemeinde immer geringer. So können Investitionen in die Infrastruktur in immer geringerem Umfang gemacht werden.
Auf die Bürger werden steigende Preise für öffentliche Leistungen zukommen. Kosten und Umlagen werden für die Bürger unvermeidlich steigen. Schlechte Sport- und Spielplätze, mangelhafte Ortswege, heruntergekommene Bürger- und Solzialeinrichtungen und eine marode Infrastruktur sind vorgezeichnet.

Was entspricht jetzt mehr der vielgepriesenen Lebensqualität?
Ein nützliches Gewerbegebiet mit verträglicher Anbindung oder zu einer Gemeinde mit konstant klammer Kassenlage zu werden?
Wolf-Dieter Waag, Ortsvorsitzender


09.07.2013    |    Ihre Meinung dazu...    |    nach oben    |    zurück

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